Google-Funktionen

Mobile Einkäufe – Googles neue Strategie
Kommentare

Durch zwei neue Funktionen könnte Google das Kaufverhalten seiner User über mobile Geräte deutlich vereinfachen – und womöglich auch gezielter lenken. Die Antwortfunktion für Suchanfragen und ein Einkaufsbutton könnten das mobile Anzeigenproblem von Google lösen.

Manchmal sind es nur kleine Veränderungen der gewohnten Suchoberfläche, die eine entscheidende Wirkung auf das Surfverhalten der User haben – Google testet momentan zwei neue Funktionen, die die Nutzerbindung noch verbindlicher machen könnten. Für jeden Android-User, der die aktuellste Beta-Chrome-Version als Browser auf seinem mobilen Gerät nutzt, steht die neue Recherche-Suchfunktion zur Verfügung. Statt der gewohnten Autofill-Funktion schlägt Google nun hierüber auch verschiedene Antworten auf nur halb formulierte Fragen mit Infografik vor.

Antworten auf halbformulierte Fragen

Tippt man etwa „Wetter“ ein, erscheint direkt im Suchfenster das Wetter der Stadt, in der man sich befindet mit der entsprechenden Temperaturanzeige und dem Wettersymbol. Ähnlich funktioniert die Suchfunktion für schnelle Recherchen, die man normalerweise auf Wikipedia machen würde – Geburtsdaten von Promis, Bevölkerung einer Stadt, etc. Ohne, dass eine Auswahl getätigt werden müsste, also ein Klick notwendig wäre, werden die Hardfacts im Suchfenster angezeigt, und zwar größer, teils mit Grafiken. Der gewünschte Effekt: Man findet schneller Antworten auf eine halb formulierte Frage, spart Zeit und bleibt zunächst bei Google, statt den Umweg über eine andere Seite zu gehen.

Nützliche Informationen und die Produkte

Es werden keine Werbeanzeigen bei der Suchanfrage ausgespielt, was bisher bei dem mobilen Formaten das Hauptproblem des Suchmaschinenanbieters ist. Allerdings kann Google durch die Vorauswahl verschiedener Antworten das Suchverhalten des Users suggestiv stärker lenken. Will man sich weitergehend informieren, führt die Suchanfrage naturgemäß zu einem Klick. Enthält die Suchanfrage dabei etwa Begriffe, die auf Produkte abzielen wie „Schuhe“ oder „Stadt X“, ist es möglich, dass Google in Zukunft bevorzugt Vorschläge präsentiert, die auf Partner oder eigene Distributionen verweisen – „Schuhe von Marke Z“ oder „Flug nach X mit Y“. Anderen großen Internethändlern wie etwa Amazon dürfte das weniger gefallen – vor allem wenn Google zusätzlich noch, wie angekündigt, einen eigenen Sofort-Kaufbutton einführen wird.

Mobile Einkäufe leicht gemacht mit Kaufbutton

Das Wall Street Magazin berichtet, dass Google gerade einen Kaufbutton auf der Suchergebnisseite testet – und zwar für mobile Geräte. Die neue Funktion soll schon in den kommenden Wochen erscheinen. Produkte, die per Suchanfrage ausgespielt werden, können hierüber gleich per Klick gekauft werden. Was viele Nutzer bisher ohne umständliche Eingabe ihrer Nutzer- und Karteninformationen über Amazon oder Zalando tätigen, ist bald auch über Google möglich. Sind einmal die Daten hinterlegt worden, führt der Weg noch schneller und reibungsloser zum Einkauf. So formuliert es auch Omid Kordestani, Chief Business Officer von Google gegenüber dem WSJ, weniger „Reibung“ sei das Ziel. Der User müsse seinen Einkauf komfortabler tätigen können. Dem Wettbewerb wird der neue Kaufbutton ein Gräuel sein.

Wenn Google nicht nur die Suchergebnisse vorgibt, sondern auch gleich als Vermittler und Distributor Auftritt, dürfte das mobile Geschäft auch in Zukunft gesichert sein.

Aufmacherbild: On line, mobile shopping concept isolated on white background via Shutterstock, Urheberrecht: rangizzz

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -