Native Advertising

Google: Werbeformat in Gmail vereinfacht
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Gmail-Nutzer und Wertreibende können von einem neuen Anzeigenmodell innerhalb des Postfachs profitieren. Die über Adwords ausgerichteten Anzeigen erscheinen im separaten Ordner als E-Mail-Format. Der User entscheidet, ob er interessenbezogene Werbung wünscht.

Google hat die Anzeigenschaltung auf Gmail für Werbetreibende aufgeräumt. Die im Postfach geschalteten Anzeigen können mit einem AdWords-Konto über eine vereinfachte Schrittanleitung (auch in deutsch) benutzerdefiniert ausgespielt werden. Die Anzeigen selbst sind für den User nur innerhalb seines Postfachs sichtbar über den Tab „Werbung“ gleich neben dem allgemeinen Postfach und dem für News aus Google + unter „Soziale Netzwerke“. Die gelb unterlegten Anzeigen, die wie eine E-Mail aussehen, können angeklickt und maximiert werden. Unter den Anzeigen sind häufig Rabattaktionen oder Gutscheine zu finden. Nach dem Prinzip des Native Advertising erscheint der Werbeinhalt nur innerhalb des Umfelds, also dem Postfach. Der User wird nicht auf die entsprechende Seite weitergeleitet, außer er klickt explizit auf den Werbeinhalt. Die Ads werden für die Desktop wie für die mobile App angezeigt. User haben die Möglichkeit, den Werbeinhalt im Postfach zu speichern, per Mail weiterzuleiten oder zu verwerfen. Diese Werbeformate erscheinen im gleichen Ordner wie auch abonnierte Newsletter und andere Werbemails, nur dass sie oben gerankt werden.

Gmail-Tab "Werbung" Screenshot: https://mail.google.com/mail/u/0/#inbox

Gmail-Tab „Werbung“
Screenshot: https://mail.google.com/mail/u/0/#inbox

Zustimmung für interessenbezogene Werbung

Neu ist an dem Werbeformat ist vor allem die Abrechnungsart für den Werbetreibenden. TechCrunch zufolge arbeite Google bereits seit 2013 an entsprechenden Formaten. So muss der Werbende nun lediglich für den Klick auf die minimierte, gelb unterlegte Anzeige im Postfach zahlen, nicht aber für die maximierte, eigentliche Anzeige, mit der der Nutzer interagieren kann. Für die Anzeigenschaltung stehen unter Adwords unterschiedliche Ausrichtungsmethoden für Zielgruppen zur Verfügung. Der User eines Gmail-Kontos kann entscheiden, ob er interessenbezogene Werbung erhalten möchte oder nicht – Werbung bekommt er über den Tab so oder so angezeigt. Stimmt man der interessenbezogenen Werbung zu, so werden unter anderem anhand der auf Youtube gesehenen und bei der Suchmaschine gesuchten Inhalte für die Werbeanzeige berücksichtigt. Ist die Option ausgeschaltet, werden leidlich standortbezogene Daten verarbeitet – ohne die sich bei Gmail mittlerweile gar nicht mehr einloggen lässt. Heißt so viel wie: Wer etwa in seinem Browser Skripte und Cookies von Google blockiert, kann den Dienst nur nutzen, wenn er seinen Standort jedes Mal bei der Anmeldung angibt.

Interessenbezogene Werbung verwalten. Screenshot:  https://www.google.com/settings/u/0/ads/authenticated

Interessenbezogene Werbung verwalten.
Screenshot:
https://www.google.com/settings/u/0/ads/authenticated

Warum ist das neue Werbeformat für den User hilfreich?

Vielen Gmail-Usern dürften die Anzeigenformate noch nicht aufgefallen sein. Da aber auch mal eine Mail im „Werbung“-Tab verschwinden dürfte, die man eigentlich im allgemeinen Postfach vermutet hätte, schaut man sicherlich auch in die Werbung hinein – vor allem dann, wenn die bewusst abonnierten Newsletter auch hier erscheinen. Die klare Trennung von geschalteten und kenntlich gemachten Anzeigen ist angemessen. Dass der User nicht direkt auf die Seite des Werbenden geleitet wird – anders als bei der Suchmaschine – ist ebenfalls lobend hervorzuheben und dürfte den User eher ermuntern, sich die Anzeige anzuschauen. Auch deshalb, weil der die Option hat, sie zu verwerfen.

 

Aufmacherbild: Google Gmail email inbox interface on the Apple MacBook Pro screen that is on office desk. Gmail is a free email service provided by Google. Varna, Bulgaria – May 29, 2015. via Shutterstock, Urheberrecht: Alexey Boldin

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