Musik-Streming Dienste

Spotify: Kampf um den Musik-Streaming Thron
Kommentare

Während Spotify neue Finanzierungserfolge einfährt, machen Simfy und Grooveshark dicht. Aber auch die Konkurrenz seitens Apple schläft nicht.

Der Musikstreaming-Dienst Spotify hat frisches Kapital einfahren können. Ganze 350 Millionen Dollar Kapital kamen in der aktuellen Finanzierungsrunde zusammen. Ein Großteil des Geldes soll von Investor Goldman Sachs stammen. Der Wert des Unternehmens wird nun auf 8 Milliarden Dollar geschätzt. Ein wertvoller Erfolg für das Startup, denn der Markt ist hart umkämpft und so kann jeder Cent zum Ausbau der Dienste und zur Vergrößerung des Unternehmens gebraucht werden.

Simfy und Grooveshark machen dicht

Des einen Freud ist des anderen Leid. Anders als dem schwedischen Marktführer ging es da einem Streaming-Dienst aus der Bundesrepublik. Simfy musste nach einigen lizenzrechtlichen Problemen aufgeben. Nachdem immer mehr Musiklabels dem Dienst die Lizenz entzogen hatten, darunter auch Warner Music, standen den Usern nur noch wenige Musiktitel zum Streaming zur Verfügung. Gründerszene mutmaßt, dass auch Universal und Sony Music dem Beispiel von Warner gefolgt seien, anders könne man sich den Schwund des Musikauswahl nicht erklären.

Auf der Homepage von Simfy wird offiziell auf das eingeschränkte Angebot hingewiesen: „Ab dem 1. Mai 2015 wird Simfy nur noch eine stark eingeschränkte Anzahl an Songs anbieten.“ Um die User nicht im Regen stehen zu lassen, verweist Simfy an den Kooperationspartner Deezer, eine Streaming-Plattform aus Frankreich. Wer schon Kunde bei Simfy ist könne nahtlos wechseln. Für Deezer erschließt sich so eine große Zahl an neuen Nutzern auf dem Deutschen Markt, für Simfy bedeutet dies wohl das aus.

„Ab dem 1. Mai 2015 wird Simfy nur noch eine stark eingeschränkte Anzahl an Songs anbieten. Da wir dir aber auch weiterhin das bestmögliche Musikerlebnis bieten wollen, haben wir ein besonderes Angebot für dich. Melde dich jetzt bei unserem Kooperationspartner Deezer an und höre all deine Lieblingslieder aus über 35 Millionen Songs, jederzeit und überall.“

Neben Simfy musste sich auch Grooveshark geschlagen geben. Seit dem 30. April wird auf der Homepage nur noch ein Brief an die User angezeigt in dem sich die Macher von Grooveshark für „very serious mistakes“ entschuldigen. Man hätte sich die Lizenzen der Musiklabels einholen müssen bevor man die Titel zum Streaming freigegeben hat. Auch hier haben Lizenzprobleme den Streaming-Dienst zu Fall gebracht.

„Today we are shutting down Grooveshark“

Zwei Konkurrenten weniger also für Spotify. Trotzdem ist das Unternehmen nicht allein auf dem Markt. Andere Musikplattformen haben unlängst den Streaming-Thron ins Auge gefasst, so zum Beispiel Jay-Z mit Tidal. Hier wollte der Rapper all die Künstler versammeln, die sich gegen die schlechten Konditionen für Musiker auf Spotify zur Wehr setzen wollten. Mitgründer von Tidal sind Musiker wie Rihanna, Madonna und Beyoncé. Die Plattform hat jedoch einen eher schwachen Start hingelegt und konnte nach einem Monat 770.000 zahlende User für sich gewinnen. Spotify hat im Vergleich 50 Millionen Premium-User und 60 Millionen Nutzer des kostenlosen Angebots.

Apple greift mit Beats Music an

Aber auch von Seiten Apples gibt es Gegenwind für Spotify, seitdem das Unternehmen den Kopfhörer-Hersteller Beats und den dazugehörigen Streaming-Dienst Beats Music übernommen hat. Apple hat zwar mit seiner iTunes Musikbibliothek die Nase vorn, was den Verkauf von MP3s angeht, konnte aber in der Streaming-Branche bisher noch nicht Fuß fassen. Es wird damit gerechnet, dass der neue Streaming-Dienst auf der nächsten Entwicklerkonferenz WWDC im Juni vorgestellt wird.

Apple wird wohl kein kostenfreies Angebot starten, hat so aber einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Freemium Modell von Spotify – immerhin nutzen die meisten Nutzer den Gratiszugang und nehmen dafür die Werbeeinspielungen in Kauf. Man hat aber seine ganz eigene Strategie, um den Konkurrenten Spotify aus dem Weg zu räumen. Laut The Verge setze Apple wohl Plattenlabels unter Druck, Spotify die Lizenz für das kostenfreie Angebot zu entziehen und die Musiktitel aus dem Freemium-Dienst zu entfernen. Das würde die Auswahl auf Spotify massiv einschränken und Apple selbst zu einer ganze menge exklusiven Musiktiteln verhelfen. Der Fall wird zur Zeit vom amerikanischen Justizministerium untersucht.

So ringen die Streaming-Dienste weiter um die Vorherrschaft auf dem Streaming-Markt, während sich Künstler wie Taylor Swift weiter um eine faire Vergütung für die Nutzung ihrer Inhalte auf den Streaming-Portalen einsetzen und die Musik teilweise komplett von den Plattformen nehmen. Trotzdem haben die Streaming-Dienste den Konsum von Musik und das Nutzerverhalten entscheidend verändern und so geht der allgemeine Trend im Medienkonsum Richtung nutzen statt kaufen.

Aufmacherbild: 23 March 2015 – Istanbul, TURKEY: Spotify Swedish music service that offers legal streaming music. Was launched in October 2008. via Shutterstock / Urheberrecht: endermasali

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -