Digital Publishing

Self Publishing – Publizieren ohne Verlag
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Self Publishing hat sich mittlerweile zu einer beliebten Form des Publizierens entwickelt. Außerhalb der Verlage sind die Autoren zwar unabhängig aber auch mit neuen Aufgaben, wie Vertrieb und Marketing, konfrontiert. Hier tun sich außerdem neue Geschäftszweige für Publishing-Plattformen auf.

Im Internet kann jeder seine eigenen Texte veröffentlichen. Das machen sich nicht nur Blogger zu nutze. Auch Autoren können digitale Texte über verschiedene Plattformen als E-Books publizieren. Hintergrund für das Verlegen im Alleingang muss nicht immer die vergebliche Suche nach einem Verlag sein. Viele Autoren möchten ihre Manuskripte unabhängig von den festen Strukturen der Verlagsbranche veröffentlichen und verzichten im Sinne der publizistischen Freiheit auf verschiedene Serviceleistungen der Verlage.

E-Books im Self Publishing

Die meisten Self-Publishing-Bücher werden in digitaler Form veröffentlicht. Das liegt zum einen an den Mehrkosten, die durch den Druck entstehen. Zum anderen ermöglichen verschiedene Portale und Dienstleister im Internet das eigenständige Hochladen von Manuskripten. Durch diese digitale Infrastruktur ist es Autoren erst möglich, ihre Bücher eigenständig zu veröffentlichen und an verschiedene Verkaufsstellen zu übermitteln. Erst durch den Wandel des Buch zu einem teilweise auch digitalen Medium konnte sich das Self Publishing erst zu einer gängigen Publikationsform etablieren.

Des Weiteren kommt die Veröffentlichung als E-Book auch dem steigenden Bedarf der Leser an digitalem Lesestoff nach. Im Zuge der Digitalisierung hat sich auch das Leseverhalten verändert und viele Leser sind vom papiernen Buch zum E-Book Reader gewechselt.

Meinungen zum Self Publishing

Diese als Self Publishing bezeichnete Form des Publizierens scheint sich bei vielen Lesern mittlerweile etabliert zu haben. Einer Studie zufolge, die der Digitalverband BITKOM in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung durchgeführt hat, haben 18 Prozent der Nutzer von E-Books schon Texte von Self Publishing-Autoren gelesen und 11 Prozent eigene Texte selbst publiziert.

„Die digitalen Medien eröffnen Autoren viele Möglichkeiten, mit ihren Werken auf den Markt zu gehen und neue Leser zu gewinnen“, sagt Timm Hoffmann, Bereichsleiter Digital Media beim BITKOM.

Self Publishing-Werke sind meist preiswerter als andere Bücher, da sie in der Regel ohne Mitwirkung eines Verlags produziert werden. Wie erfolgreich Self Publishing ist, zeigt ein Blick in die Verkaufscharts. Unter den hundert meist verkauften E-Books, kommt gut die Hälfte von Self Publishern. Laut Umfrage kennen 87 Prozent der befragten E-Book-Leser die Möglichkeit des Self-Publishings, unter den Lesern von gedruckten Büchern sind es immerhin 52 Prozent.

Trotzdem sind die Meinungen zum Self-Publishing durchaus gespalten. 29 Prozent all derer, denen diese Publikationsform bekannt ist, sagen, dass der Buchmarkt durch Self Publishing größer und vielfältiger wird. Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten stimmt der Aussage zu, dass es durch Eigenpublikationen der Autoren mehr Bücher gibt, die ihrem persönlichen Geschmack entsprechen. 31 Prozent finden gut, dass die Texte preiswerter sind als andere Publikationen. Zudem sind 22 Prozent der Ansicht, dass die Beziehung zwischen Lesern und Autoren von Self Publishing-Texten intensiver ist.

Auf der anderen Seite vermisst knapp ein Viertel (24 Prozent) die Qualitätskontrolle der Verlage. 15 Prozent sind der Meinung, dass durch Self-Publishing auch viele schlechte Bücher auf den Markt kommen.

Einer der wohl bekanntesten Self Publishing Romane ist 50 Shades of Grey, der von der britischen Autorin E. L. James zunächst auf ihrer eigenen Website veröffentlicht wurde und sich zu einem weltweiten Bestseller entwickelt hat. Die Veröffentlichung im Alleingang kann also auch als Sprungbrett in einen Verlag genutzt werden. Inzwischen haben sich aber auch im deutschsprachigen Raum zahlreiche Self-Publishing-Autoren etabliert. Obwohl die Self-Publishing-Autoren nicht auf den gängigen Bestsellerlisten aufgeführt werden, haben sich viele eine feste Stammleserschaft aufbauen können. Durch die hauptsächlich digital publizierten Bücher sind auch die Kaufzahlen der erfolgreichen Self-Publishing-Autoren häufig höher, als die der Verlagsautoren, die primär die Form des gebundenen Buches nutzen. Das liegt vor allem auch am günstigeren Kaufpreis für die E-Books.

Anders als bei der Belletristik wird im akademischen Bereich Self Publishing bereits seit Jahren erfolgreich genutzt, um zum Beispiel Hausarbeiten und Abschlussarbeiten in digitaler Form zu veröffentlichen.

Autor im Alleingang

Verglichen mit der klassischen Form des Verlegens von Büchern, ist der Autor beim Self Publishing weitestgehend auf sich allein gestellt. Während beim Verlag eine ganze Reihe von Akteuren bei der Veröffentlichung des Buchen mitwirken, fallen diese beim Self Publishing zum größten Teil weg. Das bedeutet, der Autor muss die Aufgaben von Lektoren, Vertrieblern oder des Marketings selbst übernehmen. Mit dem eigenständigen Veröffentlichen eines Buches hängt also ein großer Mehraufwand für den Autor zusammen. Das kann sich zum einen auf die Qualität der Texte auswirken, denn das Redigieren durch einen professionellen Lektor entfällt oft. Viele Autoren sind außerdem mit Verkaufs- und Marketing-Strategien nicht vertraut.

Das Geschäft mit dem Self Publishing

Genau hier setzen die Geschäftsmodelle von Self-Publishing-Plattformen wie zum Beispiel epubli, Neobooks, Bookrix oder ebook.de, ehemals Libri an. Diese verfolgen zunächst einmal einen B2C Ansatz und monetarisieren sich zum einen durch den Verkauf eines Publikations-Service. Mit dem Erwerb eines solchen Service-Pakets werden die Bücher veröffentlicht und im Online-Handel platziert. Zusätzlich bieten viele Publishing-Plattformen den Autoren verschiedene Service-Leistungen an und helfen beispielsweise mit Lektorats-Dienstleistungen, bei der Cover-Gestaltung oder geben Hilfe bei Vertrieb und Marketing der Bücher. Die Plattformen offerieren häufig auch noch den Druck der Manuskripte, entweder in einer bestimmten Auflagenzahl oder als Print-on-Demant auf Bestellung.

Ein anderes Monetarisierungsmodell basiert auf dem sogenannte Book-on-Demand-Prinzip. Hier behalten die Publishing Dienstleister einen Teil des Erlöses ein, der durch den Verkauf der Bücher gemacht wird. Der Vertrieb findet entweder im eigenen Shop oder externen Webshops statt, wie zum Beispiel auf Amazon oder den Online-Präsenzen von Verlagen. Der Rest wird dann dem Autor als Honrar ausgezahlt. Anders als beim Autor-fokussierten Monetarisierungskonzept werden hier die Einnahmen durch die Einkäufe der Leser generiert.

Vertrieb von Self Publishing Büchern

Für den Verkauf eines Self-Publishing-Buches können sogenannte Distributoren genutzt werden. Beispiele für diese Plattformen sind das obengenannte epubli sowie Bookrix, Tredition, Lulu oder Neobooks. Durch die Distributoren werden die Manuskripte als E-Books in den Online-Shops verschiedener Buchhändler platziert und stehen dort zum Verkauf. Eine weitere Möglichkeit für den Vertrieb von E-Books ist die Platzierung bei Amazon.

Manche Distributoren vergeben zusätzlich eine Internationale Standard-Buchnummer, kurz ISBN. Diese hat den Vorteil, dass die E-Books mit Buchnummer so auch über den Handel verkauft werden können und in Literaturkatalogen im Netz leichter gefunden werden. Hier sind die Preise pro Distributor unterschiedlich, bei Neobooks, Smashwords oder Bookrix gibt es die Nummer kostenfrei. Auf Grund der Kosten, die meistens durch die Registrierung der ISBN Nummer entstehen, verzichten manche Autoren oder kleine Verlage auch auf die Nummer, denn die E-Books lassen sich auch über die Titelsuche leicht im Netz finden.

Es lohnt sich auf jeden Fall die Konditionen der verschiedenen Distributoren miteinander zu vergleichen, denn diese weichen zum Teil stark voneinander ab. Eine Veröffentlichung bei Amazon hat außerdem den Vorteil, dass man hier einen schon etablierten Kundenstamm nutzen kann. Nichtsdestotrotz gehen einige Bücher in der schieren Masse an Publikationen eventuell unter. Mit anderen Distributoren lassen sich bestimmte Zielgruppen unter Umständen besser erreichen.

Verschiedene E-Book Formate und Reader

Bei der Veröffentlichung von E-Books gibt es verschiedene Formate. Man sollte sich also zu Beginn Gedanken machen, für welche Plattform und welche Reader man seinen Text veröffentlichen möchte und je nach dem einen geeigneten Distributor auswählen. Am weitesten verbreitet ist das EPUB-Format, das von den meisten Readern unterstützt wird. Für die Kindle-Geräte von Amazon benötigt man die Formate MOBI oder PDF.

Aufmacherbild: modern ebook reader on book on wooden background via Shutterbilder / Urheberrecht: enzodebernardo

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