Werbung bei Suchmaschinen

Suchmaschine DuckDuckGo profitabel ohne Tracking
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Google und DuckDuckGo verdienen beide ihr Geld mit Werbeanzeigen. Der Unterschied liegt darin, wie sie es tun und was sie dafür vom User verlangen. In einer öffentlichen Fragerunde gab CEO Weinberg Einsicht, worauf es ihm mit DuckDuckGo ankommt.

Kann ein anderes Geschäftsmodell für Suchmaschinen überhaupt profitabel sein, als das von Google, Yahoo oder Bing? Ja, sagte Gabriel Weinberg, CEO von DuckDuckGo, nun in einer öffentlichen Frage- und Antwortrunde auf YCombinator’s Hacker News. Die 2008 durch Weinberg gegründete und auf Open Source Code basierende Suchmaschine hat sich mit seiner Privacy Policy dem Datenschutz seiner User verschrieben – und verdient damit Geld. Statt auf Tracking setzt die Suchmaschine auf direkte, gut sichtbare Werbeanzeigen, die passend zur Suchanfrage erscheinen. So antwortet Weinberg auf die Frage, wie DuckDuckGo sich überhaupt finanzieren könne, denkbar einfach: Jemand der nach einem Auto sucht, bekommt als erstes Suchergebnis eine Seite angezeigt, die Autos anbietet.

Werbung bleibt die Haupteinnahmequelle

Die Werbeanzeige wird immer als „Werbung“ markiert. Klickt der User auf die Anzeige, wird die Suchmaschine dafür durch den Werbetreibenden entlohnt. Klingt einfach. Allerdings wollten mehrere Teilnehmer des AMA wissen, ob es nicht auch andere Methoden gäbe, Einnahmen zu generieren. Weinberg verwies darauf, dass dies die einzige Einnahmequelle sei und man von Tracking, Bezahlmodellen oder Spenden absehe. Erstes schließt sich durch die Privatsphäre-Vereinbarung von selbst aus. Für den Suchdienst zu zahlen wäre ebenfalls schwierig, da auch die Bezahlinformationen private Daten sind – und man zudem von Bitcoins absehen möchte. Auch auf Spenden wolle man nicht vertrauen, hieß es. Weinberg rief nur dazu auf, die Idee von DuckDuckGo zu verbreiten und die Suchmaschine populärer zu machen.

Datenschutz und Transparenz als Geschäftsmodell

DuckDuckGo hat hierzulande im Vergleich zu Google mit 94 Prozent Marktanteil noch recht wenig Anhänger. Trotzdem sind die Nutzerzahlen insgesamt von DuckDuckGo seit 2012 enorm gestiegen, ein von der Suchmaschine bereitgestelltes Traffic-Sheet gibt hierzu aktuelle Einsicht über die Anzahl der Suchanfragen. Im September diesen Jahres waren es über drei Milliarden Suchanfragen. Nach den Snowden-Aufdeckungen über die NSA im Juni 2013 noch 77 Millionen, ein Jahr später 1,5 Milliarden. Der Trend geht also weiter zu einer Suchmaschine, die die eigene Privatsphäre achtet und trotzdem einen vergleichbar guten Funktionsumfang bietet. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Unrechtmäßigkeit des Datenschutzabkommens Safe Harbor unterstreicht diese Entwicklung. Während Google sich Gedanken machen darf, wie es weiterhin die Daten europäischer Nutzer durch Rechtslücken und Abkommen wie TTIP in die USA schleust, kann DuckDuckGo weiterhin seinen Dienst aus San Francisco legitim anbieten. Das Problem könnte jedoch an andere Stelle bemerkbar werden.

Davon mal abgesehen, dass DuckDuckGo mit dem russischen Suchmaschinen-Anbieter Yandex kooperiert und dessen Index mit nutzt hat es Partnerschaften mit Yahoo, Amazon, Ebay, Yelp und vielen anderen. Bei diesen Partnern handelt es sich vorwiegend um Werbepartner, die Anzeigen bei der Suchmaschine platzieren. Weinberg gab zu verstehen, dass vor allem Ebay und Amazon wichtige Partner seien, über die die Suchmaschine ihre Anzeigen vertreibe. Zwar wird der User nicht von DuckDuckGo getrackt, klickt er jedoch auf eine Anzeige von Amazon, so übernimmt der Online-Versandhändler die „Datenarbeit“. Doch auch Amazon und Ebay werden ihre Geschäftsmodelle gegebenenfalls wegen des Beschlusses des EuGH überarbeiten und womöglich die Datensammlung drosseln müssen.

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