Gerätehersteller überspringen Provider

Android beeinflusst das Kaufverhalten der Nutzer
Kommentare

Android ist weltweit das beliebteste und meistverbreitete mobile Betriebssystem. Doch Google hat mehr als nur eine erfolgreiche und quelloffene Software entwickelt. Den größten Einfluss übt das System auf das Kaufverhalten der Nutzer aus.

Vor zehn Jahren hat Google Android gekauft und 2008 offiziell veröffentlicht. Seitdem geht die Erfolgskurve steil nach oben. Heutzutage ist das mobile Betriebssystem unangefochtener Marktführer. Doch mit der Einführung von Android hat Google den Markt nicht nur auf Ebene der Softwareentwicklung verändert, sondern auch das Kaufverhalten der amerikanischen Konsumenten stark beeinflusst.

Gerätehersteller überspringen Provider

Immer mehr Hersteller verzichten auf Zwischenhändler und verkaufen ihre Geräte direkt an ihre Kunden. Was Google mit dem Verkauf ihrer Nexus-Reihe über den hauseigenen Play Store begonnen hat, wurde von Firmen wie Motorola oder Huawei übernommen. Das derzeit prominenteste Beispiel ist der chinesische Smartphone-Hersteller OnePlus, der mit seiner restriktiven Invite-Politik die Nachfrage nach seinen Devices hochtreibt. Aber auch Firmen wie Apple verkaufen ihre neusten Geräte-Upgrades mittlerweile direkt an die Verbraucher.

Netzbetreiber als Verlierer

In erster Linie geht die neue Absatzstrategie der Hersteller zu Lasten der Netzbetreiber. Der Kauf eines mobilen Devices fällt immer seltener mit dem Abschluss eines Tarifvertrages zusammen. Dadurch verlieren die Provider schrittweise die Kontrolle über die Geräte in ihren Netzen.

Viele Betreiber schrauben deswegen den Kunden- und Geräteservice weiter zurück. Eine Entwicklung, die angesichts der fallenden Gewinne durch niedrigere Tarifpreise durchaus nachzuvollziehen ist. Immer öfter werden die Nutzer jedoch ohne Angabe weiterer Gründe direkt an die Hersteller verwiesen. Viele Unternehmen setzen daher auch weiterhin auf einen umfänglichen Service, um trotz des veränderten Kaufverhaltens ihre Kunden langfristig zu binden.

Zum Vorteil der Kunden

Der Kontrollverlust seitens der Provider wirkt sich positiv auf die Gerätesicherheit aus. Software-Updates können deutlich rascher verteilt und dadurch kritische Sicherheitslücken – wie zuletzt etwa Stagefright – schneller als bisher geschlossen werden.

Preislich wird das neue Modell allerdings kaum eine Veränderung bringen. Spekuliert werden kann, ob die durch Mengeneinkäufe erzielten Rabatte der Provider über kurz oder lang die Hersteller dazu zwingen, ihre Geräte günstiger anzubieten. Sicher ist jedoch, dass die Kaufabwicklung insgesamt transparenter wird, da die Kosten nicht mehr länger in einem Vertrag mit fester monatlicher Rate gebündelt sind.

Auch wenn sich an den Kosten kaum etwas ändert: Die Kunden können durchaus Geld sparen. Ohne feste vertragliche Bindung ist das Upgrade auf ein neues Gerät deutlich einfacher und nicht mit Folgekosten oder Kündigungsgebühren verbunden. Ebenfalls fällt ein Providerwechsel leichter und erlaubt eine schnelle Umstellung des Vertrags oder die Inanspruchnahme besonderer Vorteile anderer Anbieter. Sogar Personen, die ihr Gerät länger als zwei Jahre benutzen, können durch das neue Distributionsmodell profitieren.

Aufmacherbild: Close-up shot of brand new Google Nexus 5 via Shutterstock / Urheberrecht: Bloomua

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -