Arbeitskultur

Streben nach Freizeit: Top 10 Karriereziele 2015
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Sich vom Job, den Mails und dem Chef nicht mehr so stressen lassen, das nehmen sich die Deutschen in diesem Jahr besonders oft vor. Der Wunsch nach einer ausgeglicheneren Work-Life-Balance zeigt einen Wertewandel in der Arbeitswelt. Die Ambitionen bleiben trotzdem hoch, denn das Gehalt soll natürlich trotzdem stimmen.

Der Jahreswechsel geht für gewöhnlich mit einer ganzen Reihe an guten Vorsätzen einher. Darunter ist auch bei vielen die Absicht, in diesem Jahr ein wenig kürzer zu treten und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen oder einfach ein wenig mehr Freizeit zu genießen. Das hat auch eine Studie mit dem Titel „Karriereziele 2015“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup ergeben. Es wurden 1.000 Deutsche nach ihren Karrierezielen für das kommende Jahr befragt.

Top 10 der beruflichen Vorsätze für 2015

  1. Die Arbeit lockerer sehen (36 Prozent)
  2. Nach Feierabend besser abschalten (36 Prozent)
  3. Effizienter arbeiten (19 Prozent)
  4. Stärkeres Engagement im Job (17 Prozent)
  5. Selbstbewussteres Auftreten gegenüber Vorgesetzten (17 Prozent)
  6. Arbeitszeit reduzieren (16 Prozent)
  7. Bessere Zusammenarbeit mit Kollegen (16 Prozent)
  8. Bewerbung bei anderem Arbeitgeber (15 Prozent)
  9. Mehr Zeit in den Job investieren (11 Prozent)
  10. Mehr Networking betreiben (11 Prozent)

Kürzer treten und besser abschalten

Die Studienergebnisse zeigen, dass insgesamt 36 Prozent der Deutschen versuchen wollen, ihre Arbeit lockerer zu sehen und nach Feierabend besser abzuschalten. Dabei wollen aber nur die wenigsten auf Gehalt verzichten. 51 Prozent verfolgen das Ziel, in diesem Jahr mehr Geld zu verdienen als im letzten. Einige Ambitionierte gibt es nach wie vor: 17 Prozent der Deutschen wollen sich im kommenden Jahr stärker im Job engagieren und 11 Prozent sogar mehr Zeit in den Job investieren.

Mit dem Vorsatz, kürzer zu treten nimmt wohl auch die Bereitschaft ab, sich weiterzubilden und die eigene Karriere voranzutreiben. So wollen nur 8 Prozent im kommenden Jahr ein Studium oder eine Ausbildung aufnehmen beziehungsweise weiterführen. Im Gegensatz dazu waren es im letzten Jahr mit 16 Prozent noch doppelt so viele. Auch berufsbegleitende Fortbildungen haben aus Arbeitsnehmersicht an Attraktivität verloren, lediglich 8 Prozent interessieren sich dafür (2014: 11 Prozent).

Viele sind unzufrieden mit Jobsituation

Es ist schon ein wenig erschreckend zu sehen, dass nur 13 Prozent aller Befragten mit ihrer aktuellen Jobsituation rundum zufrieden sind und deshalb im neuen Jahr nichts ändern wollen. Trotz der scheinbaren Unzufriedenheit des Großteils der Arbeitnehmer ist die Wechselbereitschaft gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken: Nur 15 Prozent wollen im neuen Jahr einen Job finden, der ihren Fähigkeiten und Interessen besser entspricht. Im letzten Jahr waren es mit 28 Prozent noch fast doppelt so viele. Wie passt das zusammen? Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland erklärt:

„Ihrem Arbeitgeber gegenüber sind Mitarbeiter loyaler als im Vorjahr. Gleichzeitig stellen sie aber hohe Ansprüche an die Rahmenbedingungen im Job, auf die Arbeitgeber eingehen sollten, um Fachkräfte zu gewinnen und binden.“

Arbeitnehmer wollen mehr Wertschätzung

Im allgemeinen wünschen sich viele Arbeitgeber, dass Job und Privatleben besser miteinander vereinbar sind. Hierfür ist die Möglichkeit zur flexible Einteilung der Arbeitszeit besonders wichtig. Ganze 21 Prozent der Deutschen würden gern selbst darüber entscheiden, wann sie ihre Stunden abarbeiten. Aber auch was die Aufgaben angeht, legen die Arbeitnehmer wert auf Vielseitigkeit und haben keine Lust auf Langweile.

Brune rät Unternehmen dazu, gemeinsam mit den Mitarbeitern Ziele zu vereinbaren, die sie anspornen und motivieren. Auch Weiterbildungen und zusätzliche Qualifizierungen sollen angeboten werden. Diese sollten jedoch kein Zwang sein, denn die Studie zeigt schließlich auch, dass nicht jeder dafür offen ist.

Mit Erreichen der Ziele sollte auch eine finanzielle Belohnung einhergehen, denn wie die Studie zeigt, arbeiten ja viele auf eine Gehaltserhöhung hin. Daneben gibt es aber auch noch einen viel unkomplizierteren Weg der Mitarbeitermotivation, denn die meisten wünschen sich für ihre gute Arbeit einfach mehr Wertschätzung. „Lob für eine gute Leistung ist immer noch das einfachste und effektivste Mittel, um Mitarbeiter zu motivieren“, so Brune.

Wertewandel in der Arbeitswelt

Die Studie zeigt ein Umdenken in der Arbeitswelt. So wird immer mehr Wert auf eine bessere Work-Life-Balance gelegt, auf Flexibilität und Eingenveratwortlichkeit. Dies könnte auch mit einem immer weiter steigenden Anteil an sogenannten Millenials auf dem Arbeitsmarkt zusammenhängen. Die jungen Mitarbeiter der Generation Y zeichnen sich durch ein besonders großes Bedürfnis nach Freiheit im Job aus. Dabei sind die Ziele nach wie vor hoch, betrachtet man die Gehaltsambitionen.

Siehe auch: Die Generation Y auf dem Arbeitsmarkt

Über die Studie „Karriereziele 2015“

Die Studie „Karriereziele 2015“ basiert auf einer Online-Befragung unter 1.000 Deutschen ab 18 Jahren. Sie wurde im Auftrag der ManpowerGroup Deutschland im Dezember 2014 durchgeführt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Ergebnisse sind hier zum Download verfügbar.

Aufmacherbild: The word work-life balance against bright blue sky with cloud via Shutterstock / Urheberrecht: wavebreakmedia

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