Internetrecht

AdWords: Abmahnung bei unzutreffenden Inhalten
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Mit Google AdWords Anzeigen lässt sich Kundschaft auf die eigene Website bringen und so der Traffic erhöhen. Trotzdem sollte man in der Anzeige nichts versprechen, was man nicht halten kann. Deckt sich der Text der Anzeige nicht mit den Inhalten, die dahinter stehen, kann es sogar zu einer Abmahnung führen. Rechtsanwalt Rolf Albrecht erklärt die aktuelle Gesetzeslage.

Inhalte von Google-AdWords-Anzeigen müssen zutreffend sein. Ist dies nicht der Fall, so sind die Aussagen im Rahmen des AdWords-Textes irreführend. Dies zeigt eine Entscheidung des Landgerichtes Düsseldorf (Urteil vom 6. Mai 2015, Az.: 12 O 337/14).

Ein Preisvergleichsurteil für Hotelübernachtungen hat im Rahmen einer AdWords-Darstellung eine bestimmte Anzahl von buchbaren Hotels für eine Stadt angegeben. Wenn und soweit dann der Internetnutzer über die AdWord-Anzeige auf die Internetseite des Portals gelangte, musste festgestellt werden, dass die Anzahl der buchbaren Hotels unterhalb der im AdWord-Text beworbenen Anzahl lag.

Hier sahen die Richter des Landgerichtes Düsseldorf eine wettbewerbsrechtliche Irreführung und begründeten wie folgt:

„…Der angesprochene Verkehrskreis, zu dem die Kammer selbst zählt, geht aufgrund der Anzeige einer konkreten Anzahl von Hotels bei der Suchmaschine „H“, wie sie am 30.07.2014 erfolgte, davon aus, dass mit der Anzeige die Gesamtzahl der bei der Beklagten angemeldeten Hotels in dem jeweiligen Ort angezeigt wird, mithin die Beklagte bei ihrem Preisvergleich grundsätzlich auf diese Anzahl von Hotels zugreifen und die auf den jeweiligen Kunden passenden Hotels aus dieser Gesamtzahl herausfiltern kann. Aufgrund des Umstandes, dass der interessierte Kunde im Zeitpunkt der Suchanfrage bis auf den Ort keine weiteren Suchkriterien (insbesondere das Reisedatum) angegeben hat, geht er gerade nicht davon aus, dass bei der bei der Suchmaschine angegebenen Hotelanzahl etwaige individuelle Wünsche bereits Berücksichtigung gefunden haben…“

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, sodass hier eine abweichende Verurteilung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf möglich wäre.

Praxistipp:

Grundsätzlich gilt, dass Angaben im Text einer bezahlten Werbeanzeige in Internetsuchmaschinen stets zutreffend sein sollten. Wenn dies nicht der Fall ist, sind wettbewerbsrechtliche Abmahnungen möglich.

Aufmacherbild: BANGKOK – CIRCA FEBRUARI, 2015 – Google AdWords is an online advertising service that enables advertisers to compete to display brief advertising copy to web users, based on keywords. via Shutterstock / Urheberrecht: Mon’s Images

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