Daten gegen Prämie

Health-Apps: Geben User ihre Daten an Krankenkassen?
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Health Apps können Usern dabei helfen ein gesünderes Leben zu führen und Patienten zum Beispiel bei der Einnahme von Medikamenten und Messungen zu unterstützen. Aber auch für die Krankenkassen sind die Gesundheitsdaten ihrer Versicherten von großer Bedeutung. Aber würden Nutzer der Health-Apps diese Daten auch an die Kassen weiterleiten?

Mit den neuen Smartphones und Wearables kommt auch eine ganze Reihe an Health-Applikationen in die App Stores. Mit Hilfe von Sensoren oder durch manuelles Einpflegen werden die Gesundheits-Apps mit Daten gefüttert. Getrackt wird alles, von Informationen über unsere Fitness, unsere Ernährung, unseren Lebensstil.

Die neuen Health-Technologien können über das Life-Tracking aus persönlichem Interesse hinaus auch eine Vielzahl von wichtigen Gesundheitsdaten messen, die für die Prävention von Krankheiten nützlich sein können.

Diese Daten sind auch für die Krankenkasse von großem Interesse. Durch die Präventionen lassen sich auf der einen Seite Leistungen vermeiden. Auf der anderen Seite kann auch ein ungesunder Lebensstil oder ein Selbstverschulden nachgewiesen werden, auf Grund dessen die Krankenkassen Beiträge erhöhen oder von Leistungen zurücktreten können. Zeigt der Schrittzähler beispielsweise nur 1000 statt den empfohlenen 10.000 Schritten am Tag an oder gibt das Ernährungstagebuch Aufschluss über eine ungesunde Ernährung, könnte dies Konsequenzen für den Versicherungsschutz haben.

Die Smartphone-Nutzer sind recht aufgeschlossen, wenn es darum geht, ihre Gesundheitsdaten an die Krankenkassen weiterzuleiten. Das hat der Digitalverband BITKOM in einer Umfrage festgestellt. Gut jeder Dritte (37 Prozent) kann sich vorstellen, seine Daten freizugeben. Bei älteren Nutzern ab 65 ist es mit 47 Prozent sogar fast die Hälfte aller User.

„Die Daten können helfen, Patienten individuell zu informieren und zu beraten und sie medizinisch besser zu versorgen. Das sehen gerade ältere Menschen als Chance“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM. „Selbstverständlich gibt es in einem so hochsensiblen Bereich auch viele Vorbehalte. Wie bei anderen telemedizinischen Anwendungen müssen Datensicherheit und Datenschutz bei Gesundheits-Apps an oberster Stelle stehen.“ Sechs von zehn Smartphone-Nutzern können sich derzeit aber noch nicht vorstellen, die Gesundheitsinformationen, die bei der App-Nutzung erhoben werden, an ihre Kasse weiterzugeben.

Die Aufzeichnung der Gesundheitsdaten kann für die User auch ein Ansporn sein, einen Gesunden Lebensstil zu führen, was wiederum aus präventiver Sicht förderlich wäre. So wünscht sich jeder fünfte (19 Prozent) Befragte im Gegenzug zur Weiterleitung seiner Daten Versicherungsrabatte. 10 Prozent würden sich für Prämien wie Gutscheine oder einer Geldauszahlung dazu bereiterklären, die Daten offenzulegen. Nur 7 Prozentd er Befragten würden ihre Gesundheitsdaten ganz ohne Gegenleistung an die Krankenkassen übermitteln. Bei den Nutzern jenseits der 65 Jahre wären es jedoch 33 Prozent, die keine Gegenleistung erwarten.

Die Zahl der Apps für Gesundheit und Fitness ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Sie zählen beispielsweise die zurückgelegten Schritte, ermöglichen Seh- oder Hörtests außerhalb der Arztpraxis oder geben Hinweise zur Überprüfung von Muttermalen und Hautveränderungen. Andere Apps erinnern den Patienten, wann welches Medikament in welcher Dosis einzunehmen ist. Insbesondere chronisch kranke Menschen können von den smarten Gesundheitshelfern profitieren: Wer beispielsweise an Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder chronischen Schmerzen leidet, muss seine Vitalwerte regelmäßig messen und protokollieren und sich streng an einen ärztlichen Therapieplan halten. Auch dabei kann das Smartphone helfen. Ebenfalls nützlich sind Blutdruck- und Pulsmessgeräte oder Thermometer, die mit dem Smartphone verbunden werden können, sodass die gemessenen Daten automatisch auf das Gerät übertragen werden.

Bei der Nutzung von Gesundheits-Apps gilt es, einige Punkte zu beachten: So ersetzen Apps nicht die Untersuchung durch einen Arzt, sie können aber die Zahl der Arztbesuche verringern. Außerdem sollten Verbraucher bei der Auswahl von Apps Qualitätsindikatoren beachten wie Testberichte oder Empfehlungen seriöser wissenschaftlicher Einrichtungen. Auch Erfahrungen des behandelnden Arztes oder das Feedback von anderen Nutzern der App können Anhaltspunkte geben, wie leistungsfähig und zuverlässig eine Anwendung ist.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung im Auftrag des BITKOM durchgeführt hat. Dabei wurden 1279 Personen ab 14 Jahren befragt.

Aufmacherbild: health technology and modern lifestyle concept: young woman using a health app at the park via Shutterstock / Urheberrecht: Georgejmclittle

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