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Interview mit Markus Schranner vom Startup Weekend Future Shopping
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Markus Schranner vom Startup Weekend Future Shopping spricht über das Event, die Partnerschaft mit der Deutschen Bahn und Trends im eCommerce und Retail.

1. Hallo Markus, du bist Organisator vom Startup Weekend Future Shopping, welches vom 27.02.-01.03.2015 in Berlin stattfinden wird. Was erwartet die Teilnehmer bei einem Startup Weekend?

Markus Schranner: Ein Startup Weekend zu erklären ist eine Herausforderung. Das versuchen wir bereits seit 2009. Wirklich verstehen kann man das Event eigentlich erst, wenn man daran teilgenommen hat.

Am ehesten trifft es wohl die folgende Beschreibung: Wir stellen den Teilnehmern eine Plattform zur Verfügung auf Basis derer sie sich vollständig auf ihre Idee konzentrieren können. Wir kümmern uns um alle Rahmenbedingungen wie Arbeitsplatz, Internetverbindung, Verpflegung und natürlich Mentoren. Dann simulieren wir an einem Wochenende nahezu alles, worauf es bei einer Unternehmensgründung ankommt.

Die Teilnehmer stellen ihre Idee einem interessierten Publikum vor und müssen mit ihrem Pitch überzeugen. Danach gilt es ein Team zu rekrutieren und zu organisieren. Mit Hilfe des Mentorennetzwerkes und harter Arbeit ist das Ziel des Wochenendes, ein MVP (Prototyp) zu bauen.Wir legen dabei besonderen Wert darauf, dass die Teams nicht nur im „Büro“ sitzen und ihre Annahmen umsetzen, sondern dass ganz entsprechend der Lean Startup Methode bereits zu Beginn mit (potentiellen) Kunden gearbeitet wird. Durchschnittlich entsteht auf diese Weise ein bleibendes Unternehmen pro Event. Besonders hervorheben möchte ich hier Kptn Cook, Coinalytics und Soundbrenner, die alle während eines Startup Weekend Berlin entstanden. Alle haben auch bereits erste Finanzierungsrunden hinter sich. Bisher leider jedoch nahezu ohne die Beteiligung deutscher Investoren.

2. Was darf man sich unter dem Thema “Future Shopping” vorstellen? Welche Geschäftsideen werden gesucht?

Markus SchrannerHier schränken wir ganz bewusst nur sehr wenig ein. Wir haben zwar einige Ideen, wie man ein neues Einkaufserlebnis kreieren könnte, allerdings glauben wir noch viel mehr an die Kreativität unserer Teilnehmer. Grundsätzlich suchen wir Ideen, die den Kunden eine bessere Erfahrung beim Einkauf ermöglichen oder es einfacher machen das Gesuchte zu finden. Genauso sind wir an Ideen interessiert, die es Einzelhändlern ermöglichen, die Anforderungen der Kunden besser zu verstehen und so das Einkaufserlebnis ihren Zielgruppen besser anpassen zu können. Gleich welches Problem die Ideen lösen, wir sind schon sehr gespannt darauf, was sich unsere Teilnehmer so ausdenken werden.

3. Was sind für dich aktuelle und zukünftige Trends im Retail und eCommerce?

Markus SchrannerBeim klassischen eCommerce (einfacher Online-Shop) sehe ich derzeit vor allem Optimierungspotential. Aktuell ist ein Großteil der Möglichkeiten in meinen Augen ausgeschöpft. Es gibt noch einige wenig besetzte Nischen, die sich aber in den nächsten Jahren schließen werden. Auch die Logistik wird sich nur sehr langsam ändern. Amazons Drohnenlieferung wird selbst in den USA noch einige Jahre auf sich warten lassen, da die Regierung nicht gewillt scheint, den Luftraum hierfür freizugeben.

Eine große Chance sehe ich jedoch in der Verknüpfung von On- und Offline. Hier passiert noch nicht sonderlich viel, die Möglichkeiten sind aber unheimlich groß. Eine Möglichkeit über die der Harvard Business Manager schon vor mehr als einem Jahr schrieb wäre, dass wir zu Hause aussuchen was uns gefällt und es gleich in einem Ladengeschäft unserer Wahl reservieren. Sobald wir den Laden betreten erkennt uns eine Kamera und informiert per Signal das Servicepersonal. Wir werden
persönlich begrüßt und erhalten direkt Zugang zu einer Umkleidekabine, in der unsere reservierten Kleidungsstücke bereit liegen. Nach dem Probieren werden die gewählten Kleidungsstücke eingepackt. Bezahlt wird automatisch. Beim verlassen des Geschäfts weist uns ein Monitor auf ein besonderes Angebot hin, welches perfekt zu den von uns gekauften Teilen
und zu unseren Körpermaßen passt. Per Sprachbefehl kaufen wir das Teil, welches dann direkt zu uns nach Hause geliefert wird.

4. Die Deutsche Bahn ist Partner der Veranstaltung. Welche Verbindung besteht zwischen dem Event und dem Unternehmen?

Markus SchrannerDie Deutsche Bahn verfügt nicht nur in Deutschland über riesige Flächen, welche täglich von Millionen Gästen besucht werden. Diese Kombination schreit geradezu nach neuen Konzepten. Über das Event und einige nachgelagerte Programme werden nicht nur Ideen, sondern auch die Unternehmer, die diese umsetzen möchten und können, gesucht. Hierzu stellt die Bahn Mentoren, Zugang zu Entscheidern und Partnern, sowie zum eignen Netzwerk zur Verfügung. Außerdem werden ausgewählte Ideen die Möglichkeit erhalten, ihre Idee direkt an Bahnhöfen zu testen und zu verfeinern. Auf diese Weise können sowohl die Gründer, als auch die Deutsche Bahn profitieren. Eine astreine Win-Win-Situation.

5. Wie geht es nach dem Event weiter? Was erwartet die Gewinner? Wie unterstützt ihr die übrigen Teilnehmer im Anschluss?

Markus Scharnier: Unabhängig davon, ob die Idee nach dem Wochenende weiter bearbeitet wird oder nicht gibt es für die Gewinnerteams einige Preise. Die Deutsche Bahn ermöglicht es, wie oben schon erwähnt, ausgewählten Teams ihre Idee an Bahnhöfen zu testen und zu bewerben. Zusätzlich gibt es gewöhnlich alles, was die beginnenden Unternehmer benötigen um durchzustarten – vom Büroraum bis hin zu Soft- und Hardware. Sowohl die Sponsoren, unter anderem auch bekannte Namen wie die Metro Group und Görtz, als auch wir werden allen Teilnehmern weiter als Ansprech- und Netzwerkpartner zur Seite stehen. Egal ob es darum geht einen Mitgründer, einen Berater oder einen Investor zu finden, in den meisten Fällen haben wir einen Ansprechpartner, der weiterhelfen kann. Wenn
nicht im lokalen Netzwerk in Berlin oder Deutschland, dann in unserem Internationalen. Wir haben Ansprechpartner in mehr als 100 Ländern, die alle bereitstehen um bei der Gründung zu unterstützen. Außerdem bieten wir von Startup Germany e.V. Webinare und Workshops an, die den Gründern einen Einstieg in die verschiedensten Themen erleichtern. Eine Jobbörse ist in Arbeit und wird in den nächsten Monaten in eine Public Beta gehen. So bauen wir unser Unterstützungsangebot kontinuierlich aus.

Das Startup Weekend Future Shopping ist leider bereits ausverkauft. Wir können euch jedoch exklusiv noch zwei Freitickets anbieten. Wer eins der Tickets gewinnen will, schickt uns einfach eine Email mit Vor- und Zunamen an redaktion@webmagazin.de

Die zwei schnellsten Einsendungen gewinnen ein Ticket und werden per Email benachrichtigt. Viel Erfolg!

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