Testautomatisierung ohne Tech-Skills

Keyword Driven Testing, die nächste Evolutionsstufe
Kommentare

Um aus der Testautomatisierung den größtmöglichen Nutzen bei gleichzeitig geringstem Pflegeaufwand zu ziehen, reicht es nicht aus, sich nur mit „Capture and Replay“ zu beschäftigen.

Nach dem Aufbau von Data-Driven-Tests und Frameworks ist das Keyword-Driven Testing die nächste und zwingende Evolutionsstufe, meint Micro Focus. Dabei bietet es erhebliche Vorteile bei der Strukturierung und schnelleren Durchführung von Tests. Zudem kann dieses Schlüsselwort-gesteuerte Testverfahren auch von Mitarbeitern ohne spezielle technische Kenntnisse genutzt werden.

Im Testing-Umfeld ist es immer noch an der Tagesordnung, dass Test-Frameworks manuell, oft von mehreren Spezialisten, konzipiert und gewartet werden. Erst danach können weitere Nutzer dieses Framework verwenden, um Tests zu erstellen. Diese Vorgehensweise ist jedoch mit Problemen verbunden: Existiert beispielsweise eine wichtige Test-Methode nicht, muss sie erst entwickelt und in das Framework aufgenommen werden. Ist die Test-Methode zwar vorhanden, funktioniert aber nicht richtig, müssen ebenfalls wieder Spezialisten hinzugezogen werden. Und schließlich ist die Einbindung der Tests in die tägliche Testausführung mit einem manuellen Aufwand verbunden, der unter Umständen sehr hoch ausfallen kann.

Einfachere Testabläufe durch Keywords

Abhilfe schafft hier ein Keyword-Driven-Testing-Ansatz: Bei diesem Testverfahren werden Schlüsselwörter mit Parametern für spezifische Aktionen und Operationen definiert. Ein Schlüsselwort kann zum Beispiel für die Anmeldung an einem System oder das Starten einer Anwendung festgelegt werden. Selbst komplexere Schlüsselwörter, die aus mehreren Schlüsselwörtern bestehen, können erstellt werden. Baut ein Unternehmen im Laufe der Zeit eine stabile, effiziente Keyword-Bibliothek auf, die Testbausteine für unterschiedlichste Aktionen enthält, wird damit die Erstellung von Testabläufen deutlich vereinfacht und beschleunigt. Zentraler Vorteil dieses Software-Testverfahrens ist aber, dass Tests jederzeit und von jedem Nutzer auch ohne technisches Know-how oder Programmierkenntnisse erstellt werden können.

Weitere Vorteile des Keyword-Driven Testing im Überblick:

  • Für die Testkonzeption ist es nicht erforderlich, dass eine Applikation bereits besteht oder Keywords vorhanden sind
  • Die Trennung von Testdesign und Testimplementierung ermöglicht eine bessere Arbeitsteilung und Zusammenarbeit von Testingenieuren, die Keywords erstellen, und Business-Anwendern, die Testfälle konzipieren
  • Signifikant geringerer Wartungsaufwand als bei der Nutzung einer „Capture and Replay“-Testautomatisierung
  • Einsatzmöglichkeit bei automatischen und manuellen Tests
  • Keyword-Driven Testing Frameworks unterstützen ein Testdesign über unterschiedlichste Testautomatisierungstools hinweg, vorausgesetzt diese verfügen über eine offene Schnittstelle wie eine Java- oder .NET-basierte API.

„Keyword-Driven Testing ist ein extrem hilfreiches Konzept, vor allem in Verbindung mit einem Testmanagement, um die Testautomatisierung erfolgreich zu strukturieren und um die Wartbarkeit der Tests zu garantieren“, erklärt Christian Rudolph, Vice President Borland Sales International bei Micro Focus. „Durch die Strukturierung wird es möglich, dass unterschiedliche Benutzertypen – die eher Business-orientierten und die Technik-orientierten Nutzer – auf einem gemeinsamen Test-Set arbeiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es können mehr Nutzer zur erfolgreichen Testautomatisierung beitragen und somit auch mehr und vor allem qualitativ hochwertigere Tests in kürzerer Zeit erstellt werden.“

Aufmacherbild: Abstract of modern high tech internet data center room with rows of racks with network and server hardware. via Shutterstock / Urheberrecht: Konstantin Yolshin

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -