Schluss nach vierjähriger Zusammenarbeit

eBay stößt Magento ab
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Der Hersteller der gleichnamigen Open-Source-Shopsoftware Magento Commerce Technologies ist von eBay abgespalten worden und versucht sich jetzt als eigenständiges Unternehmen. Magento wird dabei künftig von einer Private Equity-Gesellschaft unterstützt.

Die Nachricht , dass Magento in Zukunft nicht länger zum Onlineauktionshaus ebay gehören wird, kam überraschend. Der Verkauf von Magento ist Teil eines 925 Millionen US-Dollar betragenden Deals über die Abstoßung der Firmentochter eBay Enterprise – als dessen Teil Magento seit 2013 firmiert – an ein Konsortium von Beteiligungsgesellschaften, darunter die englische Investmentfirma Permira, die sich die Anteile an Magento gesichert hat.

Verzweiflung bei eBay

Seit 2011 befand sich der Hersteller von E-Commerce-Lösungen zu 100 Prozent im Besitz von eBay. Eine damals durchaus lohnenswert erscheinende Investition für ebay, bedenkt man etwa das bis heute anhaltende Wachstum im Onlineversandhandel. Fragt sich also, warum eBay Magento loswerden wollte? Schließlich hat man mit 30 Prozent Marktanteil über den Marktführer im Bereich E-Commerce-Lösungen verfügt. Ebenfalls konnte Magentos Gewinn laut Forbes.com im letzten Jahr um sechs Prozent auf 1,24 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Insgesamt hat sich das Unternehmen in seiner Zeit bei eBay um das Fünffache vergrößern können.

All das schien aber wohl nicht den Wachstumserwartungen des Internetauktionshauses zu entsprechen, dessen Entwicklung aktuell ebenfalls zu wünschen übrig lässt. Auch ebay befindet sich deshalb in einer Umstrukturierungsphase. Die Abspaltung des Bezahldiensts PayPal, gegen die sich eBay-Chef John Donahoe vergeblich gesträubt hatte, hat für Umsatzeinbrüche gesorgt. Außerdem fehlt dem Unternehmen ein klares Profil. Somit kann man den Verkauf von eBay Enterprise bzw. Magento als Versuch verstehen, etwas Klarheit in die Bilanzen zu bringen. Nichtsdestotrotz bedeutet der Verkauf eine Niederlage: Die Firma GSI Commerce, auf der eBay Enterprise aufbaute, war im 2011 für ca. 2,4 Milliarden Dollar eingekauft worden, von denen jetzt über 1,4 Milliarden abgeschrieben werden müssen.

Hoffnung bei Magento

Bei Magento scheint man – zumindest in der Chefetage, die jetzt von Mark Lavelle, ehemals Vizepräsident von eBay Enterprise, angeführt wird – hoffnungsfroh in die Zukunft zu schauen. Die Abspaltung wird dabei als Chance gewertet, endlich die verdiente Aufmerksamkeit und Freiheit zu bekommen. Über die Zeit bei ebay äußert sich Lavelle gegenüber Forbes folgendermaßen:

It was like putting a bushel basket over a candle–it was dimmed within eBay. Outside of eBay, Magento can shine.

Jetzt habe die Konkurrenz dagegen keinerlei Möglichkeit mehr, sich vor Magento zu verstecken, wie es in einem offenen Brief des neuen CEOs heißt. Konzentrieren will man sich nun vor allem auf den Ausbau der bereits bestehenden Multikanal-Plattformen.

Aufmacherbild: Magento is presented in the form of binary code via Shutterstock, Urheberrecht: Profit_Image

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