Die neun Geheimnisse der Programmierer
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Der Durchschnittsnutzer weiß nicht viel darüber, wie ein Computer funktioniert. Oder was ein Programmierer so tut, damit das Programm am Ende läuft. Das muss er ja auch nicht – wer sich aber einmal ausführlicher damit auseinandersetzt, erfährt Unglaubliches, beispielsweise darüber, wie Programmierer ihre Zeit verbringen. Oder dazu, dass Fehler in Programmen ganz normal sind. Der Blogger und Entwickler Macleod Sawyer verrät neun der gruseligsten Fakten über Computer & Programmierer.

Das Klischee des perfekten Programmierers

Das typische Klischeebild des Programmierers besagt, dass er von Kaffee und Energiedrinks lebt, sich die Nächte um die Ohren schlägt und unablässig Zeile für Zeile Code schreibt. Ein Nerd im stillen Kämmerchen, weitab der restlichen Welt – und ein Computergenie, das alles kann, was mit dem PC zu tun hat. Reparieren, programmieren, ganz egal. Fehler macht er dabei auch nicht, sonst würde der PC ja nicht funktionieren, oder? Wie schon verraten: Ganz so ist es nicht. Und auch sonst ist in der Welt der Programmierer einiges anders als man denken würde.

  1. Fehlerhafter Code Nur, weil ein Programm funktioniert, muss der Code dahinter noch lange nicht gut sein. In Wahrheit besteht dieser meist sogar aus so vielen Fehlern und Notlösungen, dass das Programm gar nicht laufen sollte. Warum es trotzdem klappt? Nun … manchmal fragt man besser nicht zu genau nach.

    „It would be like taking apart a brand-new 747 and discovering that the fuel line is held in place by a coat-hanger and the landing gear is attached with duct tape.” – Ben Cherry

  1. Dümmster anzunehmender Nutzer Wie Einstein schon feststellte, zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Diesem Grundsatz folgend verbringen Programmierer 25 Prozent ihrer Zeit mit der Frage, was der Nutzer alles falsch machen wird. Dass ein Programm nämlich stabil läuft, wenn Profis es bedienen, heißt noch lange nicht, dass Laien es nicht binnen Minuten zum Absturz bringen.
  2. Reparatur-Service? Und überhaupt, „abstürzen“ ist ein gutes Stichwort: Warum lässt sich Word nicht mehr öffnen? Warum wird der Computer immer so heiß? Warum stürzt der Browser immer ab, wenn ich Videos gucken will? Kann das der Programmierer von nebenan nicht mal schnell reparieren? Nein. Programmierer reparieren keine Computer. Programmierer wissen, wie Code funktioniert und auch, was für Hardware im Computer steckt. Aber davon, wie man einen PC repariert, haben sie keine Ahnung.
  3. Entspann dich! „Chill mal!“ ist unter Programmierern keine Aufforderung zum faul sein. Das Schreiben von Code ist nämlich nur ein kleiner Teil der Aufgaben eines Programmierers. Vorher muss er herausfinden, was er für das Projekt überhaupt braucht. Und dazu muss er ganz viel über das Projekt nachdenken. Das funktioniert am Besten entspannt. Relaxen ist also Arbeitszeit für Programmierer.
  4. Die Null Programmierer fangen bei null an zu zählen. Eine eins im Alltagsgebrauch entspricht einer null für Programmierer und eine neun entspricht einer acht. Warum? Ganz einfach: Effizienz.
  5. Nachteulen Warum arbeiten Programmierer am liebsten nachts? Weil andere Menschen es nicht tun. Genau wie Sportler und Musiker erreichen Programmierer während ihrer Arbeit einen kognitiven Status, in dem sie die Welt um sich herum vergessen. Bis sie gestört werden. Das passiert aber deutlich seltener, wenn die gesamte Umwelt gerade tief und fest schläft.
  6. Drüber schlafen Jeder erlebt es im Alltag und auch für Programmierer funktioniert es: Wer stundenlang an einem Problem fest hängt, sollte sich entspannen, darüber schlafen. Am nächsten Morgen sieht nicht nur die Welt ganz anders aus, sondern auch die Lösung vorher unheimlich schwieriger Probleme liegt auf der Hand – auch dann, wenn es um zentrale Fragen beim Programmieren komplexer Software geht.
  7. “A parent may kill its children if the task assigned to them is no longer needed” Sind Programmierer etwa böse Menschen, die ihre eigenen Kinder umbringen würden? Etwa, weil diese ihnen nachts den Workflow zerstören? Im Alltag klingt diese Aussage unfassbar, bezogen auf Computer ist sie aber ganz logisch. Ein Parent ist ein übergeordneter Prozess, der die untergeordneten Prozesse kontrolliert. Sobald einer davon überflüssig wird, wird er beendet – also „gekillt“.
  8. Stolze Nichtskönner Woher kommt der Stolz darauf, nichts über Computer zu wissen? Ernsthaft, wer wäre stolz darauf, keine Fremdsprachen zu sprechen? Eine Sportart nicht zu beherrschen? Warum ist es dann also in Ordnung, damit anzugeben, nicht programmieren zu können? Nun ist es natürlich jedem selbst überlassen, worauf er stolz sein möchte – aber zumindest gegenüber Programmierern ist es vielleicht klüger, nicht allzu begeistert vom eigenen Unwissen zu sprechen. Sonst reparieren die den defekten PC nämlich erst Recht nicht mehr.

Das sind also die Geheimnisse der Programmierer. Manches ist so profan, dass es fast deshalb unglaublich ist, weil es kaum zur Komplexität der Aufgaben passt; anderes überrascht gerade dadurch, dass es weit von völlig grundlegenden Alltagsregeln abweicht. Am Ende hat aber wohl jeder Berufszweig derartige Standards und Geheimnisse und es ist immer spannend, mal einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

Aufmacherbild: Coding programming source code screen via Shutterstock.com / Urheberrecht: McIek

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