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Technikjournalismus – Ausbildung und Beruf
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Die Nachfrage an Technik-Berichterstattung steigt, und so auch die an Technikjournalisten. Wir erklären euch, welche Ausbildungsmöglichkeiten es hier gibt und in welchen Berufsfeldern Technikjournalisten arbeiten.

Technikjournalisten – Nerds oder Schreiberlinge?

Im Zuge der Digitalisierung wächst auch das Interesse an digitaler Technologie. Die Nachfrage an Technik-Magazinen ist dementsprechend groß. Über Technik zu schreiben ist allerdings gar nicht so einfach, sind doch die meisten Journalisten in diesem Ressort entweder sprachenaffine Geisteswissenschaftler oder informatikbegeisterte Techniknerds.

Ein Technikjournalist sollte aber etwas von beiden Seiten in sich vereinen: Auf der einen Seite muss er die Technologien verstehen, über die er berichtet, und immer auf dem neusten Stand bleiben, denn der Fortschritt hier entwickelt sich rasant. Gleichzeitig muss er die oftmals komplizierten Zusammenhänge auf einfache Weise erklären und auch „Nicht-Nerds“ näher bringen können. Das natürlich in einwandfreiem Deutsch und gutem Ausdruck.

Gute Berufschancen für Technikjournalisten

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass das Ressort des Technikjournalismus immer weiter ausgebaut wurde, Tendenz steigend. Das hängt mit der voranschreitenden Digitalisierung zusammen sowie mit den sich immer weiter verbreitenden Smartphones, Wearables und sonstigen Gadgets. Die Technologie wird immer komplexer und ist immer schwieriger zu verstehen, wird aber gleichzeitig auch immer mehr Teil unseres Alltags.

Um dies alles zu durchblicken, wenden sich die Verbraucher an Technikmagazine und -portale und der Bedarf nach Berichterstattung über das, was da gerade passiert, wird größer.

Dieses steigende Interesse führt natürlich auch dazu, dass Technikjournalisten gute Berufschancen haben. Auch in dieser Branche heißt es: wer sich mit Technologien, IT und den Medien auskennt, der wird gebraucht und ist nicht leicht zu ersetzen. Laut dem Deutschen Fachjournalisten Verband werden momentan die technischen Redaktionen ausgebaut und Mitarbeiter eingestellt. Dieser Trend steht im Gegensatz zu anderen Ressorts, wie Politik, Kultur oder Wirtschaft, wo die festen Redaktionen immer mehr verschlankt werden.

Kritische Berichterstattung erfordert Know-How

Der Technikjournalist muss natürlich auch in der Lage sein, kontroverse Themen zu bewerten und kritisch zu betrachten. Vor allem, wenn die Digitalisierung unser Leben, unsere Zukunft oder unsere Persönlichkeitsrechte betrifft. Um hier Sachverhalte kritisch zu bewerten und die größeren Zusammenhänge zu erfassen, benötigt man Fachwissen. Neben den naturwissenschaftlichen und technischen Kenntnissen ist es hier auch immer Hilfreich, sich mit Medien- und Internetrecht sowie Medienpolitik und Wirtschaft auszukennen.

Ausbildung zum Technikjournalisten

Um den Berufsweg des Tech-Journalisten einzuschlagen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bisher bieten die klassischen Journalistenschulen leider noch keine gesonderten Ausbildungen für das Ressort Technik an. Anders sieht es allerdings an den Hochschulen aus.

Folgende Hochschulen bieten den Studiengang Tech-Journalismus an:

  • B.Sc. Technikjournalismus/PR – Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
    Der Bachelorstudiengang besteht aus Modulen zu Journalistischen Techniken, Unternehmenskommunikation und Technischen Modulen.
  • M.A. Technische Redaktion und Multimediale Dokumentation – Technische Hochschule Mittelhessen
    Studenten lernen Grundlagen audiovisueller Medien und verschiedene Text- und Dokumentationsformen
  • B.A. Technikjournalismus – Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
    Hier werden Journalismus und PR sowie die Grundlagen technischer und Ingenieurswissenschaftlicher Disziplinen vermittelt. Zusätzlich gibt es Module in Technikgeschichte und Technologiefolgenabschätzung.
  • M.Sc Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik – Fachhochschule Würzburg
    Für Studenten mit Naturwissenschaftlichem Bachelor, die ihre Ausbildung mit einem journalistischen Studium erweitern wollen.

Des Weiteren werden von verschiedenen Stellen Workshops zum Thema Technikjournalismus angeboten, so auch von dem FTJ (Forum Technik Journalismus) und der Akademie der Bayrischen Presse.

Wie bei jeder journalistischen Ausbildung bietet es sich auch für angehende Technikjournalisten an, ein Volontariat in einer Redaktion zu machen. Dies wird von vielen Medien sogar als Voraussetzung verlangt. Das technische Volontariat ist eine gute Möglichkeit, sich weiter fachlich zu spezialisieren und sein Profil in Richtung Technik auszubauen.

Beschäftigungsformen innerhalb und außerhalb der Redaktion

Das klassische Arbeitsverhältnis für einen technischen Journalisten oder Redakteur wäre zunächst einmal bei einem reinen Fachmagazin oder dem Technik-Ressort eines größeren Magazins oder einer Zeitung. Außerdem bietet sich immer die Möglichkeit, als freier Journalist zu arbeiten und freiberuflich Beiträge zu schreiben. Darüber hinaus könnt ihr auch euren eigenen Blog oder ein Online-Portal mit Beiträgen füllen. Neben dem eigentlichen Schreiben, üben viele auch als Redakteure eine eher koordinierende Tätigkeit aus und managen die Inhalte und Abläufe innerhalb einer Redaktion.

Auch abseits der Fachmedien gibt es eine ganze Reihe weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten. So ist auch die Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation in Technischen Unternehmen interessant für Technikjournalisten und -redakteure. Hat ein Journalist umfassendere IT-Kenntisse, kann er auch mit Datenbanken und deren Aufbereitung arbeiten, was wiederum mehr in Richtung Datenjournalismus geht.

Aufmacherbild: Office table via Shutterstock / Urheberrecht: Itsmesimon

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