Big Data

Google prophezeit Modetrends – Tüllröcke und Jogginghosen
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Google will seine riesige Datensammlung dazu verwenden, in der Modewelt mitzumischen. Künftig soll das Unternehmen auch über seine Funktion als Suchmaschine für Produkte und Werbeträger hinaus in den Bereich E-Commerce und Mode drängen.

Skinny Jeans, Normcore, Vintage? Alles Schnee von gestern. Sobald das Wetter es zulässt, werden dieses Jahr Tüllröcke, Jogginghosen und Emoji T-Shirts auf den Straßen zu sehen sein. Und das weiß nicht etwa die Vogue, sondern – wie sollte es in unserem digitalen Zeitalter auch anders sein – die allwissende Suchmaschine Google. Der Internetkonzern wird zum Modeexperten, denn er sitzt immerhin direkt an der unerschöpflichen Quelle der Konsumentenwünsche. Das Unternehmen selbst ist stolz auf seinen stetig wachsenden Datenberg:

With every query typed into a search bar, we are given a glimpse into user considerations or intentions. By compiling over six billion searches, we are able to render a strong representation of the American population and gain insight into this specific population’s behavior.

Fashion-Trend-Bericht für die Kooperation mit Einzelhändlern

Mit diesem Big-Data-Wissen hat Google nun erstmalig einen Fashion-Trend-Report veröffentlicht, der in die Hände von Designern, Planern, Marketern und Trendsettern spielen soll, so Olivier Zimmer und Yordan Horwitz. Mit der neuen Sammlung und Auswertung von Fashion-Daten will Google auf dem E-Commerce- und Modemarkt eine zunehmend wichtige Rolle spielen, und zwar über die Funktion als Werbeträger und Produkt-Suchmaschine hinaus. Der New York Times zufolge hat das Unternehmen bereits begonnen mit größeren Einzelhändlern und Marken, darunter Calvin Klein, zu kooperieren. Diese sollen die gesammelten Daten in ihre Trendvoraussagen mit einbauen können.

Die kommenden Trends, Google-Suchanfragen zufolge:

Die Ergebnisse, die Google in dem Report präsentiert, wurden aus den sechs Millionen ausgewerteten Suchanfragen generiert. Mit ihnen identifizierte der Internetkonzern Jogginghosen, Tüllröcke und Midi-Röcke als Trends mit nachhaltigem Potenzial, bei denen die Anfrage über die letzten Jahre stetig gewachsen ist. Weiße Spitzenkleider wurden hingegen als saisonale Trends eingestuft, die dieses Frühjahr noch stärker zurückkommen sollen. Auch Emoji-Shirts sollen im Kommen sein, allerdings nur für eine kürzere Zeitspanne. Google prophezeit die stetige Abnahme von Vintage-Klamotten und identifiziert Normcore als bereits abfallender Trend, der seinen Höhepunkt schon hinter sich hat. Außerdem gibt der Bericht Auskunft darüber, welche Suchbegriffe mit den jeweiligen Kleidungsstücken assoziiert waren und welche Farben wie oft mit ihnen in einer Suchanfrage kombiniert wurden.

Google und E-Commerce

Das Unternehmen experimentiert schon länger mit E-Commerce: Services wie etwa Google Shopping bieten Konsumenten einen Preisvergleich zwischen verschiedenen Verkäufern. Amazon und Alibaba haben allerdings auf diesem Gebiet weiterhin die Nase vorn, worin die jetzige Anstrengung begründet sein könnte, einen Fuß in die Modewelt zu bekommen.

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