Online-Publikationen

Publisher-Trendwende: Von SEO zur Social Media Optimierung
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Social Media Plattformen werden häufiger genutzt, um zu News und Beträgen von Publishern zu gelangen. Facebook hat einer Studie zufolge nun Google eingeholt hinsichtlich der Zugriffsvermittlung – sowohl der Fokus der Optimierung verlagert sich als auch das Anzeigengeschäft.

Für Online-Publikationen sind bisweilen überwiegend SEO-Experten dafür zuständig, Seiten und Beiträge so auf den Google-Suchalgorithmus abzustimmen, dass diese besser gerankt werden und dadurch eine größere Leserschaft erreichen. Diese Expertise wird in naher Zukunft vermehrt auf Social Media Optimierer übergehen. Dadurch, dass immer mehr User vor allem über Facebook auf Online-Publikationen aufmerksam werden, verlagert sich allmählich das Medium, über das Aufmerksamkeit erzeugt wird. Mit der Verbreitung von Instant Articles könnte sich dieser Trend weiter fortsetzen. Eine Studie vom Statistikdienstleister Parse.ly, die auf Business Insider veröffentlicht wurde, deutet an, dass Facebook bereits Google News und die Suchmaschine an Relevanz für Online-Publisher überholt hat. War 2013 Google noch der klare Favorit hinsichtlich des Traffics, so liegt seit April diesen Jahres Facebook knapp vorn. Untersucht wurde der Zugriff über digitale Medien, die auf die entsprechenden Artikel der Publisher verlinken – Hierzu zählen etwa Suchmaschinen, Social Media Plattformen, Aggregatoren und RSS-Reader, die auf Artikel von Business Insider, Mashable oder Reuters verweisen.

Mehr Zugriffe über Social Media Plattformen

So sollen 43 Prozent aller Zugriffe auf Publisher-Beiträge über Social Media Plattformen stattgefunden haben, 38 Prozent über Suchmaschinen, gerade mal drei Prozent über Aggregatoren und weniger als ein Prozent über RSS. Die restlichen Prozentpunkte verteilen sich auf andere nicht genauer definierte Medien. Von den 43 Prozent der Social Media Zugriffen ist Facebook die einflussreichste Plattform. Mit knapp 40 Prozent Marktanteil liegt Facebook weit vor Twitter oder Reddit, die beide unter der Fünfprozentmarke liegen. Zwar hat Parse.ly die statistische Erhebung lediglich aus dem eigenen Kundenportfolio geschöpft – also über die Daten derjenigen Publishern wie Reuters oder auch Business Insider, die den Analytics-Dienst der Seite nutzen – doch weisen die Zugriffswege womöglich auf einen Trend, der auch für andere Online-Magazine und Publisher in Zukunft interessant werden dürfte.

Veränderungen im Anzeigengeschäft

Wenn User vermehrt den Weg über Social Media Plattformen nehmen, um auf News und anderen Content zuzugreifen, gewinnt für Publisher anstelle von SEO künftig die Social Media Optimierung an Bedeutung. Anders formuliert: Facebook-User suchen nach Neuigkeiten vermehrt über die Facebook-Suche oder haben bereits Publisher-Seiten geliked, so dass sie direkt über ihren News Feed informiert werden – der Weg über Google News oder die Suchmaschine entfällt zusehends. Zwar gab es mit der Umstellung des News-Feed-Algorithmus im April diesen Jahres seitens der Publisher einige Aufregung, da diese nicht mehr so prominent wie zuvor im News Feed der User erscheinen, doch dafür kam Facebook wenig später mit Instant Articles um die Ecke. Deutsche Verlagshäuser wie Springer (Bild) und Spiegel Online oder auch die New York Times sowie The Guardian sind bereits die Kooperation mit Facebook eingegangen und veröffentlichen in Zukunft direkt über Facebook. Damit wird die Verweildauer in Zukunft noch mehr auf Facebook gebündelt, aber auch die Zugriffe werden mehr über Facebook vermittelt. Dies könnte wiederum eine Verlagerung des Anzeigengeschäfts zur Folge haben, was sich positiv für Facebook und negativ für Google auswirken könnte. Schon jetzt bietet Facebook seinen Kooperationspartnern bei Instant Articles Anzeigenformate, die sowohl für den Publisher als auch für Facebook attraktiv sind.

Aufmacherbild: Moscow, Russia – February 27, 2014: Search engine Google and the entrance to the Facebook social network. Google and Facebook are the most advanced Internet companies in the world via Shutterstock, Urheberrecht: OlegDoroshin

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