Die WCAG 2.0 verstehen
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Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 umfassten nach ihrer 5-jährigen Entwurfphase knapp 450 Seiten – da fällt es Entwicklern nicht immer leicht, alle Details sauber zu überblicken. Spätestens

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 umfassten nach ihrer 5-jährigen Entwurfphase knapp 450 Seiten – da fällt es Entwicklern nicht immer leicht, alle Details sauber zu überblicken. Spätestens nach der ersten Review-Phase, bei der man der Öffentlichkeit immerhin einen satten Monat im Call for Review eingeräumt hat, hat man auch beim W3C eingesehen, dass ein einleitendes Dokument zum besseren Verständnis der WCAG 2.0 hilfreich wäre. Das Konsortium legt mit Understanding WCAG 2.0 nun einen Leitfaden zum besseren Verständnis und zur Implementierung der Web Content Accessibility Guidelines 2.0 vor und ergänzt diesen mit Techniques for WCAG 2.0 mit Best Practices zu Techniques and Failures für Webentwickler.

Techniques for WCAG 2.0 soll dabei technische Details unter anderem zum Einsatz von HTML/XHTML, CSS, client- und serverseitigem Skripting, Multimedia, Flash und WAI-ARIA enthalten. Dabei weist das W3C jedoch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass – nur weil einige Techniken im Dokument beschrieben werden – sie noch lange nicht dazu taugen müssen, auch wirklich barrierefreien Content im Sinne der WCAG 2.0 zu erzeugen.

However, publication of techniques for a specific technology does not imply that the technology can be used in all cases to create accessible content that meets WCAG 2.0. Developers need to be aware of the limitations of specific technologies and ensure that they create content in a way that is accessible to all their potential users. W3C, 2010

Ohne nun zwei verschiedene Debatten vermischen zu wollen, bleibt doch einmal mehr ein Beigeschmack. Soweit es HTML und CSS betrifft, wird das W3C derzeit als schlicht überflüssig empfunden. Dass man zwei Jahre nach der Veröffentlichung der WCAG 2.0 (im Dezember 2008) jetzt erstmals einen Leitfaden vorstellt, mag nun wenig überraschen (bis zum öffentlichen Review sind nach der Veröffentlichung bekanntlich fast zwei Jahre ins Land gegangen) – auf der anderen Seite bestätigt das W3C einmal mehr, wie schleppend die Prozesse in dem Konsortium vorangehen können. Dass man die Entwicklung von Standards einmal mehr einzelnen, wenigen Browserherstellern wie Apple oder Microsoft überlässt, kann keine Absicht sein.

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