Service-Kontakte und Newsletter über Facebook Messenger

Facebook plant Werbung für den Messenger
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Es war nur eine Frage der Zeit, bis Facebook versucht, seinen Messenger zu monetarisieren. Vage Ankündigungen hatte es bereits genügend gegeben. Schon im zweiten Quartal 2016 sollen nun die ersten Versuche gestartet werden. Die Rede ist jedoch von Service-Kontakten statt von Werbung.

Schon in den nächsten Wochen könnte Facebook erstmals Werbemaßnahmen für die Standalone-Chat-App Messenger einführen. Techcrunch sollen geleakte Dokumente eines Businesspartners vorliegen, die dies bestätigen. Demnach sollen Geschäftspartner die Möglichkeit erhalten, direkt ihre Kunden über den Messenger anzuschreiben. Allerdings würden nicht irgendwelche User angeschrieben. Lediglich Personen, die bereits in eine Konversation mit dem Unternehmen getreten sind, sollen weitere Anfragen und Werbeangebote über den Messenger erhalten.

Facebook widerspricht nur halbherzig

Facebook reagierte auf Rückfragen zu dem neuen Businessmodell ausweichend: „our aim with Messenger is to create a high quality, engaging experience for 800 million people around the world, and that includes ensuring people do not experience unwanted messages of any type.” Offenbar soll sich nicht der Eindruck durchsetzen, dass Facebook künftig über den Messenger wahllos User mit Werbebotschaften und Anfragen bombardiert.

Kunden-Service steht im Vordergrund

Vielmehr scheint Facebook mit dem Messenger eine Kundenservice-Plattform aufbauen zu wollen, die im Bedarfsfall von Nutzern in Anspruch genommen werden kann. Wenn also ein User – ähnlich wie bei Whatsapp – eine Rückfrage an das Unternehmen zu einem Produkt hat, könnte er darauf einen verkürzten Link zugeschickt bekommen, über den sich per Klick ein neues Messenger-Fenster öffnet. Über den Link könnte Facebook die Serviceleistung verbuchen und der Geschäftspartner offiziell den Kontakt mit seinem Kunden pflegen. Allerdings scheinen dann aber auch die Pforten für weitere Werbeanzeigen geöffnet. Ob sich der User der Werbung beziehungsweise dem „Newsletter“ wieder entziehen kann, sobald der Servicekontakt abgebrochen wird, ist noch ungewiss.

Plan liegt schon länger vor

Marc Zuckerberg hatte kurz nach der Übernahme von Whatsapp Anfang 2014 beteuert, dass Werbeanzeigen nicht das passende Monetarisierungsmodell für Messenger-Dienste seien. Letztes Jahr machte er jedoch deutlich, dass sehr bald auch für die anderen Facebook-Angebote Formate gefunden werden müssten, damit diese langfristig rentabel werden. Mit Instagram wurde dieses Jahr der Anfang gemacht, Whatsapp bietet bereits Service-Kontakte zu Geschäftspartnern, der Messenger wäre nun der nächste Schritt.

Die kürzlich bei Facebook eingeführten Call-to-Action-Buttons sind ein weiteres Modell, das den Messenger mit einbindet. Über die Zusatzangebote auf Facebook können sich User direkt via den Messenger weitere Informationen zusenden lassen. Voraussichtlich wird das neue Servicemodell wie so oft erst in den USA und in ausgewählten Ländern erprobt. Wann es also hierzulande erscheint, ist noch nicht abzusehen. Allerdings steht fest: Das Monetarisierungsmodell kommt!

 

Aufmacherbild: Lamphun,Thailand – November 12,2015:In a wooden plate iPhone 4s with social networking service Facebook on the screen IPhone 4s was created and developed by the Apple inc. via Shutterstock, Urheberrecht: photobyphotoboy

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