Jawbone reagiert auf Vorwürfe Fitbits mit Gegenklage

Fitbit vs. Jawbone – der Patentkampf geht in die nächste Runde
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Das Duell der Fitnessarmband-Hersteller Fitbit und Jawbone geht in die nächste Runde. Bereits seit einigen Monaten hat Fitbit mit Patenklagen seitens des Konkurrenten Jawbone zu kämpfen und schlug im September mit einer Gegenklage zurück. Darauf reagierte wiederum Jawbone mit einer Widerklage und unterstellt Fitbit außerdem Patent-Missbrauch.

Der Markt für Fitness-Wearables ist noch relativ jung und birgt eine Menge Potenzial. Bei den Marktanteilen sind die Claims im Bereich der Fitnessarmbänder deutlich verteilt: Laut aktuellen Zahlen der International Data Corporation (IDC) kommt der Hersteller Fitbit auf einen Anteil von fast 35 Prozent bei den Verkäufen, Jawbone liegt deutlich abgeschlagen bei fünf Prozent Marktanteil. Was die Zahlen betrifft gibt es auf dem Wearables-Markt demnach einen klaren Gewinner, auf dem juristischen Feld sieht es aber etwas anders aus.

Bereits seit einigen Monaten tobt ein eiserner Patentkrieg zwischen den beiden Fitnessarmband-Herstellern Fitbit und Jawbone. Zunächst musste sich Fitbit den Vorwürfen stellen, gezielt Mitarbeiter von Jawbone abzuwerben, um an vertrauliche Informationen für zukünftige Produkte zu gelangen. Kurze Zeit später holte Jawbone zum nächsten Schlag aus und warf Fitbit die Verletzung von drei Patenten vor. In der Klagschrift hieß es, Fitbit verletze das Patent für eine Wellness-App, die auf Informationen eines Datenarmbands zugreifen soll. Laut Wall Street Journal wies Fitbit die Klage mit der Begründung zurück, eigene Technologien zu entwickeln und selbst über 200 Patente zu verfügen. Doch Jawbone ließ nicht locker und schaltete schließlich die International Trade Commission (ITC) ein, um seinem Konkurrenten endgültig den K-O.-Schlag zu versetzen.

Fitbit vs. Jawbone: Eine Gegenklage jagt die nächste

Das ließ Fitbit nicht auf sich sitzen und reagierte im September mit einer Gegenklage, in der sie sich auf ihre 200 eigenen Patente bezieht. Jawbone weist die von Fitbit angeführten Patentverstöße – die das UI und die Software diverser Wearables betreffen – ebenfalls zurück und bezeichnet die Klage als „unseriösen Missbrauch“ von Fitbit-Patenten:

Fitbit is knowingly and willfully misusing its patents as part of its efforts to protect its market power,” Jawbone writes in the counterclaim filed in the U.S. District Court for the Northern District of California. “Both in this case and in a concurrently filed case in Delaware, Fitbit alleges that Jawbone infringes three of its patents. The infringement allegations in both lawsuits are plainly meritless, and Fitbit had no reasonable basis for bringing either case.

In einem weiteren Statement ließ Jawbone außerdem verlauten, auch zukünftig gegen Fitbit vorgehen zu wollen und beharrt weiter auf den Vorwürfen gegen den Konkurrenten. Fitbit selbst reagierte gelassen und unterstellt Jawbone einen misslungenen Versuch, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit mit Negativ-Publicity für Fitbit zu erlangen:

We have been able to successfully compete in a competitive market by providing consumers with products they want at price points they find attractive. These allegations are unfounded, and yet another misguided attempt for publicity in order to deflect attention from Jawbone’s own lack of performance. Fitbit’s primary focus is and continues to be on delivering innovative products and services that empower people around the world to reach their health and fitness goals.

Welcher der beiden Konkurrenten am Ende einknicken wird, bleibt fraglich. Momentan sieht es allerdings so aus, als würde der Grabenkampf noch eine Weile weitergehen.

 

Aufmacherbild: boxing gloves on a black background von Shutterstock / Urheberrecht: Rommel Canlas

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