Digitale Wirtschaft

Deutsche Börse will Wachtumsunternehmen fördern
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Wirtschaftminister Gabriel fordert ein neues „Börsensegment 2.0“. Im Gegenzug startet die Deutsche Börse jetzt eine vorbörsliche Plattform, die Startups und Investoren zusammenbringen soll. Ziel ist es, die Abwanderung von Tech-Unternehmen an die amerikanische Börse zu vermeiden.

Die Deutsche Börse will zukünftig Startups und jungen Wachtumsunternehmen unter die Arme greifen. Auf einer vorbörslichen Plattform mit dem Namen „Deutsche Börse Venture Network“ sollen Investoren und Startups zusammengeführt werden. Im Juni diesen Jahres soll die Finanzierungshilfe starten.

Vorbörsliches Förderprogramm statt neues Segment

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte zur Unterstützung der jungen Tech-Unternehmen ein neues „Börsensegment 2.0“ gefordert. Nachdem 1997 schon der „Neue Markt“, ein Börsensegment, das sich den neuen Technologien wie IT und Telekommunikation widmen sollte, gescheitert war, hat die Deutsche Börse ein neues Segment offensichtlich abgelehnt und im Gegenzug Deutsche Börse Venture Network ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich nach eigenen Angaben nicht um ein neues Börsensegment, sondern um ein Programm, das sich aus einer nicht-öffentlichen Onlineplattform zur Anbahnung von Finanzierungsrunden sowie aus verschiedenen Trainings-und Networking-Veranstaltungen zusammensetzt.

„In unserer Rolle als Bindeglied fördern wir den Austausch zwischen Unternehmen und Investoren frühzeitig und stellen unser komplettes Kapitalmarktwissen zur Verfügung“, sagt Dr. Martin Reck, Leiter des Kassamarktes der Deutschen Börse. „Um dabei zu helfen, strukturelle Zugangs- und Informationsdefizite aufzulösen.“

Deutsche Innovations-Infrastruktur verbessern

Vor allem junge Technologieunternehmen sollen durch die Plattform möglichst früh einen Zugang zu Kapital bekommen, um wachsen zu können. Dies ist besonders wichtig, um den Innovationsstandort Deutschland voranzutreiben und um in Zukunft auf dem digitalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben.

Vor allem Tech-Unternehmen aus den USA und Amerika sind gerade dabei, uns in der Digitalisierung der Wirtschaft und hinsichtlich digitaler Innovationen abzuhängen. In der dortigen Gründerszene herrscht nicht nur ein anderes Verständnis, wenn es ums Scheitern und sich ausprobieren geht, sondern auch die Innovationsinfrastruktur ist besser ausgebaut. So wandern schon jetzt viele Deutsche Startups ins Silicon Valley ab, um dort den Börsengang zu wagen.

Wer kann sich bewerben?

Nicht jedes Startup kann sich für die Plattform qualifizieren. Gesucht werden Wachstumsunternehmen, die sich „bereits in der Entwicklungsstufe der Spätfinanzierung, der sogenannten Growth-, Late- oder Pre-IPO-Phase befinden und erste unternehmerische Erfolge aufweisen. Zudem werden bestimmte Kenngrößen, z.B. Umsatzwachstum, Unternehmenswert und Profitabilität, für eine Aufnahme auf der Plattform berücksichtigt“, heißt es in der Pressemitteilung der Deutschen Börse.

Es sind bereits die ersten Unternehmen für den Start im Juni ausgewählt. Darunter Auctioata, Hitmeister, brillen.de und Brille24, Kreditech, NFON, Stylefruits, Proteros, reBuy und Swyx. Auf der Seite der Kapitalgeber finden sich internationale Investoren aus den Bereichen Private Equity, Venture Capital, Family Offices, Publikumsfonds sowie vermögende Privatpersonen.

Aufmacherbild: Skyline Frankfurt Evening sun Germany via Shutterstock / Urheberrecht: Bildagentur Zoonar GmbH

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