High-Tech als Marketinginstrument

Multichannel Marketing – webinale 2015
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Andreas Brenk hat auf seiner webinale Session „High-Tech als Marketinginstrument für den Handel nutzen und dabei Multichannel-Prozesse unter einen Hut bekommen“ gezeigt, wie sich optimierte Prozesse durch die gesamte Abwicklung hindurch positiv auswirken.

Stationärer Handel, Marktplatz und Versandhandel: Der Kauf- und Verkauf von Waren hat sich über die Jahrhunderte laufend weiterentwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten hat das Internet neue Vertriebskanäle geschaffen und damit unser Kaufverhalten grundlegend verändert. Während in den neunziger Jahren nur ein kleiner Kreis an Internet-Nutzern Waren im Netzt bestellt hat, ist heute, 20 Jahre später, das Thema Mobile Commerce allgegenwärtig. Schuhe, Elektronik und Co. werden abends bequem vom iPad auf der Couch gekauft. Eine Entwicklung, die der stationäre Handel lange ignoriert hat und auf die er sich nun endlich einstellen muss. Online Shops gefährden den klassischen Einzelhandel – so scheint es zumindest. Dennoch sind die Einkaufsstraßen großer Städte an jedem Samstag gut besucht. Gleichzeitig sprießen digitale Marktplätze und spezialisierte Internet-Shops wie Pilze aus dem Boden. Online wird recherchiert – offline wird anprobiert. Gekauft wird, wo es am günstigsten ist.

Dieser Kanalmix wird heute als selbstverständlich angesehen. Um dem Kunden dabei einen perfekten Service über alle Vertriebskanäle hinweg bieten zu können, muss der Händler die verschiedenen Kanäle mithilfe optimierter Prozesse nahtlos und intelligent verzahnen. Der stationäre Handel stirbt aber deshalb nicht aus – ganz im Gegenteil. Andreas Brenk hat in seiner webinale-Session Zahlen und Fakten einer Studie aus dem Jahr 2014 präsentiert, die belegen, dass der Einzelhandel in Deutschland sogar einen kleinen aber feinen Zuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet hat.

Konkurrenz oder Synergien?

Stationärer Handel vs. Online Shop? „Es kommt auf das richtige Mittelmaß an“, betont Brenk. Es gebe kein klares entweder oder. Im Gegenteil zu früher, werden Kunden nicht mehr nur über Print- und TV-Werbung in den Laden gelockt. Apps, Social-Media-Plattformen, TV-Kampagnen Online-Marktplätze und zu guter letzt, die gute alte Print-Werbung prägen die Kaufentscheidung und begleiten den Kunden auf seiner Customer Journey, bis er endlich die Kreditkarte zückt.

Die große Stärke von Online Shops liegt in der Fachkompetenz seiner Verkäufer. Während Online Shops versuchen fehlende Produktberatung durch Kundenrezessionen zu kompensieren, können Fachverkäufer auf die Bedürfnisse der Kunden individuell eingehen. Wie hier die Brücke zwischen dem stationären Handel, dem Online Shop und dem Versandhandel geschlagen werden kann, zeigte Andreas Brenk an einem praktischen Beispiel: ein Pferdesport-Ausrüster, der seine Waren noch bis vor einiger Zeit ausschließlich per Katalog angeboten hatte, fing an Filialen zu eröffnen, weil immer mehr Kunden in das Lager gefahren waren, um die Reiterstiefel vor dem Kauf anzuziehen. Nach und nach kamen eine Online-Webseite sowie eine mobile App hinzu. In diesem Fall haben sich die verschiedenen Vertriebskanäle nicht kannibalisiert, sondern ergänzt. Somit konnte eine breitere Zielgruppe angesprochen werden.

Online goes back to Offline

Zalando ist hierzulande einer der bekanntesten Online Shops und schreibt nach jahrelangem Kampf auf dem Markt endlich auch schwarze Zahlen. Ursprünglich als reine Online-Plattform gestartet, verfolgt das Berliner Unternehmen seit einiger Zeit eine interessante Entwicklung die auf den ersten Blick befremdlich und anachronistisch erscheinen mag: Zalando eröffnet Stationäre Geschäfte in Großstädten und wirbt mit einem Prospekt, das liebevoll „Magalog“ genannt wird – das klingt zumindest nicht so altbacken und gibt dem Print-Medium einen modernen, fast digital anmutenden Schliff.

Aufmacherbild: Courier to work in the warehouse logistics via Shutterstock / Urheberrecht: alphaspirit

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