Big in Japan

Mobile Marketing und mobile Shopping in Asien
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Während wir uns hierzulande noch über erfolgreiche Geschäftsmodelle im Mobile-Sektor den Kopf zerbrechen, werden innovative Konzepte am anderen Ende der Welt tagtäglich gelebt. Südkorea und Japan leben uns vor, wie Online Shopping und Online Marketing auch bald in Deutschland aussehen könnten – oder schnellstmöglich aussehen sollten.

Eine Online-Shopping-Tour im Netz: Flüge, Schuhe, Reservierungen, Urlaube, Kleidung und Gadgets: Während viele von uns ihre Online-Besorgungen am Desktop erledigen, kaufen Südkoreaner überwiegend via Smartphone und Tablet. Eine aktuelle Studie unter Online-Shops hat ergeben, dass die mobilen B2C-Online-Sales-Beträge zwischen 18 und 20 Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

Die Voraussetzungen für die schnelle Entwicklung von Mobile Shopping sind in Südkorea hervorragen: Die Bevölkerung ist ausgesprochen technikaffin, das mobile Netz ist sehr gut ausgebaut, die Verbindungen sind schnell.

Schnelles Internet – schnelles Geld

Schnelle Internetverbindungen zu günstigen Preisen tragen dazu bei, dass auch Japaner ihre Smartphones exzessiv nutzen, ohne lange Ladezeiten oder hohe Kosten in Kauf nehmen zu müssen.

Bei dieser intensiven Nutzung konnte sich M-Commerce in Japan früher etablieren als in Europa.

Erfahrungswerte aus Japan beruhen auf einer Mobile-sozialisierten Kundschaft. So hat zum Beispiel McDonalds bereits vor Jahren seine gedruckten Coupons abgeschafft und bietet diese ausschließlich in digitaler Form an.

Das System merkt sich die Gewohnheiten der Nutzer. Wenn zum Beispiel ein Kunde täglich einen Kaffee und einen Muffin im Schnellrestaurant kauft und plötzlich nicht mehr kommt, lockt das System den Kunden mit kostenlosen Angeboten, zeigt ihm wie weit das nächste Restaurant von seinem aktuellen Standort entfernt ist und spendiert ihm den Kaffee, wenn er in den kommenden 30 Minuten den Laden betritt.

Die Bedürfnisse der Nutzer werden erkannt und aus den gesammelten Informationen werden individuelle Mehrwerte und Angebote geschaffen.

Big in Japan

Stellen wir uns eine Mobile-Game-Entwicklerschmiede vor, die es schafft, einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Dollar mit einer Gewinnspanne von 50 Prozent zu generieren. Oder einen Messaging-Dienst, der in nur wenigen Monaten rund 40 Millionen Nutzer zählt – unmöglich? Nicht in Japan.

Erfolg von Mobile-Innovationen in Japan beruht auf der Tatsache, dass Mobiltelefone sehr stark verbreitet sind. Bei 127 Millionen Einwohnern werden in Japan rund 108 Millionen aktive Mobiltelefone gezählt. 96 Prozent davon sind 3G-fähige Geräte.

Wohlgemerkt, handelt es sich hierbei aber nicht um Smartphones, sondern um 3G-fähige „featured phones“. Und diese werden auch fleißig genutzt. So greifen Japaner viermal so häufig über ein Smartphone auf das Internet zu, als über einen PC – ein Szenario, von dem App-Entwickler in Deutschland nur träumen können.

Mädchen-Phones in Pink und Extra-Features

Aber nicht nur die Software, sondern auch die Hardware passt sich ganz individuell den jeweiligen Bedürfnissen der Zielgruppen an. Bonbon-Design für Mädchen-Phones, die am Rand des Gerätes eine Scroll-Hilfe aufweist, die mit den Fingern gesteuert werden kann. Schließlich sind lange Fingernägel bei jungen Japanerinnen sehr beliebt, stören aber, wenn man ein Multitouch-Display bedienen will.

 

Aufmacherbild: Smartphone with shopping cart full with groceries on white background von Shutterstock/ Urheberrecht Tetiana Yurchenko

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