Konferenzstart in der Mainzer Rheingoldhalle

Die Welten wachsen zusammen – BASTA! 2013 eröffnet
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„Die Welten wachsen zusammen“ – mit diesem Motto begrüßte Windows-Developer-Redakteur Mirko Schrempp die Teilnehmer der BASTA! 2013, die heute Morgen gestartet ist und noch bis Ende der Woche in der Mainzer Rheingoldhalle stattfindet. Aber von welchen Welten spricht er?

Wenn wir uns die aktuellsten Microsoft-Geschäftszahlen anschauen, wird ein Unternehmensschwerpunkt sehr schnell deutlich: Ganze 55 Prozent des Gesamtumsatzes werden im Enterprise-Bereich gemacht, nur 20 Prozent direkt bei den Consumern. Doch gerade letztgenannter Sektor steht im Fokus der Medien, die Argumentation um die Lage Microsofts in unserer heutigen Welt wird stets von der Consumer-Seite her betrieben. So kommen dann Aussagen zustande wie „Microsoft hinkt Konkurrenten wie Google und Apple meilenweit hinter“ oder „Microsoft hat den Aufsprung auf den mobilen Zug verpasst“. Andererseits hat Microsoft aber seinen Gewinn im Laufe der vergangenen neun Jahre fast verdreifacht und diese Gewinne stammen eben aus dem Enterprise-Bereich.

Spricht Mirko Schrempp also vor einem gefüllten Keynote-Saal von zwei Welten, meint er damit die beiden Pole Enterprise und Consumer – einer davon weiterhin an der Spitze, der andere zugegebenermaßen aktuell noch nicht ganz auf dem Niveau der Big Player. Doch gerade diese beiden Welten sollen nun zusammen wachsen. „Devices and Services“ erklärte Ballmer vor rund zwei Jahren zum Hauptfokus seines Unternehmens und seitdem wird diese Strategie in Redmond verfolgt, nicht zuletzt auch durch den jüngsten Erwerb von Nokias Handy-Sparte

Aber betrachten wir doch die Technologiewelt einmal als Ganzes und beschränken wir uns nicht ausschließlich auf IT-Unternehmen wie Microsoft. Diese Position nahm Clemens Vasters (Microsoft) in seiner BASTA!-Eröffnungskeynote „Device to Cloud – Smart Products und Industrie 4.0“ an. Er begann seinen Vortrag mit einer Definition des Begriffes „Industrie 4.0“, einer von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Initiative, die die Industrie stärker horizontal integrieren und auf dem Weg zu einer besseren Zusammenarbeit begleiten soll. Schnittstellen zwischen elektronischen Systemen und Maschinen verbinden die IT mit der OT (Operational Technology) und sorgen wiederum für ein Zusammenwachsen dieser beiden Welten.

© Software & Support Media

Der beschriebene Trend ist natürlich nicht ausschließlich im Bereich der Produktfabrikation zu erkennen. Das Schlagwort Smart Grids hat die Zusammenarbeit in der Energietechnik zum Inhalt und beschäftigt sich unter anderem mit der Energieeffizienz im Eigenheim.Auch Autos sind schon längst mehr als nur fahrbare Untersätze. Sie enthalten ihre eigene Blackbox, um im Unfallszenario die Ursache hierfür herauskristallisieren zu können, sie kümmern sich eigenständig darum, dass der Fahrer die zur Instandhaltung notwendigen Maßnahmen nicht vergisst und sie regeln ihre Geschwindigkeit selbst mit Hilfe des Tempomaten. Smart-Home-Systeme, die etwa bei verstärkter Sonneneinstrahlung die Jalousien automatisch herunter fahren oder die Alarmanlage bei Einbruch der Dunkelheit einschalten, sind mittlerweile in vielen Eigenheimen zu finden.

Die Herausforderungen solcher smarten Systeme sind vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar, denkt man doch zuerst nur an Sensorik und Steuerelemente. Aber wie sieht es etwa mit der Skalierung aus? Websites und Apps haben auch Millionen von Benutzern täglich zu verzeichnen, doch sind diese nur selten gleichzeitig aktiv. Die Informationsabfrage smarter Geräte erfolgt jedoch quasi andauernd zur selben Zeit – ermöglicht wird sie zumeist durch bidirektionale Kommunikationsprotokolle, ein Betriebssystem wiederum ist nur bei den wenigsten der Geräte im Spiel. Andererseits kommt hier das Begriffstrio „Collect, Reduce, Route“ zum Einsatz, das Sammeln, Filtern und Weiterleiten der Daten. Anschließend ist basierend auf der Echtzeitanalyse oft eine unmittelbare Reaktion vonnöten.

Um die verschiedenen Welten endgültig miteinander zu verbinden, steht allerdings noch die Entscheidung für ein gemeinsames Kommunikationsprotokoll aus, hier arbeitet momentan noch jede Branche für sich. Und auch die Diskussionen rund um das Thema Sicherheit wurden noch nicht zu Ende geführt.

Wenn wir also davon reden, dass die Welten zusammen wachsen, beschreiben wir einen sowohl andauernden als auch fortlaufenden Prozess. Microsoft hat gerade erst damit begonnen, auf dem mobilen Consumer-Markt Fuß zu fassen und das „Internet der Dinge“ wird wohl noch eine ganze Zeit lang in seinen Kinderschuhen umher laufen. In diesem Sinne freuen wir uns auf eine lehrreiche Konferenzwoche mit vielen neuen Kontakten und Einsichten und hoffen, dass die BASTA! 2013 ihren Beitrag dazu leisten kann, die Integration der Welten voran zu treiben.   

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