Virale Aufklärungskampagne

AIDS-Kampagne: Magazin mit infiziertem Blut gedruckt
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Das Männer-Magazin Vangardist hat eine ganz eigene Kampagne entwickelt, um auf die Immunkrankheit AIDS aufmerksam zu machen und das Stigma, unter dem die Erkrankten leiden, zu brechen.

Das österreichische Männermagazin Vangardist hat seine neuste Ausgabe mit HIV-positivem Blut drucken lassen. Man will mit dieser AIDS-Kampagne das Tabu brechen, mit dem die Krankheit seit langem stigmatisiert wird.

Für den Leser sei es absolut ungefährlich, das Magazin in die Hand zu nehmen und zu lesen, versichern die Macher des Vangardist. Genau hier liegt der Punkt. An AIDS erkrankte Menschen können in Ländern mit hohem medizinischem Versorgungsstandard ein normales Leben führen, werden aber dennoch von der Gesellschaft ausgeschlossen, aus Angst vor einer potentiellen Ansteckung.

„Now the Issue is in your Hands“

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Blut und Tinte vermischen sich   ©Vangardist

Die Tinte für die auf 3.000 Stück limitierte Ausgabe des Queer-Magazins wurde mit Blut von Menschen vermischt, die mit dem HI-Virus infiziert sind und ihr Blut eigens für diesen Zweck gespendet hatten. Die Kampagne soll vor allem zum Nachdenken anregen – „Würde ich dieses Magazin anfassen?“ – und natürlich die Immunschwächekrankheit AIDS ins Gedächtnis der Leser rufen.

Die Kampagne mit Namen HIVHEROES polarisiert. Schon auf Grund ihrer Radikalität hat die Kampagne großes Potential auch im Netz viral zu gehen. Dabei wird nicht nur die gedruckte Ausgabe als Medium genutzt; die Kampagne ist auf der Homepage www.hivheroes.org multimedial aufbereitet. Neben Portraits und verschiedenenen Youtube-Videos gibt es auch einen Hashtag, unter dem sich die Twitter-Gemeinde zu dem Thema auslässt. Die Reaktionen, die unter #HIVHEROES gepostet werden, sind positiv.

Neben den „infizierten“ Magazinen gibt es eine ganze Reihe weiterer Aufklärungs-Kampagnen, mit der mit Hilfe der Medien das Bewusstsein der Bevölkerung für die Krankheit geschärft werden soll, zum Beispiel die zur Zeit allgegenwärtigen „Gib AIDS keine Chance“ Plakat-Aktion. Neben Printmedien zu dem Thema findet man auch TV- und Radio-Spots sowie Aufklärungsangebote im Netz. Die Reichweite dieser umfassenden Kampagnen ist groß, so sind im Jahr 2013 ganze 87 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Aufklärungsmaterial in Kontakt gekommen. Nichtsdestotrotz waren es drei Jahre zuvor noch 97 Prozent.

Statistik: Reichweite von HIV/AIDS-Aufklärungsmedien in der deutschen Bevölkerung in den Jahren von 1991 bis 2013 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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