Künstliche Intelligenz

Twitter übernimmt Machine-Learning-System Whetlab
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Zur Weiterentwicklung der Suche, des Spam-Filters und der Werbeplatzierung setzt Twitter mit dem Kauf von Whetlab auf künstliche Intelligenz, um Analysen und Vorhersagen zu machen. Die unternehmerische Ausrichtung des Mikroblogging-Dienst nimmt damit Kontur an.

Damit sich auf Twitter zukünftig noch schneller und einfacher relevante Inhalte finden lassen, setzt der Mikroblogging-Dienst nun auf das Machine-Learning-System von Whetlab. Das noch recht junge Unternehmen, das sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert hat, wird zum 15. Juli nach eigenen Angaben seinen bisherigen Dienst einstellen und mit Twitter gemeinsame Sache machen. Das aus fünf Entwicklern bestehende Team wird komplett zum Mikroblogging-Dienst wechseln und seine Arbeit für die Weiterentwicklung des Spam-Schutzes, Verbesserung der Werbeanbindung und Präzisierung der Suchfunktionen nutzen. Was Twitter sich die Übernahme hat kosten lassen, ist bisher nicht bekannt.

Bereits beim Kauf der Live-Stream-App Periscope im März diesen Jahres hat Twitter selbst keine konkreten Angaben über die Kaufsummen genannt. Doch die Ausrichtung und Expansionsbestrebungen des Unternehmen sind unverkennbar – spätestens seit der Zusammenarbeit mit den Marketing-Spezialisten von TellApart. Twitter will Werbetreibenden die Möglichkeit geben, ihre Inhalte besser zu vermarkten. Dass nun auch Videos auf Twitter automatisch abgespielt werden, ist letztlich also auch eine Maßnahme, um die Einnahmen für Video-Werbeplätze zu verbessern. Facebook hatte ebenfalls die Funktion eingeführt, dass Videos ohne Klick abgespielt werden, sobald der Cursor darüber fuhr, was bei der Community jedoch Kritik auslöste. Twitter war dahingehend weitsichtiger und hat direkt dazu die Option in den Einstellungen mitgeliefert, mit der sich das Autoplay abschalten lässt.

Mit dem Machine-Learning-System von Whetlab könnte das Nutzerverhalten gegenüber neuen Funktionen zukünftig besser erfasst, ausgewertet und vor allem vorhergesagt werden. Das dürfte so einige Ärgernisse ersparen und den Mikroblogging-Dienst insgesamt nutzer- wie auch werbekundenfreundlicher machen.

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