Studie zu Bewerbungskriterien

Digitale Jobsuche – darauf legen Personaler Wert
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Im Anschreiben den richtigen Ton zu treffen, ist nur die erste Hürde. Einer Studie zufolge legen Personaler mehr Wert auf den Lebenslauf und auf dessen Aufbereitung. Daneben ist auch die Art der Vermittlung wichtig – per Mail oder LinkedIn? Bewerbungstipps im Überblick.

Worauf kommt es bei der Jobsuche an? Auf eine aussagekräftige Bewerbung – so steht es zumindest in der Ausschreibung des potenziellen Arbeitgebers und vielen Ratgebern geschrieben, doch so recht können sich nur die wenigstens etwas konkretes darunter vorstellen. Ist das Anschreiben, die Motivation, der Lebenslauf, die Arbeitszeugnisse oder Arbeitsproben entscheidend? Sowohl als auch, doch laut einer von StepStone in Auftrag gegebene Studie soll vor allem der Lebenslauf darüber entscheiden, ob man überhaupt zum persönlichen Gespräch vorgeladen wird. Bei einer Online-Umfrage, die im Frühjahr diesen Jahres bei 17.000 Fach- und Führungskräfte sowie 1.000 Personalverantwortliche aus Unternehmen befragt wurden, stellte sich heraus, das 90 Prozent davon auf den sogenannten Curriculum Vitae besonderen Wert legen und als das wichtigste Dokument der Bewerbungsunterlagen erachten. Entscheidend sei demzufolge die Strukturierung, Genauigkeit und ehrliche Auskunft.

Lebenslauf übersichtlich auf den Punkt bringen

So sollten Bewerber ihren Lebenslauf nicht nur ein Mal für die gesamte Jobsuche zusammenstellen und nur als „Anhängsel“ mitschicken, sondern jeweils dem Arbeitgeber entsprechend anpassen. Dazu gehöre etwa, „die für den jeweilen Arbeitgeber relevanten Karriere- und Ausbildungsstationen rückwärts chronologisch aufzulisten – inklusive der konkreten Tätigkeiten, Verantwortlichkeiten und beruflichen Erfolge.“ Einem Personaler ist es lieber, die wichtigsten Stationen auf einen Blick zu haben – sortiert nach Berufserfahrung, Ausbildung & Studium, Fortbildung –, anstatt aus der Vielzahl an Informationen aufwendig die relevanten Angaben fürs Unternehmen herauslesen zu müssen, während womöglich andere qualifizierende Details dabei übersehen werden. Klasse statt Masse. So können sich die Verantwortlichen in der Personalabteilungen schneller ein konkretes Bild vom Werdegang der Person machen – denn auch hier ist Zeit ein wertvolles Kapital. Weniger relevante Angaben wie zusätzliche Qualifikationen ohne Bezug zur Berufsanforderung oder Nebenjobs können der Übersichtlichkeit halber gekürzt werden. Auslandsaufenthalte und dortige Arbeitserfahrungen mit Fremdsprachenkenntnissen, die keinen direkten Bezug zum neuen Job haben, sollten jedoch trotzdem im CV berücksichtigt werden, da sie davon zeugen, dass man sich in einem neuen Umfeld schnell und sicher einarbeiten und zurechtfinden kann.

Relevante Fähigkeiten und nicht irgendwelche

Laut der Studie sind die Arbeitszeugnisse die zweitwichtigsten Dokumente (65 Prozent) und sollten deshalb nicht unterschätzt werden. Das Anschreiben nimmt laut der befragten HR-Verantwortlichen „nur“ Platz drei ein, was gewissermaßen paradox scheint, da der einleitende Text mit der Motivation für den Schreiber selbst die größte Hürde darstellt und für den Leser der Einstieg in die Bewerbungsunterlagen ist, mit dem er sich ein erstes Bild vom Bewerber macht. Das Bewerbungsbild oder der Schulabschluss nimmt unter den zehn Kriterien der Studie (siehe Seite 21)  nur einen untergeordneten Stellenwert ein. Wer  im Anschreiben durch eine zielgerichtete Ansprache und nachvollziehbare Begründungen überzeugen kann, darf sicher gehen, dass der Personaler sich den Lebenslauf genauer anschauen wird. Stepstone empfiehlt: „Je konkreter, desto besser; klare Gründe für Jobwechsel benennen, seine relevanten Fähigkeiten und Erfahrungen nicht einfach aufzählen, sondern mit Beispielen belegen.“ Wer auf zupassende Punkte des Anforderungsprofils eingeht und argumentativ darlegen kann, weshalb man sich dafür als qualifiziert erachtet, hat bessere Chancen. Worthülsen, wie teamfähig, zielorientiert oder belastbar zu sein, haben nur dann eine Berechtigung, wenn sie an konkreten Beispielen aus der eigenen Erfahrung und bestenfalls Bezüge zum Unternehmen herstellen kann. Doch nicht nur die Art der Aufbereitung, sondern auch die Vermittlung der Unterlagen kann mitentscheidend sein.

Menschliche Ehrlichkeit statt gespielte Beschönigung

So erwartet der überwiegende Anteil der Unternehmen Bewerbungen per E-Mail oder Online-Formular; drei von vier Bewerbungen werden mittlerweile über diese beiden Wege bestritten. 80 Prozent der Befragten, die sich in die Rolle eines Bewerbers versetzen, würden außerdem gern das Smartphone stärker im Rahmen von Jobsuche miteinbeziehen. Agenturen, Marketingabteilungen und andere Arbeitgeber, legen zudem häufig Wert auf eine Bewerbung per Xing oder LinkedIn. Doch hier gilt, nicht zu forsch vorzugehen und seine Qualitäten verkaufen zu wollen oder sich mit Kontakten zu schmücken, sondern bedacht und gewählt vorzugehen. Des Weiteren sollte man auch sein Facebook-Profil gegebenenfalls von kompromittierenden Bildern und Posts bereinigen, damit der zukünftige Arbeitgeber nicht gleich am Anfang den falschen Eindruck vom sozialen Verhalten seines potentiellen Angestellten erlangt. Es soll nicht darum gehen, den Lebenslauf oder die Persönlichkeit zu beschönigen, sondern den CV relevanter zu gestalten und sich selbst zielgerichteter zu präsentieren. Ehrlichkeit macht sich wie immer bezahlt – auch was Arbeitslosigkeit und Auszeit durch Krankheit anbelangt und scheinbar Lücken in den Lebenslauf reißt. Darauf angesprochen zu werden, bietet die Möglichkeit sich von der menschlichen Seite zu zeigen und nicht als Automat, der einen Slogan abspielt, wahrgenommen zu werden.

Aufmacherbild: Stressful people waiting for job interview via Shutterstock, Urheberrecht: baranq

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