Erst streamen, dann downloaden: App-Inhalte über die Google-Suche ansehen

Google: App-Streaming und neue mobile Werbeformate
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Von der Suchmaschine aus direkt einen Blick in die App werfen und das Angebot testen. Das App-Streaming von Google funktioniert ohne Installation und soll dem Nutzer mehr Interaktion und Anreize bieten. Drei neue Werbeformate für Spiele-Entwickler und E-Commerce-Apps im Überblick.

Vergangenen Monat stellte Google für die mobile Suche eine neue Indizierung vor, die nun auch relevante App-Inhalte erfasst. Über 100 Milliarden Links, die zu Content in Apps führen, will Google bisher indiziert haben. Bisher konnte man aber nur Suchergebnisse aus Apps anzeigen, die einen entsprechenden Web-Content vorweisen.

Dank cloudbasierter Technologie können Suchende jetzt Apps streamen und direkt auf den darin enthaltenen Content zugreifen. Die Oberflächendarstellung wird direkt in der Websuche ausgeführt. Wer beispielsweise nach einem Hotel über die Suchmaschine Ausschau hält und dabei auf eine App in den Suchergebnissen stößt (Google nennt als Beispiel die HotelTonight-App), kann den Service ohne vorherige Installation ausprobieren. Wie Google in seinem Blogpost zeigt, kann auch eine Buchung ohne die native Anwendung vorgenommen werden.

Streaming erreicht nun auch den App-Markt

Gestreamte Apps könnten dem Mobile-App-Entwickler mancherlei Vorteile verschaffen: Dem potenziellen User wird Zeit und Aufwand erspart, weshalb er eher geneigt ist, einen Service in Anspruch zu nehmen. Trial-Runs dürften außerdem dazu führen, dass mehr Nutzer bereitwilliger eine App ausprobieren und sich später zu einer Installation beziehungsweise einem In-App-Kauf entscheiden. Sollte sich das Prinzip durchsetzen, könnte das Streamen von Apps in ein paar Jahren die Installation einiger Apps völlig ersetzen. Die Vielzahl an selten gebrauchten oder ein Mal installierten und nie wieder genutzten Apps auf unseren Smartphones legt eine solche Praxis nahe. Google hat durch Analysen herausgefunden, dass im Durchschnitt eine von vier auf dem Smartphone installierten App nie genutzt wird.

Google Animation: http://3.bp.blogspot.com/-2Ats2zhc0HQ/Vkyq3JlcEiI/AAAAAAABBrA/hcfu4p02Fn4/s1600/app-stream-w-dots.gif

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Für die Streaming-Funktion hat das Tech-Unternehmen zwei Jahre lang fleißig indiziert. Natürlich mit der Zustimmung der jeweiligen App-Entwickler. Die Streaming-Technologie wird momentan mit neun verschiedenen Apps in den USA unter Lollipop mit WLAN-Verbindung getestet. Während manche Entwickler befürchten, dass die Abhängigkeit zu Google durch diese Technologie zunehmen wird, hat der Suchmaschinen-Riese schon den nächsten Coup in petto.

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Trial Run Ads für Game-Entwickler

App-Developer und Werbetreibende können sich die Streaming-Technologie nun auch für Adwords zunutze machen. Aufhänger ist das altbekannte Problem mit der verkürzten Aufmerksamkeit des Mobile-Users. Sogenannte Trial Run Ads sollen es richten. So könnten beispielsweise Spiele für 60 Sekunden im Browser gestreamt und angezockt werden. Das Spiel startet auf voller Displaygröße und unterscheidet sich in seinem Funktionsumfang zunächst nicht von der herkömmlichen App. Nach beispielsweise einem Level wird der User durch ein Banner aufgefordert, eine Installation vorzunehmen. Ebenso wäre denkbar, ein Weiterspielen zu erlauben, dafür aber Werbebanner einzublenden. Der User kann für sich herausfinden, ob er das Spiel tatsächlich auf sein Smartphone laden möchte und der Herausgeber Werbung einblenden. Vor allem bieten app- oder plattforminterne Ads in Zeiten von Adblockern weiterhin eine zuverlässige Ausspielung für Werbetreibende.

Interactive Interstitial Ads für den E-Commerce

Auch Google hat sich bisher schwer damit getan, mobile Werbeanzeigen zu verkaufen. Zumindest wurden damit nicht annähernd die Einnahmen generiert, die über den Desktop erzielt werden. Deshalb zeigt sich das Unternehmen immer wieder erfinderisch und sucht nach neuen Mobile-Lösungen. So wurde ein weiterer Werbebanner für Streaming-Apps vorgestellt, auf den der Besucher durch interaktives Elemente aufmerksam gemacht wird. Interactive Interstitial Ads basieren auf HTML5, werden direkt in die Funktionalität der der App eingebunden und können an das Design angepasst werden. Solche Banner sind beispielsweise für E-Commerce-Apps interessant. Der Nutzer wird in dem Google-Beispiel auf ein besonderes Angebot in einer Shopping-App hingewiesen. Per Swipe öffnet er das Angebot samt Code, den er gleich in der App einlösen kann.

Google Animation: http://3.bp.blogspot.com/-s95RgnXDzXo/VmDyRdd5qcI/AAAAAAAACHU/VonmtVuQG6I/s1600/Zalora_Swipe_Capture_Phone_1.gif

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Karrussel-Ads oder Customized Mobile Ads

Als dritte Variante hat Google die Customized Mobile Ads vorgestellt, die sich stark an den Karrussel-Ads von Facebook orientieren. Wenn ein Interessent beispielsweise über Google nach Schuhen sucht und auf eine Shopping-App aufmerksam wird, kann er diese ebenfalls streamen und zunächst das Showcase anschauen. Das Showcase besteht aus Bildervorschlägen, die der Nutzer ebenfalls horizontal durchswipen kann. Bei Interesse hat er die Möglichkeit, per Button-Klick die App zu laden.

Die neuen Werbeformate befinden sich noch in der Testphase, können aber bereits von wenigen Interessenten genutzt werden.

Aufmacherbild: Young Woman Using Google Web Search on her Smart Phone via Shutterstock, Urheberrecht: maxpro

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