Die Suchmaschine der nächsten Generation – neue Pläne für Bings Entity Engine
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Suchmaschinen wie Google oder Bing dienen schon lange nicht mehr ausschließlich dazu, den Benutzer auf eine andere Seite weiterzuleiten, sondern liefern mittlerweile selbst schon einige Informationen

Suchmaschinen wie Google oder Bing dienen schon lange nicht mehr ausschließlich dazu, den Benutzer auf eine andere Seite weiterzuleiten, sondern liefern mittlerweile selbst schon einige Informationen zum gesuchten Thema in der Seitenleiste. Machen Sie doch einmal den Test und suchen Sie über Google nach einer berühmten Persönlichkeit wie beispielsweise Bill Gates. Google informiert Sie unter anderem über sein Geburtsdatum, den Namen seiner Ehefrau sowie über sein geschätztes Vermögen, illustriert mit zahlreichen Portraitfotos. Und all das, ohne dass Sie einen einzigen Link anklicken müssen.

In Microsofts Suchmaschine Bing sind ähnliche Funktionen vorhanden, allerdings bisher nur in der englischsprachigen Version. Aus technischer Sicht steckt dahinter die sogenannte Entity Engine, intern auch bekannt unter dem Codenamen Satori. TechCrunch hat mit Derrick Connell, dem Kopf der Microsoft Bing Experiences Group, über die Zukunft der Entity Engine gesprochen und dabei herausgefunden, dass es in diesem Bereich große Pläne gibt.

So realisiert Google die von Bing geplanten Funktionen

Um diese zu verstehen, müsse man sich zunächst über die jüngste Entwicklung der Suchmaschinen wie Google oder Bing bewusst sein, so Connell. Ging es den Nutzern anfangs darum, in Suchmaschinen Inhalte zu finden, hat sich der Fokus mittlerweile von „finden“ auf „wissen“ verlagert. Wenig verwunderlich, stellen Suchmaschinen doch heutzutage einen der Hauptzugänge zum gespeicherten Wissen des Internets dar. Abgesehen davon sei besonders Bing von Anfang an ein Handlungsinstrument gewesen – eine „Do Engine“, die Handlungen ermöglichen und für die Nutzer vereinfachen soll.

Diesen Entwicklungen wolle Microsoft in Zukunft dadurch Rechnung tragen, dass die Entity Engine für Drittparteien geöffnet werden soll, die wiederum einen Teil ihrer Funktionen direkt auf der Bing-Ergebnisseite verfügbar machen können. Heute schon hat Microsoft Partnerschaften mit Anbietern wie Yelp, OpenTable oder TripAdvisor, die beispielsweise ermöglichen, über die Suchmaschine direkt einen Tisch in einem der gefunden Restaurants zu reservieren. Zukünftig soll es aber nicht nur Partnern, sondern prinzipiell jedem möglich sein, diese Optionen für die eigenen Zwecke einzusetzen. Nach und nach soll so ein komplett offenes Ökosystem entstehen.

Einige Fragen bleiben in diesem Zuge allerdings noch bestehen, unter anderem die, wie man mit konkurrierenden Drittanbietern umgehen sollte. Connell spricht sich in dieser Hinsicht dafür aus, mehrere Optionen anzuzeigen und dem Suchenden die Wahl zu überlassen. Auch das allgegenwärtige Spam-Problem dürfe nicht vernachlässigt werden, genauso wie Fragen des Identitäts- und Login-Managements. Diese sorgen höchstwahrscheinlich dafür, dass man zum Abschluss seiner Handlungen in vielen Fällen dann doch auf eine zweite Seite weitergeleitet wird.

So viel Innovations- und sogar Revolutionspotential in diesem Bereich auch besteht, einer Sache ist sich Connell dennoch sicher: Die traditionelle Suchmaschine wird dabei bestehen bleiben –

There will always be a place for 10 blue links. But new experiences will emerge over time that will revolutionize these products.

Aufmacherbild: Extreme closeup of magnifying glass von Shutterstock / Urheberrecht: cosma

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