Arbeiten in Deutschland

Deutsche Wirtschaft: 41.000 IT-Jobs unbesetzt
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Wir brauchen IT-Experten aus dem Ausland. Aber nach der ganzen Debatte um Pegida und Co. muss sich Deutschland noch anstrengen, um ein attraktiver Standort für internationale Fachkräfte zu sein.

Der Fachkräftemangel ist und bleibt ein Problem in der Bundesrepublik und ist seit Jahren unverändert hoch. Gerade was die IT-Branche angeht, herrscht ein großer Bedarf an Experten, der schnell gedeckt werden will, wenn sich Deutschland hier unter die führenden Nationen einreihen will. Was also tun, wenn nicht genug IT-Spezialisten aus den eigenen Unis und Ausbildungsbetrieben nachrücken?

Software Entwickler für IT-Jobs gesucht

Wir brauchen mehr Fachkräfte aus dem Ausland. So lautet die Empfehlung, die der Hightech-Verband BITKOM ausspricht. Es müsse noch mehr unternommen werden, um Deutschland zu einem attraktiven Standort für die IT-Internationals zu machen. Aktuell fehlen in Deutschland ganze 41.000 IT-Spezialisten. Das zeigt, dass viele Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichtungen auf der Suche nach Software-Entwicklern sind – eine Konsequenz der allumfassenden Digitalisierung.

Startups müssen weiter internationale Kräfte einstellen

Vor allem die deutsche Start-up-Szene benötigt noch mehr ausländische Beschäftigte und Gründer, um Dynamik und Fortschritt in dem Tempo aufrecht erhalten zu können. Junge Unternehmen mit Mitarbeitern aus mehr als zehn Nationen sind etwa in Berlin, München oder Hamburg keine Seltenheit mehr.

„Um mit internationalen Start-up-Standorten wie London, Tel Aviv oder dem Silicon Valley mithalten zu können, müssen wir uns noch viel stärker für internationale Spezialisten und hochqualifizierte Absolventen aus dem Ausland öffnen“, so BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder.

Schlechte Publicity für Deutschland

Trotz aller Bemühungen steht Deutschland zur Zeit aber weniger wegen seinem Wohlfühl-Klima für ausländische Mitbürger in den Schlagzeilen und die Nachrichten über den Pegida-Aufruhr hat sich auch über unsere Grenzen hinaus verbreitet. Die schlechte Publicity sei ein Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland, meint Rohleder:

„Neben attraktiven Arbeitsplätzen und möglichst unbürokratischen Zuwanderungsregeln müssen sich Interessenten aus dem Ausland hier auch willkommen fühlen. Die derzeit aufgeheizte, lautstarke Bewegung gegen ausländische Mitbürger und Zuwanderer ist nicht nur abstoßend, sie schadet der Wirtschaft. Zuwanderung ist eine Chance für unsere Wirtschaft wie für unsere gesamte Gesellschaft“

Zur Studie

Einer Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Business-Netzwerks LinkedIn zufolge sind inzwischen in jedem sechsten Unternehmen (17 Prozent) Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland beschäftigt. Unter den Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind sogar in jedem zweiten Unternehmen (51 Prozent) Fachkräfte einer anderen Nationalität. Jedes neunte Unternehmen (11 Prozent) plant, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren, unter den Großunternehmen sind es sogar rund zwei Drittel (64 Prozent).

 

Aufmacherbild: Berlin Skyline Winter City Panorama with snow and blue sky – famous landmark in Berlin, Germany, Europe via Shutterstock / Urheberrecht: BerlinPictures

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