Startup-Finanzierung

4 Crowdfunding Modelle und ihre Plattformen
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Crowdfunding ist nicht gleich Crowdfunding. Welche Art der Schwarmfinanzierung eignet sich am besten für euer Projekt und welches ist die richtige Plattform, um eine Kampagne zu starten?

Crowdfunding ist mittlerweile eine sehr populäre Art und Weise geworden, um Kapital für ein Projekt oder Produkt zu sammeln. Das liegt daran, dass man sich nicht erst einmal auf die Suche nach einem Investor machen muss, der das Projekt unterstützt, sondern kann sie direkt an die Crowd wenden. Die Crowd ist eine unbestimmte Vielzahl von Personen, die mit kleinen oder großen Summen den Unternehmer finanziell bei der Umsetzung des Projekts unterstützen.

Crowdfunding boomt

Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter, Seedmatch oder Indiegogo boomen und bringen neben dem Schwarm-finanzierten Kartoffelsalat immer wieder erfolgreiche Produkte und Projekte hervor, so zum Beispiel die Smartwatch Pebble, die kürzlich mal wieder einen neuen Crowdfunding-Rekord aufgestellt hat und in knapp 50 Minuten schon die 1 Millionen-Dollar-Marke geknackt hat. Die Kampagne insgesamt wurde mit 10.266.846 Dollar abgeschlossen. Weitere erfolgreiche Projekte sind die Kühlbox the Coolest, die mit 13.285.226 abgeschlossen hat oder auch der Mini-Server Maya von Protonet, bei dem 3.000.000 Dollar zusammenkamen.

immer mehr schwarmfinanzierte Projekte

Die Zahl des via Crowdfunding eingesammelten Kapitals wächst rasant. Laut Statista haben die Crowdfunding-Plattformen im vierten Quartal des letzten Jahres 2,4 Millionen Euro eingesammelt. Im dritten Quartal waren es sogar 2,84 Millionen Euro.

Statistik: Durch Crowdfunding eingesammeltes Kapital in Deutschland in den Jahren 2011 bis 2014 nach Quartalen (in Millionen Euro) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Auch die Anzahl der durch Crowdfunding erfolgreich finanzierten Projekte steigt seit 2010 kontinuierlich an. Im letzten Quartal konnten 2.646 Projekte Kampagnen erfolgreich abgeschlossen werden. Im Vorjahresquartal lag die Zahl noch bei 1.588.

Die vier verschiedenen Crowdfunding-Modelle

Crowdfunding ist jedoch nicht gleich Crowdfunding. Es gibt verschiedene Finanzierugsmodelle, die sich für unterschiedliche Projekte eignen. Im Crowdfunding Industry Report 2012 hat man vier verschiedene Arten der Schwarmfinanzierung definiert.

  • Equity-Based Crowdfunding
  • Lending-Based Crowdfunding
  • Rewards-Based Crowdfunding
  • Donation-Based Crowdfunding

Hier ein kleiner Überblick über die einzelnen Modelle.

Equity-Based Crowdfunding

Beim Equity-Based Crowdfunding geht es um Unternehmensanteile. Daher ist diese Form der Finanzierung vor allem für Startups interessant. Die Geldgeber investieren in das Unternehmen oder Projekt und bekommen dafür entsprechende Unternehmensanteile. Natürlich hoffen die Geldgeber, dass sich durch die Investition auch der Wert des Unternehmens steigert, so dass sie bei einem erfolgreichen Exit des Startups Gewinn mit ihren Anteilen machen können.

Lending-Based Crowdfunding

Bei dieser Finanzierungsform leihen die Investoren dem Kampagnen-treibenden quasi Geld in Form eines Kredits. Das Kapital, das durch diesen Kredit in das Projekt investiert werden kann, muss nach einer bestimmten Zeit zu einem bestimmten Zinssatz auch wieder zurückgezahlt werden. Je nach Höhe des Risikos steigt natürlich auch der Zinssatz. Der Vorteil dieser Finanzierung auf Kredit-basis liegt vor allem darin, dass sich Unternehmen oder Erfinder nicht mit den Banken oder skeptischen Geldgebern auseinandersetzen müssen, die erst einmal von der Idee überzeugt werden müssen und das Risikokapital nur bei entsprechenden Sicherheiten rausrücken.

Reward-Based Crowdfunding

Dieses Finanzierungsmodell basiert auf Gegenleistungen zwischen Kampagnentreiber und Geldgeber und wird auch von Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo benutzt. Es eignet sich besonders gut für Erfinder oder Unternehmen, die ein bestimmtes Produkt auf den Markt bringen wollen. Die Investoren zahlen einen bestimmten Betrag und bekommen im Gegenzug ein Dankeschön zugesandt. Dies kann je nach Höhe des Betrags ein kleines Gimmick wie Postkarte oder T-Shirt sein, das Produkt selbst oder gar ein Flug zum Unternehmenssitz sein.

Donation-Based Crowdfunding

Spenden für Projekte, das ist die Idee hinter dem Donation-Based Crowdfunding. Hier investieren Geldgeber ohne Gegenleistung. Diese auf Wohltätigkeit basierende Finanzierung eignet sich vor allem für gemeinnützige Projekte.

Siehe auch: Kickstarter-Kampagne – 11 Tipps für erfolgreiche Finanzierung

Die richtige Plattform für die verschiedenen Projekte

Für jede Crowdfunding-Art gibt es entsprechende Plattformen. Startups und Unternehmen, die eine Finanzierung durch Anteilsabgabe suchen, starten ihre Kampagne am besten auf Seedmatch, United Equity, Companisto oder Innovestment. Häufig gibt es aber auch spezielle Plattformen für bestimmte Unternehmensbereiche. Eine recht detaillierte Liste der Equity-Based Crowdfunding Plattformen hat der Crowdfunding-Blog zusammengestellt. Für kreditfinanzierte Projekte gibt es Lendico, Finmar oder Auxmoney.

Wie schon oben erwähnt sind die Plattformen Kickstarter, das deutsche Kickstarter-Pendant Startnext oder Indiegogo am besten für kreative Projekte und Produktentwicklungen geeignet. Diese unterscheiden sich aber teilweise in der Kampagnendauer. So wird bei Kickstarter Geld über einen bestimmten Zeitraum gesammelt, an dessen Ende eine vorher festgelegte Summe zusammen kommen muss. Nur wenn diese erreicht ist, gilt die Kampagne als erfolgreich abgeschlossen und das Geld wird erst dann auch wirklich investiert. Bei Indiegogo allerdings ist das Ende nicht begrenzt, so dass über einen beliebig langen Zeitraum Kapital eingesammelt werden kann.

Wer Förderung für ein gemeinnütziges Projekt sucht, der kann eine Kampagne auf betterplace.de starten. Hier gibt es schon über 12.500 Projekte auf lokaler oder globaler Ebene, die es zu unterstützen gilt. Auch Indiegogo hat im letzten Jahr mit Indiegogo Life eine Fundraising-Plattform gestartet, auf der man privat Geld für Notfälle, medizinische Ausgaben, Feierlichkeiten oder andere Lebensereignisse sammeln wollen. Auf alle Projekte dieser Art werden keine Gebühren erhoben, sodass die Initiatoren mehr vom gesammelten Geld behalten können.

 

Aufmacherbild: Hand holding golden coins concept on blue background. Business concept. via Shutterstock / Urheberrecht: Gonzalo Aragon

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