App-Store-Analyse

Diese Reise-Apps stehen bei deutschen Usern hoch im Kurs
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Immer mehr Reisen werden über Smartphones und Tablets gebucht und geplant. Was aber macht eine gute Reise-App aus? Jan Wolter von Testing-Dienstleister Applause erklärt, warum welche Reise-Apps beliebter sind als andere.

Die Reiseindustrie befindet sich mal wieder an einem Wendepunkt. War es vor ein paar Jahren der Einzug des internetfähigen PCs in die deutschen Wohnzimmer, der Neckermann-Katalog und Reisebüro ordentlich zu schaffen gemacht hat, sind es heute Smartphones und Tablets, die für Planung und Buchung des Jahresurlaubs immer wichtiger werden. Laut einer von Tripadvisor durchgeführten Studie setzen weltweit schon 42 Prozent aller Urlauber bei den Reisevorbereitungen auf ihr Smartphone. Kein Wunder also, dass es mittlerweile unzählige Apps gibt, die ihnen das Leben erleichtern wollen.

Für Dienstleister und Unternehmen der Reisebranche, die mit ihren Anwendungen überzeugen und sich von der Konkurrenz abheben möchten, bedeutet das: Qualität ist der entscheidende Faktor. Nur wenn Marken es verstehen, die User Experience so überzeugend wie möglich zu gestalten, kann es gelingen, Nutzer langfristig zu binden. Doch welche mobilen Anwendungen kommen momentan wirklich bei den Usern an?

Applause Analytics untersucht Nutzerbewertungen

Um dies herauszufinden, haben wir Bewertungen zu 25 Reise-Apps aus den beiden größten deutschen App Stores (Apple und Google Play) analysiert. Qualifiziert haben sich dabei nur Anwendungen, die mehr als 150 Bewertungen erhalten haben.

Als Grundlage dient das App-Store-Analyse Tool Applause Analytics, das die Stimmung der App-Nutzer misst und diese in einem Score zwischen 0 und 100 zusammenfasst. Mithilfe einer Kontext-Erkennung, hinter der ein Algorithmus steht, werden die beiden größten App Stores Apple und Google Play nach bestimmten Begriffen und Sinneszusammenhängen in Bewertungen und Rezensionen zu den Apps durchsucht. Dabei gilt ein Score zwischen 90 und 100 als ausgezeichnet, sehr gut ist ein Score zwischen 70 und 89. Als schlecht wird ein Score zwischen 0 und 39 eingeordnet.

Buchungsportale und deutsche Airlines punkten, Airbnb eher nicht

Die Ergebnisse zeigen: Vor allem Buchungs-Apps wie Booking.com (iOS: 85, Android: 92), Urlaubsguru (iOS: 95, Android: 91), SkyScanner (iOS: 76, Android: 81) und Urlaubspiraten (iOS: 96, Android: 92) können  Nutzer  überzeugen. Im Durchschnitt erzielen sie einen Score von 75. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wert der 30 Millionen vom Tool weltweit untersuchten Apps liegt bei 67.

Ebenfalls vorne mit dabei sind neben Apps der Sharing Economy wie BlablaCar (iOS: 80, Android: 74) auch Anwendungen deutscher Airlines wie Lufthansa, airberlin und easyjet. Überraschend: Die Auswertung der 40 bekanntesten Reise-Apps unter US-Nutzern zeigt, dass amerikanische Airlines im Vergleich weitaus weniger gut abschneiden. In den USA liegt der durchschnittliche Score für diese Apps überwiegend bei Werten zwischen 7 und 40, in Deutschland zwischen 26 und 69 – ein deutlicher Unterschied. Die Vermutung: Der zunehmende Konkurrenzdruck im westeuropäischen Luftverkehr sorgt hierzulande für eine verbesserte User- und Zielgruppenorientierung.

Die deutschen Nutzer würden sich hingegen von den Apps von Airbnb (iOS: 52, Android: 55) und Tripwolf (iOS: 46, Android: 46) mehr wünschen. Gerade bei den Themen Usability und Perfomance sehen sie noch deutlich Luft nach oben.

US-Nutzer unzufrieden mit Hotel- und Airline-Apps

Der Analyse der US-App Stores nach liegen Booking.com, Alaska Airlines, Kayak und Tripadvisor mit ihren Apps und Scores über 67 in der Nutzergunst vorn. Verbesserungsbedarf sehen US-Nutzer vor allem bei den Apps von United Airlines, Delta Airlines, Hilton und American Airlines. Die Apps dieser Anbieter schnitten jeweils mit Werten unter 40 eher mau ab.

Fazit: Insbesondere Buchungsportale haben es geschafft, die eigenen User auch mit ihren mobilen Angeboten zu überzeugen. Klassische Funktionalitäten aus dem Web wurden häufig mit dem Blick für die Nutzerbedürfnisse auf mobile Endgeräte übertragen. Die intuitive User Experience steht im Vordergrund. Umso überraschender, dass deutsche Nutzer gerade bei mobilen Vorreitern wie Airbnb und Tripwolf noch Nachholbedarf sehen. Diese Anbieter sollten weiter daran arbeiten, ihre App den Userwünschen entsprechend zu optimieren, um auf lange Sicht mit Qualität zu punkten.

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