Usability

Eine Abteilung für UX etablieren, so geht’s
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Gerade in der Online-Branche ist User-Experience (UX) von großer Bedeutung, denn von ihr hängen in großem Maße Kaufabschlüsse ab. Der Kunde sitzt zu Hause am Rechner und muss sich eigenständig durch die Websites navigieren können, ohne auf dem Weg zum Warenkorb oder dem gewünschten Ziel-Content verloren zu gehen.

Das Thema User Experience genießt auch in der deutschen Online-Branche große Aufmerksamkeit. Doch scheinbar setzen nur wenige Unternehmen in Deutschland systematisch Methoden der nutzerzentrierten Entwicklung wie etwa UX-Tests ein. Laut UX-Analyst Nutzerbrille ein Fehler, denn die Nutzererfahrung ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg fast jeden Unternehmens. Dabei ist der Einsatz von Methoden der nutzerzentrierten Entwicklung gar nicht mal teuer: Im Gegenteil, es lassen sich sogar viele unnötige Kosten einsparen.

Immer häufiger bauen sich Firmen auch eine eigene UX-Kompetenz auf, anstatt externe Agenturen zu Rate zu ziehen. Die Unternehmen möchten sich das Wissen für nutzerzentrierte Entwicklung selbst aneignen, um eigenständig UX-Tests durchführen zu können. Das geht mit einem verstärkten Einsatz von UX-Test-Plattformen einher, die zum Beispiel das Rekrutieren von Testpersonen stark erleichtern sollen.

Viele Methoden der nutzerzetrierten Entwicklung lassen sich einfach in den bestehenden Entwicklungsablauf einbauen. Hier einige Beispiele:

Team up

Gute User Interfaces sind Teamarbeit. Wenn kluge Köpfe verschiedener Disziplinen an einer gemeinsamen Vision arbeiten kann etwas Großes entstehen. Beim Kickoff-Meeting und auch bei Besprechungen des Konzepts sollten Vertreter aller Disziplinen zusammen kommen – zum Beispiel Design, Marketing, Vertrieb, Entwicklung und Management.

Personas

Personas sind Beschreibungen fiktiver Nutzer, die sowohl einen konkreten Namen, als auch einen klar definierten Hintergrund haben. Sie beschreiben immer einen Teil der eigenen Zielgruppe. Das Team erschafft diese Personas, um Gruppendiskussionen zu abstrahieren und den Fokus auf die Bedürfnisse der (fiktiven) Nutzer zu lenken. Allzu leicht fällt sonst der Satz „ich würde das ja so machen …“. Personas helfen allen im Team zu verstehen, dass man für diese Nutzer entwickelt und nicht für sich selbst.

Prototypen

Wenn das Team eine große Idee hat, gilt es diese so früh wie möglich zu validieren. Denn nicht alles, was im Meetingraum geplant wird, ist in der Praxis erfolgreich.

Dabei können bereits mit einfachen Prototypen viele Ideen getestet werden. Papierprototypen von Webseiten sind mit einem Block Papier und einem Stift schnell erstellt und das erste Feedback kommt vom nächstbesten Kollegen, der nicht selbst an der Konzeption beteiligt war.

UX Tests

Besser als das Testen mit Kollegen sind natürlich UX Tests mit echten Nutzern. Sie können in jeder Phase der Entwicklung eingesetzt werden, vom Prototyp bis zum fertigen Produkt. Tatsächlich empfiehlt es sich regelmäßig in allen Stufen zu testen und das Feedback aus den Tests direkt in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen.

Wer den Aufwand der Testerrekrutierung und Testmoderation scheut, kann auf eine UX-Test-Plattform zurückgreifen, die diese Aufgaben übernimmt.

Think-Make-Check

Nach dem Test ist vor dem Test. Nun gilt es die gewonnenen Erkenntnisse direkt in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Viele Probleme sind mit wenig Aufwand zu beheben, zum Beispiel wenn es um missverständliche Beschriftungen geht.

Sind die Verbesserungen eingebaut, wird getestet ob die neue Version besser funktioniert. Misserfolge sind dabei ausdrücklich erlaubt, denn nur wer viel ausprobiert kann sich auch verbessern.

Aufmacherbild: Logo UX sketch draw style. Vector illustration via Shutterstock / Urheberrecht: infini

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