Mobile-Payment: Apple Pay, PayPal Venmo und Cringle

Apple plant Bezahlfunktion für Mobile-to-Mobile
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Schnell ein paar Euro per Smartphone an Freunde überweisen – Mini-Zahlungsfunktionen ohne umständliche Banküberweisung sind gefragt. PayPal Venmo ist in den USA bereits recht verbreitet, in Deutschland bietet Cringle eine solche App. Apple Pay könnte bald nachgerüstet werden. Ein Überblick zu Angebot und Nachfrage.

In Sachen Mobile Payment hat Apple Pay global die Nase vorn. Erst vergangene Woche teilte das Unternehmen aus Cupertino mit, dass die NFC-Bezahlmethode 2016 Australien, Hong Kong und Spanien erreichen wird. Während für Deutschland noch nicht fest steht, wann Apple Pay kommt, plant das Unternehmen offenbar schon die nächste mobile Bezahlfunktion. Dem Wall Street Journal zufolge sollen damit kleine Geldsummen direkt von Device zu Device beziehungsweise Person zu Person verschickt werden können, ohne dass der Weg über die Bank oder umständliche Überweisungen genommen werden muss. Apple befinde sich noch in Verhandlungen mit den Banken. Ob die Mini-Bezahlfunktion Teil von Apple Pay wird und auch ohne Kreditkarte funktioniert, ist noch ungewiss. Sicher ist nur, dass eine solche Funktion durchaus gefragt ist – vor allem bei der jüngeren Generation, die vielleicht noch nicht über eine Kreditkarte verfügt.

Geldtransaktionen per App vereinfachen

Sollte Apple eine Funktion für mobile Geldtransaktionen hierzulande einführen, würde vermutlich zunächst die Frage nach den Sicherheitsvorkehrungen aufkommen. Das Berliner Startup Cringle zeigt bereits in seiner mobilen Lösung, dass Kleinstbeträge komfortabel und sicher per App unter Freunden hin und her geschickt werden können. Bestes Beispiel: Jemand besorgt Kinokarten für die ganze Gruppe und hat dann die Arbeit mit dem lästigen Einsammeln der einzelnen Beträge. Cringle will den Vorgang verkürzen. Das eigene Bankkonto wird dazu mit der Mobilfunknummer des Smartphones (iOS und Android) verbunden. Dann muss nur ein Kontakt aus dem Telefonbuch ausgewählt werden und der Betrag kann nach Eingabe einer selbsterstellten Geheimzahl überwiesen werden. Durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung soll der Vorgang sicher sein. Überweisungen sollen sogar an Freunde vorgenommen werden können, die nicht die App installiert haben. Wer über ein Konto bei der Deutsche Kredit Bank (DKB) verfügt, kann bis zu 250 Euro monatlich kostenfrei verschicken und bis zu 2.500 Euro erhalten. Die App bietet zudem die Möglichkeit, alle Transaktionen einzusehen und Freunde auf noch ausstehende Schulden aufmerksam zu machen.

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Wird Apple das Mobile Payment Segment erobern?

Die Lastschriften und Überweisungen werden von der Deutschen Kreditbank AG abgewickelt. Leider dauert die tatsächliche Gutschrift auf dem Konto genauso lange wie bei einer händischen Online-Überweisung. Anfänglich wurden 20 Cent pro Transaktion fällig. Mittlerweile wird die App als komplett kostenlos angeboten und hat zudem in der Kategorie Startup B2C den Kunden-Innovationspreis 2015 gewonnen. Cringle beweist, dass Smartphone-Bezahlungen auch hierzulande schon einfach handhabbar sind. Sollte jedoch Apple auf den Markt drängen, könnte es für etablierte Angebote eng werden. Der Launch von Apple Music etwa hat gezeigt, dass sich Platzhirsche wie Spotify oder Deezer fortan denMarkt mit dem Tech-Giganten teilen müssen.

PayPal hätte das passende Angebot und Renommee

Business Insider vergleicht Apples neuen Bezahldienst mit PayPal Venmo. Der Sofort-Bezahldienst erlaubt ebenfalls Mobile-to-Mobile-Überweisungen. Die digitale Geldbörse wird ebenfalls gerne genutzt, um Rechnungen unter mehreren Beteiligten auseinanderzuklamüsern und direkt die passenden Beträge zu überweisen. In den USA sind darüber hinaus Überweisungen mit einem Venmo-Account an eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse von Bekannten möglich. Ein deutsches Angebot gibt es noch nicht. Einer Studie von Mücke, Sturm & Company und How2Pay zufolge soll PayPal hierzulande der beliebteste Mobile-Payment-Dienst sein. Ein entsprechendes Angebot über Venmo könnte also dankend angenommen werden.

Vorteile und noch bestehende Herausforderungen für den Markt

Die Vorteile durch diese Mobile-Payment-Dienste sind naheliegend: Schnelle Abwicklung mit dem Smartphone unter Freunden und Bekannten und kostenlose Transaktionen. Vor allem Jugendliche dürften an einem solchen Bezahlsystem Gefallen finden, oder diejenigen, die keine Kreditkartenangaben hinterlegen möchten. Dennoch wird ein solcher Dienst letztlich über eine Bank beziehungsweise einen Finanzdienstleister abgewickelt werden müssen. Hierfür braucht es Verifikationen und Sicherheitsvorkehrungen. Dass die Überweisungen mit Verzögerungen bei der Gutschrift vonstatten gehen, dürfte insbesondere jüngere User, die nur über kleinere Geldmengen verfügen, stören. Apple hat also die Möglichkeit, aus den bisherigen Anwendungen auf den Markt die besten Lösungen zu übernehmen und die Usability noch weiter zu verbessern. Kann die Umsetzung überzeugen, ist die Verbreitung und Durchsetzung gewiss.

Aufmacherbild: Mobile payment and smart device with NFC technology via Shutterstock, Urheberrecht: Nawa Yantha

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