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Adblock Browser jetzt auch für iOS
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Um lästige Werbung im Netz zu blockieren, nutzen User immer häufiger Content Blocking Extensions. Für das iPhone oder iPad ist nun ebenfalls Adblock zu haben, allerdings nur als Browser-App. Der Dienst ist kostenlos. Was steckt dahinter?

Im Juni machte das hartnäckige Gerücht die Runde, dass mit dem neuen mobilen Betriebssystem iOS 9 Content Blocking Extensions für den Webbrowser Safari verfügbar sein werden. Ob auch die kommerzielle Extension Adblock künftig auf dem iPad und iPhone mit Safari benutzt werden kann, wird sich nach der heutigen Apple Keynote beziehungsweise nach der Veröffentlichung von iOS 9 herausstellen. Für den Fall, dass die Extension jedoch nicht mit Safari so einfach kompatibel ist, haben die Entwickler von Adblock bereits Vorsorge geleistet: Vorab wurde ein alternativer Browser für iOS und Android vorgestellt, mit dem sich nicht nur Werbeinhalte ausblenden, sondern auch Malware-Blockierungen vornehmen und die Akku-Laufzeit sparen lassen soll. Unter iOS 8 und späterhin unter iOS 9 könnten Nutzer statt auf ein Plugin gleich auf den Adblock Browser setzen. Laut Herstellerangaben von Eyeo soll der Stromverbrauch durch die Blockierung von Werbeeinblendungen um über 20 Prozent beim mobilen Surfen vermindert werden. Zudem soll der Browser auch das Tracking der Nutzerbewegungen durch Seitenbetreiber unterbinden. Wie das Plugin Adblock Plus ist auch die Browser-App kostenlos.

Was steckt hinter Adblock?

Der Browser erfordert Zugriff auf die Kamera, das Mikrofon und den genauen Standort. AdBlock wirbt damit, dass die privaten Daten der rund 400 Millionen bisherigen Plugin-User garantiert nicht gesammelt werden – ob dies auch für den AdBlock Browser gilt, ist hinsichtlich der Freigaben jedoch fraglich. Zwar hat sich Eyeo auf die Fahne geschrieben, für fairere Werbung im Netz zu sorgen und „Acceptable Ads“ mit AdBlock Plus eingeführt, doch ist das Geschäftsmodell nicht frei von Kritik. Während außerdem vermutet wird, dass die Extension womöglich für Safari unter iOS 9 kostenpflichtig werden könnte, geht schon seit einiger Zeit der Verdacht um, dass AdBlock sich über bezahlte Content-Freigaben durch Whitelists finanziert. So soll Google bereits im vergangenen Jahr zweistellige Millionenbeträge dafür ausgegeben haben, seine Produkte durch die Whitelists als „Acceptable Ads“ freigeben zu lassen. Wer also die nötigen Mittel hat, kann sich gewissermaßen zwischen den Blockierungen freikaufen. Ein weiteres Problem ist die Veränderung des Anzeigengeschäfts im Internet durch Werbeblocker. Vor allem Redaktion sind darauf angewiesen, dass Anzeigen vom Leser wahrgenommen werden, da sie ihren Content hierüber finanzieren. Adblocker bedient das Bedürfnis der User, sich vor unerwünschter Werbeüberfrachtung zu schützen und schneller zu surfen. Doch die Konsequenzen für das Ökosystem des Internets sind noch nicht abzusehen, wenn das werbefinanzierte Modell an Einfluss verliert. User des Adblock Browsers können jedoch selbst Einfluss auf die Whitelist nehmen, so dass sie letztlich entscheiden, auf welchen Seiten ihnen Werbung ausgespielt wird.

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