Online Marketing

Go viral or go home – Video-Marketing
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Welches Marketing-Potenzial bergen Videos, wie lassen sie sich effektiv einsetzen und warum werden manche Videos viral verbreitet, während andere in der Versenkung verschwinden? Folgender Beitrag gibt Tipps und zeigt Best Practice Beispiele.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – vor allem, wenn dieses Bild bewegt ist. Videos bergen ein hohes und noch nicht voll ausgeschöpftes Marketing-Potenzial. Noch bevor die Menschen angefangen haben, sich artikuliert miteinander zu verständigen und eigenständige Sprachen zu entwickeln, kommunizierten sie nonverbal. Heutzutage begegnen wir im Internet Menschen aus aller Welt – digital. Ein perfekter Ort für Unternehmen und Marken, die auf sich aufmerksam machen wollen. Wie macht man aber angesichts der Flut an digitalen Botschaften auf sich aufmerksam? Wie muss eine Werbung aussehen, die die gewünschte Zielgruppe erreicht, sich viral verbreitet und dabei vielleicht sogar Sprachbarrieren überwindet?

In folgendem Beitrag betrachten wir den Einfluss von Online-Video-Marketing, wie man dieses gekonnt umsetzt, wie man die gewünschte Zielgruppe findet und stellen außerdem Best-Practice-Beispiele vor. „Anyone who buys YouTube is a moron“, das sagte Marc Cuban, Gründer von broadcast.com im Jahre 2005. Ein Jahr später kaufte Google YouTube für 1,31 Milliarden Euro. Der Rest ist Geschichte.

Eine Studie, die in einer Shutterstock-Video-Infografik verarbeitet wurde, hat ergeben, dass 60 Prozent aller Daten im Internet aus Videos bestehen. Allein im Januar 2014 sahen deutsche Internet-Nutzer insgesamt 7,8 Milliarden Videos. Damit verbrachten sie im Schnitt 14 Stunden mit Online-Videos. In 36 Prozent aller gezeigten Clips, werden Werbe-Videos eingeblendet.

„Zeig Mir Was“ Eine Infografik entschlüsselt den steigenden Videoeinsatz, April 2014 from Shutterstock on Vimeo.

Chancen steigen um 96 Prozent

Darüber hinaus hat die Studie gezeigt, dass eine E-Mail, der ein Video angehängt ist, nicht so leicht übersehen wird. Tatsächlich steigt die Chance, dass sich der Empfänger mit der Mail beschäftigt um 96 Prozent. Gut konzipierte Videos verdichten Informationen, sprechen den Betrachter auf einer persönlichen Ebene an und unterhalten ihn – innerhalb weniger Sekunden. Ein Trend, der in der Werbebranche immer wichtiger wird. So betrugen die Werbeausgaben für Online-Videos in den USA im Jahre 2011 noch 2 Milliarden Dollar – im Folgejahr 2012 waren es bereits 2,0 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr wird ein Online-Video-Budget von 5,7 Milliarden Dollar erwartet – Tendenz steigend.

Virales Marketing mit Social Media – ein Beispiel

Originalität, Humor, Emotionen, Katzen, Babies oder Sex. Das sind die Zutaten, aus denen sich in der Regel virale Werbevideos zusammensetzen. Ein gutes Beispiel für eine gelungene virale Werbekampagne ist das “First-Kiss-Video” von der Regisseurin Tatia Pilieva, das innerhalb weniger Stunden über 24 Millionen Mal auf der ganzen Welt geklickt wurde und über 76 Millionen Mal angeschaut wurde. Das Video, das junge, attraktive Menschen zeigt, die sich zum ersten Mal vor laufender Kamera küssen, sorgte für Entzücken und wurde wie wild auf Social-Media-Plattformen geteilt.Während noch die erste Welle der viralen Verbreitung in vollem Gange war, meldeten die ersten Blogger, dass es sich bei “First Kiss” um ein Werbevideo des Modelabels “WREN” handelte. Auch diese Nachricht machte schnell die Runde. Von einem Fake war die Rede, von einer gezielten Werbeaktion – bei den Akteuren des Films handelte es sich um Models, die Kleidung des Modelabels trugen. Der Großteil der verzückten User verziehen dem Modelabel jedoch den nachträglich ans Licht gekommenen kommerziellen Aspekt – das Video wurde weiterhin fleißig geklickt. Dabei hat so mancher sicher genauer auf die Kleidung der Akteure geschaut.

Die anrührige Musik der Sängerin Soko, zusammen mit dem verlegenen Lachen der Models, sprach die Internet Community emotional an und versetzte sie für einen kurzen Moment in eine Art der kollektiven Verliebtheit:

 

Dennoch kann man Viralität nicht erzwingen und so scheitern viele beim Versuch, durch vermeidlich ausgefallene Kampagnen, die Aufmerksamkeit auf sich und sein Produkt zu lenken. Die Grenzen zwischen emotinal und kitschig, lustig und albern, erotisch und pornös, sind bekanntlich fließend. Eine gute Recherche im Vorfeld einer Kampagne sowie das richtige Maß an gesundem Menschenverstand sind bei der Planung “ausgefallener” Werbevideos unerlässlich. Bei besonders erfolgreichen Kampanen, wie beim First-Kiss-Video, verselbstständigt sich die Werbebotschaft und trägt mitunter lustige Blüten, wie etwa Parodien auf das ursprüngliche Video. So gibt es vom First-Kiss-Video auch etliche Abwandlungen, die das Marketing-Feuer am Leben halten.

Seeding

Zur Vorab-Recherche von Werbevideos gehört auch eine gründliche Seeding-Analyse. Wo befinden sich die Meinungsführer und Influencer meiner Zielgruppe. Wer sind die Multiplikatoren, wie zum Beispiel Blogger, die meine Botschaft in die Welt hinaustragen und potenzielle Empfänger meines Online-Werbevideos direkt ansprechen? Spezielle Social-Scoring-Plattformen wie Traackr können dabei helfen, interessante Multiplikatoren ausfindig zu machen. Diesen wird das Onlinevideo dann gezielt zugespielt. Dabei sollte man nicht alle Meinungsführer auf einmal anschreiben. Hebt Euch ein paar Influencer auf, die Ihr nach der ersten viralen Welle erneut ansprecht. So könnt Ihr während einer laufenden Kampagne auch nachträglich Marketing-Kohlen ins Feuer werfen, um sie am Leben zu halten.

Veranstaltungshinweis: MobileTech Conference und IoT 2015

Interessieren Sie sich für weitere Themen rund um die Entwicklungen aus dem Mobile-Bereich? Dann sei Ihnen die MobileTech Conference 2015 und die IoT Conference ans Herz gelegt. Vom 31. August bis 3. September 2015 versammeln in Berlin digitale Professionals, Trendsetter und Macher im World Wide Web. Noch is zum 2. Juli werden Frühbucherpreise angeboten, mit denen Besucher bis zu 200 Euro sparen können. Hier geht es zur MobileTech-Conference-Webseite.

Parallel zur MobileTech Conference findet die IoT-Conferenz statt. Bei dieser Veranstaltung steht das Entwickeln und Vernetzen „smarter“ Dinge im physischen Raum im Vordergrund. Teilnehmer der MobileTech-Conference können die IoT-Conference kostenlos besuchen.

Aufmacherbild: Gone viral sign. via Shutterstock / Urheberrecht: mj007

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