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Facebook plant Musik-Streaming-Angebot
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Musikvideos als Stream könnten der nächste Streich im Angebot auf Facebook werden, womit das Unternehmen nicht nur zu YouTube Playlists in Wettbewerb tritt, sondern auch Apple Music und Spotify herausfordern wird. Die Social-Media-Plattform bietet dank Reichweite und Aufstellung andere Möglichkeiten der Monetarisierung als der Wettbewerb.

Nachdem Apple sein Stream-Angebot vorgestellt hatte, entbrannte die Diskussion, ob nun Spotify, Deezer oder eben Apple Music das beste Angebot für Musik liefert. Als weiterer Player im Musik-Streaming-Business könnte demnächst wohl auch noch Facebook mit einem ähnlichen Angebot hinzustoßen. Facebook versucht gerade über seine Social-Media-Plattform das Verlagsgeschäft mit Instant Articles aufzumischen und will zudem Youtubes Marktstellung mit einem vergleichbaren Video-Channel-Angebot herausfordern. Mit einem Musik-Angebot würde sich Marc Zuckerbergs Unternehmen auf einem weiterem Markt einmischen und sich seine Reichweite zunutze machen.

Facebook tritt in Verhandlungen mit Labels

Im Zuge der Video-Monetarisierung und Einführung neuer Werbeplätze für Video-Content soll Facebook laut Music Alley an einem Streaming-Angebot für offizielle Musikvideos arbeiten. Bevor jedoch ein Musik-Angebot kommen wird, muss Facebook zunächst das Video-Angebot ausbauen und bündeln – zudem sollte die Monetarisierung genau geklärt sein. Da sich bereits Apple mit den Verhandlungen unter den Labels und Künstlern schwer getan hat, dürfte Facebook wohl mit mehr Vorsicht die Sache angehen. Music Alley zufolge werde sich Facebook noch diesen Monat mit den Labels dahingehend in Verbindung setzen. Da es sich offenbar nicht um ein reines Musik-Streaming-Angebot handeln soll, sondern um Musikvideos, stellt sich die Frage, auf welchem Wege der Consumer das Angebot wahrnehmen kann. So wie es zahlreiche Playlists auf YouTube gibt, die viele User nur im Hintergrund laufen lassen, ohne direkt den Video-Content zu nutzen, könnte Facebook ein ähnliches Angebot verfolgen.

Wie könnte die Monetarisierung vom Musik-Streaming-Angebot aussehen?

Es wäre denkbar, dass nicht nur Werbeclips zwischen den Tracks ausgespielt werden, sondern dass vor allem über die Konsumausrichtung des Hörers zusätzliche Angebote wie Veranstaltungsvorschläge oder Merchandise an anderer Stelle über die Plattform an den User ausgespielt werden. Während sich Musiker und Labels durch die Zunahme der Streaming-Angebote immer schwerer damit tun, ihre Alben im Laden oder über iTunes und Co. zu verkaufen, verdienen viele Künstler und deren Veranstalter über Konzerte. Werbeplatzierungen im News Feed zu solchen Veranstaltungen könnten das Zünglein an der Waage werden, dass Facebook als Stream-Anbieter von dem Rest unterscheidet. Da jedoch viele Nachwuchs-Bands und unbekanntere Künstler häufig keine offiziellen Musik-Clips haben, stellt sich die Frage, wie die ihre Musik bei Facebook platzieren können. Ob auch Mitschnitte von Konzerten oder eingenhändig produzierte und inoffizielle Musikvideos monetarisiert werden, ist noch nicht abzusehen.

Aufmacherbild: phone in the hands of women on the show via Shutterstock, Urheberrecht: rzoze19

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