Quartalsbericht

Apple: Börsenverlust trotz Umsatzplus
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Das iPhone und die Mac-Sparte halten Apple weiterhin auf Erfolgskurs und bescheren dem Unternehmen Rekordumsätze. Die Börse hat das Versteckspiel Apples durchschaut und quittierte die diffusen Äußerungen mit Aktienkursverlusten.

Als gestern die Rekordzahlen für das dritte Fiskalquartal von Apple bekannt wurden, blieb die Feststimmung an der Börse trotz Umsatzsteigerungen von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Selbst die Gewinnsteigerung von 38 Prozent konnte nicht verhindern, dass der Aktienwert von Apple nun fünf Prozent unter dem Wert vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen liegt. Direkt nach der Veröffentlichung sei die Aktie bei Börsenschluss um 8 Prozent abgerutscht, was laut der Welt unversehens 50 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung gekostet habe. Woher kommt die Enttäuschung der Börsianer trotz guter Zahlen?

Umsatzplus und trotzdem Börsenminus

Apples Umsatz von 49,6 Milliarden US-Dollar geht maßgeblich auf die internationalen Verkäufe zurück, die um 64 Prozent des gesamten Umsatzes ausmachen. Ein Großteil davon durch den Verkauf der iPhones zurück. Ganze 47,5 Millionen Exemplare hat das Tech-Unternehmen weltweit verkauft, was einen Umsatzplus von 59 Prozent ausmacht. Auch die Mac-Sparte legte zu: 4,8 Millionen Exemplare, das sind rund 8,7 Prozent mehr Geräte als im Vorjahr. Der iPad-Absatz ging wie befürchtet weiter zurück – um ganze 17,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr trotz 10,9 Millionen verkauften Geräten. Doch das scheint nicht der Auslöser des Börsenverlusts gewesen zu sein.

Steht die Apple Watch im gleichen Schatten wie das iPad?

Die Apple-Bilanz ist vor allem an dem Erfolg des iPhone gebunden. Dahingehend wollte das Unternehmen sich jedoch in Zukunft breiter aufstellen und setzte da vor allem auf die Apple Watch. Die wurde jedoch nicht separat in dem Quartalsbericht aufgeführt, sondern nur unter „Anderen“ verbucht, worunter auch Apple TV und der an Einfluss verlierende iPad gehören. 2,64 Milliarden Dollar seien über diese Sparte erwirtschaftet worden – das ist fast eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Für die Börsianer offensichtlich nicht genug. Denn im letzten Quartal lagen die Einschätzungen zum Umsatz im Durchschnitt bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Apple selbst gibt sich wie so oft geheimnisvoll und verweist darauf, dass man der Konkurrenz nicht in die Hände spielen wolle mit den offiziellen Zahlen. Außerdem habe die Watch schließlich den Umsatzverlust von iPod und Apple TV kompensiert. In der New York Times heißt es, dass man sich offensichtlich mehr vom Feriengeschäft beim Verkauf der Watch als schönes Accessoire erhoffte. Langfristig sei das Produkt aber gut aufgestellt.

Indem sich schon heute viele die Frage stellen, was sie langfristig mit einem iPad anfangen sollen, das mehr als Spielzeug denn als Arbeitswerkzeug dient, dürften sich viele die gleiche Frage bei der Apple Watch stellen, die manch einem Nutzer wie der verlängerte Arm des iPhones vorkommt, aber durch seine Funktionalität nur bedingt überzeugen kann.

Aufmacherbild: hand wearing elegant smartwatch with clock app via Shutterstock, Urheberrecht: guteksk7

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