Nachbericht zur Magento Live Australia [Gastbeitrag]

Magento – Vom Shopsystem zum Omnichannel
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Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen es: Magento geht es um mehr als E-Commerce. Mit Magento 2.0 und weiteren Lösungen will man zum führenden Omnichannel Enterprise Anbieter aufsteigen.

Auf der Magento Live Australia hat Magento das Stable Release des neues Shopsystems Magento 2.0 vorgestellt (entwickler.de berichtete). Damit hat das Unternehmen Magento Commerce nicht nur eine neue Plattform geschaffen, die Software will dank neuer Architektur und der Unterstützung neuer Technologien auch in puncto Leistung zulegen. Erste, noch rechtzeitig zum offiziellen Launch fertiggesellte E-Commerce-Projekte bestätigen diesen Anspruch. Entsprechend waren Magento Commerce und CEO Mark Lavelle in Feierstimmung.

Was ändert sich für Händler und Partner mit Magento 2.0?

Besonders spannend waren auch die Einschätzungen der anwesenden Partner und Magento-Nutzer. Paul Keen, der CIO der australischen Elektronikkette Dick Smith, hob nochmals die Professionalität und besondere Mentalität der Magento Community hervor. Deren Einsatz und Leidenschaft für die Software seien einzigartig.

Allerdings war auch eine gewisse Unsicherheit bei Händlern und Partnern spürbar. Allen ist klar, dass der Wandel nicht mit der neuen Software und einer weiterentwickelten Strategie abgeschlossen ist. Was kommt noch auf die Magento-Nutzer zu? Wie entwickelt sich das Lizenzsystem? Welche Aufwände und Kosten entstehen beim Wechsel von 1 auf 2? Wie können kleinere Agenturen den Paradigmenwechsel bewältigen?

Nicht auf alle Fragen gibt es jetzt schon erschöpfende Antworten. Einen Ausblick auf die nächsten Monate kann man jedoch schon wagen:

  • Für kleinere Agenturen könnte es tatsächlich schwer werden, da sie womöglich nicht über die nötigen zeitlichen und personellen Ressourcen verfügen, um sich neben dem Tagesgeschäft ausreichend mit Magento 2.0 zu befassen.
  • Beim Lizenzsystem ist klar, dass es zu Anpassungen kommen muss, um wettbewerbsfähig zu sein.
  • Magento 2.0 wird in den kommenden Monaten kontinuierlich weiterentwickelt, so dass bald mit der 2.1 zu rechnen ist.
  • Aus Magento Connect wird der Magento Marketplace – mit einem manuellen Qualitätsmanagement für alle Extensions.
  • Die Kosten sind – Einzelfälle außen vorlassend – höher als bei einem normalen Versionsupdate.
  • Der Total Cost of Ownership wird bei Magento 2.0 Systemen aber geringer sein – nicht zuletzt durch die hohe Qualität der Software.

Aber, hierbei waren sich absolut alle einig – mit Magento 2.0 setzt man auf ein Shopsystem, das für die E-Commerce-Zukunft sehr gut gerüstet ist.

Neue Plattform – die Magento Omnichannel Commerce Suite

Fest steht, dass ein reiner Onlinehandel mittlerweile jedoch am Marktbedürfnis vorbeigeht. Magento hat dies erkannt und ist dabei, seine Omnichannel Commerce Suite in den Markt zu bringen. Die beiden anderen Säulen neben Magento 2.0 sind die Lösungen für das Ordermanagement und Fulfillment sowie die Retail Commerce Lösung als Service-Tool für den POS.

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Noch ist eine nahtlose Integration von Online und Offline im Handel kaum Realität. Das größte Hindernis sind die Vielzahl unterschiedlicher Technologien, die als separate Silos nebeneinander bestehen und ein ganzheitliches Management von Beständen, Bestellungen, Versand und Verrechnung verhindern. Genau hier will Magento mit seiner Suite ansetzen.

Ökosystem als stabile Basis

Vor diesem Hintergrund bezeichnete Mark Lavelle es als Magentos wichtigstes Asset, über das größte Ökosystem im E-Commerce zu verfügen: 70.000 Entwickler, davon 5.200 zertifiziert, mehr als 300 Agenturpartner, Erfahrung aus mehr als 250.000 Shops. An solche Zahlen reicht kein anderes Shopsystem heran. Auf dieser Basis soll die Omnichannel-Strategie zum Erfolg geführt werden. Nicht zuletzt, weil gerade die Umsetzung von Omnichannel-Projekten einen agilen Umgang mit den jeweils individuellen Anforderungen der Händler erfordert. Dies kann von unterschiedlichen Partnern im Zweifel besser abgebildet werden als von Magento selbst, das als Unternehmen gezwungenermaßen die eigenen Prozesse standardisieren muss und so nicht mehr auf jedes Bedürfnis eingehen kann.

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Magento Commerce CEO Mark Lavelle während seiner Keynote auf der Magento Live Australia (© netz98).

Eher doch eine Evolution

Klar ist aber auch, dass ohne eBay bzw. eBay Enterprise vieles wohl nicht erreicht worden wäre. Das Wachstum der letzten Jahre, die Marktdurchdringung mit durchschnittlich 30 Prozent und auch die technologischen Grundlagen für die jetzige Ausrichtung auf den Omnichannel-Commerce – all das sind Ergebnisse, die gemeinsam mit eBay erreicht wurden. Man trennt sich daher in aller Freundschaft und Magento Commerce startet nicht bei null, sondern denkt mit der Omnichannel-Strategie konsequent weiter, was bei eBay schon angelegt war, aber noch nicht effektiv umgesetzt werden konnte.

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