Internet of Things

IoT Conference: Samsung soll neue Prozessorplattform vorstellen
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Morgen beginnt die Internet of Things Conference in San Francisco. Medienberichten zufolge wird Samsung auf der Eröffnungskeynote eine neue Prozessorplattform für das Internet der Dinge präsentieren. Damit könnte der Trend neuen Rückenwind bekommen.

Die Welt der vernetzten Dinge – langsam aber sicher dringt sie vor in die privaten Haushalte, im Gewand selbsttätig bestellender Kaffeemaschinen, ständig lauschender Lautsprecher und twitternder Pflanzen. Was nach Science Fiction klingt, befindet sich schon längst in der Testphase oder steht bereits, nahezu unsichtbar, im Wohnzimmer. Für die kommenden Generationen könnten sie schon banaler Alltag sein. Das Internet of Things scheint endlose Möglichkeiten zu bieten, umso wichtiger, dass Verbraucher sich über die Bedeutung der Entwicklung im Klaren sind.

Am 12. und 13. Mai findet die Internet of Things Conference in San Francisco statt. Samsung hat angekündigt, auf der Eröffnungskeynote am Dienstag Morgen um 9.00h (Ortszeit) einen Meilenstein der Firmengeschichte vorzustellen, der eine „neue Welle bahnbrechender IoT-Geräte und -Services“ ermöglichen wird. Wie CNET erfahren haben will, handelt es sich dabei um eine neue Prozessorplattform, die mit dem Internet verknüpfte Geräte antreibt – „von Wearables bis hin zu smarten Waschmaschinen.“ Die Hardware mit dem Namen „Artik“ will Samsung auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. Young Sohn, Präsident und Chief Strategy Officer bei Samsung Electronics, will in Sachen IoT auch auf strategische Partnerschaften setzen, um Probleme aus der echten Welt anzugehen:

Today, we face an unprecedented set of global challenges in areas such as climate change, healthcare, aging demographics, urbanization, and access to food and clean water, by continuing efforts to connect devices and people to achieve greater insights, we have a huge opportunity to work with others in the industry, to tackle these real-world issues in ways that will fundamentally change people’s lives for the better.

Samsung arbeitet schon länger offensiv im Bereich der vernetzten Dinge. Im August letzten Jahres kaufte das Unternehmen SmartThings, ein Smart-Home Startup, das Verbrauchern dabei hilft, Haushaltsgeräte über das Smartphone oder andere mobile Endgeräte zu steuern. Nach eigenen Angaben hat Samsung insgesamt bereits über eine Milliarde US-Dollar in die IoT-Sparte investiert. Auf der Consumer Electronics Show im Januar dieses Jahres hat Co-CEO Boo-Keun Yoon verkündet, dass 2017 schon 90 Prozent aller Samsung-Geräte internetfähig sein werden. Der allgemeine Trend bewegt sich in entlang derselben Linie: Gartner-Analysten prophezeiten, dass im Jahr 2020 bereits 26 Milliarden Geräte mit dem Internet vernetzt sein werden. 2009 lag die Zahl noch bei 900 Millionen.

IoT zieht auch in den Handel ein

Artik könnte dem IoT-Hype starken Anschwung verleihen, möglicherweise sind schon bald diverse Geräte mit den Chips versehen. Auch im Handel macht sich der Trend langsam bemerkbar: Zuletzt hat Amazon mit seinem Dash-Button für Aufsehen gesorgt. Viele hielten es zunächst für einen Aprilscherz, als die weltweit größte Online-Versand-Plattform einen Knopf vorstellte, mit dem zur Neige gehende Vorräte direkt nachbestellt werden können. Sie können an beliebigen Stellen im Haushalt angebracht werden und wickeln bei Knopfdruck automatisch über eine App und das Amazon-Konto eine voreingestellte Bestellung ab. Ob diese Erfindung den Handel revolutionieren wird ist fraglich, dennoch zeugt sie von den Möglichkeiten, die dem Internet der Dinge innewohnen: Der Einkauf kann mit der kleinen Bewegung eines Fingers abgewickelt werden.

Gillette lässt Rasierklingen per Knopfdruck aus dem Bad bestellen

Dies hat auch Gillette bereits damit demonstriert, dass Rasierklingen per Knopfdruck nachbestellt werden können. So ganz reibungslos funktioniert das zwar noch nicht, und auch der Dash-Button wird bislang nur mit einer Auswahl von Prime-Mitgliedern erprobt, aber schon bald könnten ganze Haushalte mit verschiedenen kleinen Knöpfen geschmückt sein. Auf lange Sicht werden womöglich auch diese wieder verschwinden und selbst die Fingerbewegung überflüssig werden. Geräte wie Amazon Echo zeigen beispielsweise die Möglichkeit auf, derartige Bestellungen künftig auch per Sprachbefehl zu tätigen. Gleichzeitig arbeitet der Online-Versand derzeit an am sogenannten Dash Replenishment Service, einem Dienst, der vernetzten Geräten erlaubt, physische Güter automatisch nachzubestellen. Schon diesen Herbst sollen die ersten Geräte auf den Markt kommen.

Je mehr Unternehmen wie Amazon in den privaten Bereich vorgelassen werden, desto mehr werden sie auch über ihre Kunden lernen. Informationen über Vorräte sowie private Vorgänge Zuhause können das zukünftige Werbe- und Vertriebsverhalten maßgeblich beeinflussen. Verbraucher müssen sich darüber bewusst sein, dass sie sich mit der Benutzung derartiger Geräte auch zunehmend diesem Prozess unterwerfen und bis zu einem gewissen Grad überwachen lassen.

Aufmacherbild: Home appliances in cloud shape for IOT appliances. Clipping path available. via Shutterstock / Urheberrecht: Chesky

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