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Eyetracking-Studie: Worauf achten Recruiter?
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Eine Eyetracking-Analyse hat ergeben, auf welche Informationen sich Recruiter in Bewerbungsunterlagen genau schauen und welche links liegen gelassen werden. Besonders wichtig sind gute Lesbarkeit und ein übersichtliches Layout.

Das amerikanische Karriereportal TheLadder hat eine Studie veröffentlicht, die das Verhalten von Recruitern bei der Sichtung von Bewerbungsunterlagen untersuchen soll. Das Ziel der Studie war es herauszufinden, worum es den Personalern wirklich geht und welche Teile der Bewerbung die größte Bedeutung für die Auswahl der Bewerber haben.

Layout ist wichtig

Die Studienergebnisse wurden mit Hilfe von Eyetracking-Technologie ermittelt. Mit Hilfe einer speziellen Kamera werden die Augenbewegungen der Studienteilnehmer verfolgt. So konnten Heatmaps erstellt werden, die anschaulich darstellen wohin die Recruiter schauen und wie lange ihr Blick dort jeweils verweilt sowie welche Inhalte überhaupt keine oder nur wenig Beachtung finden.

Die These: Nicht nur der Text sondern insbesondere auch der visuelle Aufbau von Lebenslauf und Anschreiben hat einen großen Einfluss auf den Erfolg einer Bewerbung.

Insgesamt 30 Personaler haben über einen Zeitraum von zehn Wochen unter realen Arbeitsbedingungen Bewerbungsunterlagen durchgeschaut und bewertet.

6 Sekunden Zeit für den ersten Eindruck

Das wohl überraschendste Studienergebnis ist die Zeit, die sich Recruiter wirklich nehmen, um ein Bewerberprofil durchzugehen. Man sollte doch meinen, dass Bewerbungsunterlagen in aller Gründlichkeit durchgegangen werden, um wirklich einen passenden Bewerber zu finden. Die Realität sieht aber ein wenig anders aus: Nur 6 Sekunden lang schauen sich Personaler die Bewerbungsunterlagen an.

Man hat also nur ein sehr begrenztes Zeitfenster, um einen guten ersten Eindruck zu machen. Damit der Recruiter in dieser kurzen Zeit so viele Informationen wie möglich über den Bewerber bekommt, ist ein übersichtlicher Aufbau des Dokuments von essentieller Bedeutung. Was nutzen die besten Referenzen und Job Skills, wenn sie in einer Textwüste untergehen und einfach überlesen werden?

Klare Struktur und Keywords

Die Auswertung des Eyetrackings hat ergeben, dass sowohl die klassischen Bewerbungsmappen als auch Online-Bewerbungen meist nach dem gleichen Schema gesichtet werden. Hier hilft ein klar gegliederter, hierarchischer Aufbau, um das Auge des Recruiters in dem kurzen Zeitfenster zu den wichtigen Informationen zu führen und einen schnellen Überblick über die Bewerberkompetenzen zu geben.

In diesen sechs Sekunden filtern die meisten Personaler ganz gezielt bestimmte Informationen heraus. Das Eyetracking hat gezeigt, dass 80 Prozent der Bearbeitungszeit auf folgende Angaben entfallen: Name des Bewerbers, aktueller Arbeitgeber und Job-Position und bisheriger Werdegang.

Darüber hinaus scannen die Recruiter die Unterlagen auf bestimmte Keywords. Diese können Schlüsselqualifikationen oder bestimmte Eigenschaften sein, die der Recruiter sich für den neuen Mitarbeiter voraussetzt. Tipp: Die Stellenausschreibungen enthalten normalerweise alle wichtigen Keywords, nach denen bei der Sichtung der Unterlagen Ausschau gehalten wird. Diese Schlüsselwörter sollten sich nach Möglichkeit in den Bewerbungsdokumenten wiederfinden.

 Visuelle Reize lenken vom Wesentlichen ab

Bei einer Bewerbung bei einem deutschen Unternehmen ist es üblich, den Unterlagen ein Bewerbungsfoto beizufügen. Wie alle visuellen Elemente, zieht das Bild die Aufmerksamkeit des Recruiters auf sich. Laut Studie wird 19 Prozent der Bearbeitungszeit darauf verwendet, das Foto anstelle die eigentlich wichtigen Elemente anzuschauen.

Dieses Problem besteht auch bei den gängigen Online Job-Portalen wie Xing und LinkedIn. Die Bewerberprofile hier sind zwar grafisch ansprechend aufbereitet, enthalten aber viele visuelle Reize, wie Fotos, Icons oder Werbung. Durch diese wird der Recruiter an vielen Stellen von den Bewerberdaten abgelenkt. Wegen der standardisierten Profile kann der Bewerber aber nichts gegen diese störenden Elemente tun.

Hier kommt es natürlich auch immer darauf an, welche Stelle ausgeschrieben wurde. Bei einer Bewerbung auf eine Stelle im Design-Bereich sollte sich die Kreativität des Kandidaten natürlich auch in den Bewerbungsunterlagen widerspiegeln. Trotzdem empfiehlt es sich hier, Dokumente wie Lebenslauf oder Anschreiben simpel und übersichtlich zu halten und besser Arbeitsproben anzuhängen, in denen der Bewerber sein können unter Beweis stellen kann.

Checkliste

  • klare Gliederung und hierarchischer Aufbau
  • Keywords aus der Stellenbeschreibung nutzen
  • überflüssige Informationen weglassen
  • visuelle Elemente (Fotos, Werbung, Grafiken) so weit wie möglich reduzieren

Die vollständigen Ergebnissen der Eyetracking-Studie können hier eingesehen werden.

 

Aufmacherbild: clipboard with job application and pen via Shutterstock / Urheberrecht: Brian Goodman

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