Die Suche nach Fachkräften im digitalen Zeitalter

Recruiting 4.0: Neue Herausforderungen für Personaler
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Der Fachkräftemangel und die Digitalisierung haben das Arbeitsfeld von Recruitern verändert. Bewerber haben immer höhere Ansprüche an Jobs und Bewerbungsverfahren. So funktioniert Recruiting 4.0.

Recruiting findet fast ausschließlich über das Internet statt. Auf Job-Websites wie Stepstone, Monster, Xing und Co. konkurrieren gerade in Zeiten des Fachkräftemangels die Unternehmen um die besten Bewerber. Geeignete Kandidaten zu finden stellt für die meisten Recruiter die größte Herausforderung an ihrem Job dar. Jeder zweite findet es schwierig, die Anforderungen der Bewerber an Gehaltsvorstellungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu erfüllen. Das gaben drei von vier Befragten in der neusten Trendstudie von Stepstone an. Für diese wurden 1.000 Personalverantwortliche in Unternehmen und mehr als 17.000 Fachkräfte befragt.

Um möglichst aus der Masse herauszustechen, müssen Personaler eine attraktive Arbeitgebermarke schaffen. Dieser Imageaufbau wird von jedem zweiten Recruiter als höchst anspruchsvoll angesehen. Deshalb werden beim sogenannten Digital Employer Branding Websites erstellt, Jobs vorgestellt und Mitarbeiter interviewt. Ein recht umfangreiches Beispiel hierfür ist die Employer-Branding-Kampagne der Deutschen Bahn, die sich als Unternehmen auf einer eigens hierfür gelaunchten Karriere-Website vorstellt. So will man vor allem die personellen Lücken in der IT schließen und insgesamt 7000 neue Mitarbeiter finden.

Fachkräfte sind anspruchsvoll

Die Studie zeigt außerdem: Spezialisten sind rar und haben hohe Ansprüche an ihre Arbeitgeber. Ein interessantes Jobangebot vorausgesetzt, sind stattliche 87 Prozent der Befragten jedoch offen für einen Jobwechsel. Auf welche Aspekte Fachkräfte besonders großen Wert legen und welche Faktoren sie bei einem Jobwechsel in Erwägung ziehen, zeigt die folgende Top-5-Liste:

  1. Interessante Arbeitsinhalte
  2. Gute Beziehung zu den Kollegen
  3. Klare Anforderungen und Ziele
  4. Die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln
  5. Ein höheres Gehalt

Mit guter Candidate Experience punkten

Um sich im Wettbewerb um die besten Talente von anderen Unternehmen abzuheben, können die Unternehmen schon vor dem Bewerbungsverfahren punkten – beispielsweise mit einer guten Kommunikation, die sich an den Bedürfnissen der Kandidaten orientiert. Diese wollen vor allem detailliert über die ausgeschriebenen Stellen informiert werden. Viele Bewerber geben an, dass sie in den meisten Stellenanzeigen Angaben zu Gehalt und Zusatzleistungen, zur Gestaltung der Zusammenarbeit und die Darstellung des Unternehmens aus Mitarbeitersicht vermissen. Jeder zweite wünscht sich transparentere Angaben zu den Arbeitszeiten und zur Work-Life-Balance. Informationen, die vor allem für junge Fachkräfte von Bedeutung sind.

Zukunft der Bewerbung ist einfach, schnell und mobil

Auch im Bewerbungsprozess selbst können Unternehmen einige Schritte vereinfachen. Immer mehr Kandidaten würden sich gern schnell und unkompliziert per Smartphone und Tablet bewerben. Eine Anpassung an eine zeitgemäße und mobile Gerätenutzung liegt nahe, wird aber von wenigen Unternehmen umgesetzt: Immer noch 31 Prozent der befragten Recruiter bevorzugen eine schriftliche Bewerbung per Post. Arbeitsuchende müssen also einige Hürden bewältigen, um ihren Traumjob zu bekommen. Laut der Studie fällt es den Bewerbern ferner besonders schwer, ein Anschreiben zu formulieren (62 Prozent), jeder vierte hadert mit der optischen Gestaltung seiner Bewerbung. Hier schaffen beispielsweise Online-Templates und Formulare Abhilfe.

Aufmacherbild: „We are hiring“ yellow banner on white texture background. Job board design, template. via Shutterstock / Urheberrecht: Gonzalo Aragon

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