Arbeitskultur

Arbeiten ohne Büro: Buchtipp
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Überhall hört man von der neuen Arbeitskultur, geprägt von Begriffen wie Agiliy, Flexibilität oder Homeoffice. Womit und wann fängt die neue Arbeitswelt überhaupt an? Indem wir einfach das Büro verlassen und uns zum Arbeiten in’s Café setzen? Ist uns freigestellt wie uns wo wir künftig arbeiten wollen?

Das Buch „Out of Office – Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen“ befasst sich mit flexible Arbeitsmodellen und offener Unternehmenskulturen. Wir erleben den wohl größten Wandel in der Arbeitswelt seit der industriellen Revolution, angestoßen vor allem durch moderne Technologien“, schreiben die Autoren Dr. Elke Frank und Dr. Thorsten Hübschen. „Schreibtischarbeit im Büro verliert an Bedeutung, Mitarbeiter können dank mobiler Geräte und Cloud-Services unabhängig von Zeit und Ort tätig sein.“ Laut „Forecast 2025“ vom Fraunhofer IAO sind zwei Drittel der befragten Experten der Ansicht, dass feste Unternehmensstrukturen in Zukunft aufbrechen werden – und das in allen Unternehmensbereichen.

Noch sieht die Wirklichkeit jedoch anders aus: Eine Hays-Studie von 2013 zeigt, dass knapp 40 Prozent der dafür befragten Wissensarbeiter (noch) nicht selbst bestimmen können, wann und wo sie arbeiten; 74 Prozent sagen: Arbeit ist an feste Regeln und vorgegebene Unternehmensprozesse gebunden.
Das ist nicht nur unbefriedigend für die Wissensarbeiter, sondern auch schlecht für den Standort Deutschland.

Unternehmen haben jetzt die Chance, ihre Organisationen und Prozesse zukunftsorientiert auszurichten und so neue Produktivität freizusetzen. Für den Weg in die neue Arbeitswelt konzentrieren sich die Autoren auf drei Aspekte, die zusammen zum Ziel führen: „Nur das orchestrierte Zusammenspiel von Mensch, Ort und Technologie versetzt uns in die Lage, die Arbeit neu zu erfinden“, so Dr. Elke Frank und Dr. Thorsten Hübschen in ihrem Buch.

Im Mittelpunkt der Veränderung von Büroarbeit stehen die Menschen, die flexibles, selbstbestimmtes und weitgehend hierarchiefreies Arbeiten fordern. „Büro“ – das wird in Zukunft eher eine Metapher für den Ort sein, an dem Mitarbeiter produktiv sind. „Die Bedeutung des festen Arbeitsplatzes nimmt ab, je mobiler und flexibler wir arbeiten“, kommentiert Dr. Elke Frank. „Grundlage für diesen Wandel und die erfolgreiche Umsetzung einer damit einhergehenden neuen Arbeitskultur sind Vertrauen und eine offene, mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur.“

Damit einher geht die zunehmende Entwicklung von mobilen Technologien für das neue Arbeiten: Mit Anwendungen wie Yammer und Skype for Business ist produktives Arbeiten an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich. „Es muss Aufgabe von Unternehmen und Dienstleistern sein, die bestmögliche technische, strukturelle und kulturelle Ausstattung für die Wissensarbeit zu schaffen“, sagt Dr. Thorsten Hübschen. „Denn zufriedene und produktive Mitarbeiter machen im internationalen Wettbewerb den Unterschied – das nenne ich Produktivität 4.0.“



Aufmacherbild: Young professional couple working together  via Shutterstock / Urheberrecht: Pekic

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