Karriere

Interesse an IT-Berufen steigt
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In Deutschland werden händeringend IT-Spezialisten gesucht. Da kommt es gerade recht, dass das Interesse von Schülern und Studenten an einem Job in der Informatik steigt. Die Aussichten für gut ausgebildete Kräfte sind gut.

Immer mehr Schüler können sich einen IT-Job vorstellen

Langsam steigt das Interesse an technischen Berufen. Mittlerweile kann sich jeder vierte Schüler (25 Prozent) vorstellen, später einmal im IT-Bereich zu arbeiten. Im Vergleich dazu: Bei einer BITKOM-Umfrage im Jahr 2010 hatten sich nur 23 Prozent aller Schüler eine Karriere in der IT vorstellen können.

Wenn es um IT-Jobs geht ist das Interesse mittlerweile bei Jungen (27 Prozent) nur noch unwesentlich größer als bei Mädchen (23 Prozent). Es wollen also immer mehr weibliche Arbeitskräfte auf dem IT-Jobmarkt Fuß fassen.

IT-Spezialisten in Deutschland gesucht

„IT spielt in immer mehr Bereichen unserer Volkswirtschaft eine wichtigere Rolle. Es muss uns gelingen, deutlich mehr IT-Spezialisten auszubilden, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die IT-Branche ist mit 953.000 Beschäftigten nach dem Maschinenbau der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland. Angesichts von 41.000 offenen und nur schwer zu besetzenden Stellen sind die Jobaussichten für gut ausgebildete Absolventen hervorragend.“ sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Er geht sogar so weit, Informatik als ein Pflichtfach in den Schulen vorzuschlagen. Dieses würde die Vielfalt der möglichen Aufgaben und Berufsbilder deutlich machen, könnte für ein größeres Interesse an IT-Berufen sorgen und helfen, den Fachkräftemangel im IT-Bereich zu beheben.

Gymnasiasten eher interessiert an IT als Haupt- und Realschüler

Deutliche Unterschiede beim Interesse an Informatik gibt es zwischen den Schulformen. Während sich bei den Hauptschülern nur 12 Prozent vorstellen können, später im IT-Bereich zu arbeiten, sind es bei Realschülern 16 Prozent, bei Gesamtschülern 21 Prozent und bei Gymnasiasten sogar 32 Prozent.

Auch Ingenieur und naturwissenschaftliche Berufe gefragt

Neben dem Informatikbereich ist in den vergangenen Jahren auch das Interesse an anderen technischen Berufen gewachsen. So können sich 34 Prozent der Schüler vorstellen, im naturwissenschaftlichen Bereich zu arbeiten (2010: 29 Prozent). Überaschenderweise sind auch hier die Unterschiede zwischen Jungen (35 Prozent) und Mädchen (33 Prozent) nur gering.

Am Gefragtesten sind Ingenieurberufe. Einen solchen Beruf zu ergreifen, können sich 43 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen vorstellen (2010: 27 Prozent). Dabei spricht dieses Berufsbild Jungen (48 Prozent) deutlich stärker an als Mädchen (38 Prozent). Auf keinen Fall einen technischen Beruf streben 36 Prozent der Befragten an.

Gesteigertes Interesse an Informatik-Studium

An den Hochschulen steigt das Interesse am Informatik-Studium weiter. Im Wintersemester 2014/15 ist die Zahl der Studienanfänger in der Informatik nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,6 Prozent auf 34.300 gestiegen. Die Informatik ist damit das einzige MINT-Fach, das ein neues Rekordhoch erreicht hat. Maschinenbau und Elektrotechnik mussten dagegen leichte Einbußen hinnehmen.

Besonders erfreut zeigte sich BITKOM über das deutlich stärkere Interesse von Frauen an der Informatik. Während die Zahl der männlichen Studierenden nur um 1,8 Prozent zulegte, wurden 5,6 Prozent mehr Frauen im Vergleich zum Vorjahr registriert. Die knapp 7.700 Frauen im ersten Hochschulsemester repräsentieren damit knapp 22,5 Prozent aller Erstsemester.

Zur Studie

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris durchgeführt hat. Dabei wurden telefonisch 512 Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren befragt. Mehrfachnennungen waren möglich.

 

Aufmacherbild: Isometric Office Cubicles. Men and women working with headset in a call center. via Shutterstock / Urheberrecht: Jesus Sanz

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