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Heiß begehrt: Fachkräftemangel bei IT-Profis steigt weiter
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Welches sind die wirklich heiß umkämpften IT-Fachkräfte? Diese Frage stellen sich nicht nur viele Recruiter, sondern sie entscheidet auch über die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen.

Laut einer Studie der Bitkom gibt es bereits heute 41.000 unbesetzte IT-Stellen in Deutschland und in Zukunft wird die knappe Ressource IT-Profi noch wertvoller: Der Bedarf wird auch weiterhin steigen! IT durchdringt immer mehr Bereiche und macht die größten Effizienzgewinne. IT-Profis schaffen eine große Wertschöpfung. Daher bewerben sich in Zukunft die Arbeitgeber bei den gesuchten IT-Mitarbeitern und nicht umgekehrt. Unternehmen, die das begreifen, gewinnen die Top-Talente und damit enorme Wettbewerbsvorteile.

Welches sind denn nun aktuell die gefragtesten Skills auf dem IT-Markt? PHP- und Java-Entwickler stehen ganz oben auf der Liste der heiß begehrten Experten. Mobile Developers und Experten für Cloud Computing sind ebenfalls gesuchte Talente. PHP und Python erfreuen sich für dynamische Websites und Webanwendungen ungebremster Beliebtheit. Die Programmiersprache Java ist bei vielen mobilen Anwendungen erste Wahl. Auch Experten für Business Intelligence rund um Big-Data sind eine sehr gefragte Spezies: Es gibt viel mehr Jobangebote als Bewerber.

Wegen zunehmender Bedeutung von Datensicherheit und dem Schutz vor Cyberangriffen wächst auch die Nachfrage nach Experten für IT-Sicherheit stark an. Zur klassischen Netzwerksicherheit ist die Anwendersicherheit für Mobile Technologies hinzugekommen, die spezielle Programmierkenntnisse erfordert: Die Nachfrage nach IT-Security-Spezialisten ist daher gerade enorm. Sie sind zur Zeit schwer zu finden.

Doch weshalb gibt es deutlich mehr Nachfrage als Angebot auf dem Arbeitsmarkt der IT-Profis? Die IT-Durchdringung nahezu aller Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft wächst, doch die damit verbundenen Jobpositionen lassen sich immer schwerer besetzen. Die Universitäten reagieren zu langsam auf sich schnell verändernde Märkte – das träge Uni-System kann so nicht marktgerecht „produzieren“. Noch immer werden zu wenig Informatiker und Informatikerinnen ausgebildet, obwohl der Bedarf an Technologie-Entwicklern rapide ansteigt. Die Bedeutung der IT steigt schneller als neue ITler nachwachsen. Man kann auch nicht Mitarbeiter aus völlig anderen Bereichen einfach umschulen, um den Fachkräftemangel zu befriedigen. Entwickler brauchen ein extremes Abstraktionsvermögen und algorithmische Kompetenz, welche nur eine begrenzte Zahl von begnadeten Talenten mitbringt. Sie sind ein ganz besonderer Menschenschlag.

Wie ein guter Arzt oder ein talentierter Jurist haben auch IT-Profis ein ganz spezielles Skillset, welches man nicht einfach studieren kann. Die Fähigkeit, eine enorm hohe Komplexität zu managen, gepaart mit Kreativität und Businessverständnis, was die End-User wollen – wie viele bzw. wie wenige Menschen bringen diese Begabung mit? IT-Projekte müssen in einem Umfeld, in dem sich schnell die Technologien ändern, unter hohem Druck in kurzer Zeit realisiert werden. Deshalb sind die Superbrains, die das meistern, so selten. Nur ein bestimmter Prozentsatz eines Jahrgangs ist dafür geeignet, ein richtig guter ITler zu werden. Der IT-Fachkräftemangel ist natürlich: Die Schere geht weiter auseinander und die Nachfrage nach den dünngesäten Talenten wird sogar noch steigen. Diese Lücke nennt man auch Brain Set Gap. Sie hemmt viele Unternehmen bei ihrer Digitalisierung, also „Mind the gap!“

Wenn der Bedarf nach IT-Profis eher steigt, dann wird es höchste Zeit für ein Umdenken im Recruiting. Doch wie und wo können Companies die seltene Ressource der IT-Gurus gewinnen? Spezielle Marktplätze sind die völlig logische Konsequenz aus der Verknappung. So wie Börsen organisierte Märkte sind, werden sich auch Angebot und Nachfrage nach IT-Mitarbeitern online abbilden. Denn das Netz ist der Platz, an dem sich Techies am wohlsten fühlen. Mit jovialen Headhuntern kommt man da nicht weiter, ITler ticken anderes als beispielsweise Vertriebler und Führungskräfte. Sie sind weniger karrieregetrieben und suchen eher die technisch-rationale Ansprache in der Online-Welt.

Aufmacherbild: Directly above shot of mid adult man using laptop at home via Shutterstock / Urheberrecht: Andrey_Popov

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