Umstieg auf Magento 2: für wen lohnt sich der frühe Wechsel?

Typische SEO-Probleme in Magento 2 vermeiden – mit diesen 6 Tipps
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Vergangene Woche ist nach einer langen Warte – und Entwicklungszeit Magento 2 sowohl in der Community- als auch in der Enterprise-Edition erschienen. Für viele Shopbetreiber heißt es nun, sich auf den Umstieg von Magento 1 zu Magento 2 vorzubereiten. Doch wann ist dafür der richtige Zeitpunkt und lohnt sich die Umstellung überhaupt?

Vor allem diese beiden Fragen beschäftigen Magento-User derzeit – immerhin kann die Umstellung zu der neuen Shop-Version für einige Herausforderungen sorgen. Gleichzeitig bietet sie aber auch die Möglichkeit, alte Fehler auszumerzen und so den eigenen Shop fit für die SEO-Anforderungen zu machen. Aron Stanic hat sich darum mit genau diesen Punkten auseinandergesetzt und zeigt, wem der Umstieg zu Magento 2 vor allem angeraten ist.

Umstieg zu Magento 2: Wann, Wie und Wirklich schon jetzt?

Magento 2 bietet seinen Usern zahlreiche Vorteile – insbesondere, was die deutliche Verbesserung der Performance angeht. So soll die neue Version dank der komplett überarbeiteten Softwarearchitektur um 50 % schnellere Frontend-Seitenaufrufe bieten, und auch das Anlegen von Produkten soll spürbar zügiger vonstattengehen.

Da ist es natürlich wenig verwunderlich, wenn Shop-Betreiber möglichst schnell die neue Version nutzen wollen. Bevor es aber an das Upgrade geht, sollte man die bestehende Seite allerdings genau unter die Lupe nehmen. Denn vor allem Shops, die eine alte Magento-Version nutzen – sprich alles vor Magento 1.8 CE beziehungsweise Magento 1.13 EE – oder unter auffälligen Performanceproblemen leiden, sollten den baldigen Umstieg zu Magento 2 ins Auge fassen . Auch wer sich auf eine große Anzahl an Third-Party-Extensions verlässt, dürfte von einem Revamp des eigenen Shops profitieren.

Lohnt sich die frühzeitige Migration?

Egal aber, ob jetzt oder später zur neuen Version gewechselt werden soll: der Umstieg muss gut vorbereitet werden. Magento bietet zwar ein Migrationstool, das das Verschieben des Store-Setups, der Produkte, Bestellungen und Kunden – kurz, der gesamten Daten – erleichtern soll. Allerdings werden Themes und Code-Customizations, zu denen etwa auch Third-Party-Extensions zählen, damit nicht übertragen und müssen in Magento 2 neu angelegt werden. Je nach Menge kann das zu einigem Aufwand führen, bietet aber immerhin auch die Möglichkeit, den Shop visuell und funktionell zu verbessern.

Die größte Frage vieler Shopbetreiber ist aber: lohnt sich der Wechsel zu Magento 2? Stanics Antwort darauf ist eindeutig: „It will be.“ Zwar werden die älteren Magento-Versionen noch langfristig unterstützt, allerdings bieten die neue Softwarearchitektur und die deutlich bessere Performance viele Anreize, um auf Magento 2 umzusteigen. Außerdem sieht Stanic Magento 2 als einen der ganz großen Player im E-Commerce an, und wer da nicht zurückbleiben will, sollte sich auf den Wechsel vorbereiten – selbst wenn kein akuter Zwang besteht, den eigenen Shop bereits jetzt umzustellen.

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6 typische SEO-Fehler in Magento 2

Mit dem Launch von Magento 2 sind natürlich bereits viele Online-Stores zur neuen Version gewechselt. Schaut man sich dabei die Shops dieser „early Adapter“ an, fällt schnell auf, dass bei der Erfüllung der SEO-Anforderungen nicht immer alles glatt gelaufen ist. Stattdessen offenbaren sich einige typische SEO-Mängel, die es sogar bereits in Magento 1 gab. Toni Anicic zeigt, um welche sechs SEO-Probleme es sich dabei vor allem handelt und erklärt, wie man sie am besten vermeidet.

Problem 1: Layered Navigation-Parameter werden mit Robots.txt blockiert

Layered Navigation-Parameter – oder auch andere Filter-Parameter auf Kategorie-Seiten – sollen in den meisten Fällen nicht von Google indexiert werden. Viele greifen dann schnell dazu, sie mithilfe eines Robots.txt disallow zu blockieren. Doch das sorgt schnell für Probleme, denn so können die Parameter immer noch indexiert, nicht aber von Google gecrawlt werden. Dadurch verliert die Seite vor allem Backlinks durch die interne Navigation, was sich auch auf das Suchmaschinenranking auswirken kann.

?Statt Navigation-Parameter mit Robots.txt disallow zu blockieren, sollte hier besser meta noindex, follow zum Einsatz kommen –nicht aber beides gleichzeitig!

Problem 2: Site-Search-Ergebnisse werden nicht blockiert

Während von der Blockierung von Layered Parametern mit Robots.txt abgeraten wird, ist es aber umso dringender angeraten, die Site-Search-Ergebnisse zu blockieren. Googles Algorithmus straft Websites, die die Indexierung von ihren Site-Search-Daten erlauben, ab, weil Google keine Suchergebnisse innerhalb der Google-Suchergebnisse anzeigen will. Dazu kommt, dass einige Magento-2-Seiten auf ihrer Homepage sogar aktiv auf Site-Search-Ergebnisse verlinken, was ebenfalls zu Problemen führen kann.

?Darum sollten die Site-Search-Ergebnisse beziehungsweise der /catalogsearch/-URL-Pfad mithilfe von Robots.txt-Dateien blockiert werden.

Problem 3: die fehlende Verfügbarkeit von Produktangeboten in schema.org-Microdaten-Markup

Das Microdaten-Markup soll Google dabei helfen, den Inhalt einer Shopseite zu verstehen, etwa was den Preis oder Reviews angeht. Zudem ist das Feature für automatische Produkt-Updates des Google Merchant Centers wichtig; fehlt die Verfügbarkeit eines Produktangebots in diesem Markup wird sie auch nicht in den SERP-Ergebnissen angezeigt.

?Dementsprechend sollte darauf geachtet werden, auch immer die Verfügbarkeit eines Produkts im Mikrodaten-Markup anzugeben.

Problem 4: Layered URLs verweisen mit rel canonical auf die Kategorie zurück

Die Einführung von rel canonical sollte eigentlich das Problem von Duplicate Content lösen, allerdings wird das Attribut gerne falsch genutzt. Layered Filter ändern nämlich den Content der URL und sind somit keine Duplikate. Darum sollte rel canonical hier nicht genutzt werden, um zu verhindern, dass alle Layererd URLs indexiert werden.

?Stattdessen sollten diese Layered URLs mit meta noindex, follow versehen werden. So werden sie nicht indexiert, bieten aber trotzdem die entsprechenden Backlinks und können so zu einem besseren Ranking verhelfen.

Problem 5: sowohl HTTP- als auch HTTPS-Versionen einer Website werden indexiert

Werden sowohl die HTTP- als auch die HTTPS-Version der gleichen URL indexiert, ist das ein klassisches Beispiel für Duplicate Content – und ein Beispiel dafür, an welcher Stelle rel canonical richtig genutzt wird.

?Je nachdem ob die HTTP- oder HTTPS-Version einer URL bevorzugt wird – idealerweise ist es die HTTPS-Version – sollte mit rel canonical auf die jeweils andere URL-Version verwiesen werden.

Problem 6: Die Startseite mit „Homepage“ benennen

Bereits in Magento 1 zählte es zu einem der häufigsten SEO-Probleme: die Benennung der Startseite mit „Homepage“. Für gewöhnlich ist die Startseite einer der wichtigsten Bereiche einer Website, sagt Anicic:

Homepage is usually the strongest page in terms of link equity and the page can rank for your most important keywords.

Trotzdem benennen viele Website- und Shop-Betreiber ihre Startseite mit dem nichtssagenden Titel “Homepage” anstelle eines Titels, der starke Keywords enthält.

?Dementsprechend sollte ein möglichst beschreibender Titel für die Startseite gewählt werden, der Keywords enthält und so dazu beitragen kann, das Ranking für selbige zu verbessern.


Es wird also deutlich, dass es bei der Vorbereitung auf den Umsteig zu Magento 2 einiges zu beachten gilt. Wer sich aber ausführlich mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen auseinandersetzt und auch bei den SEO-Anforderungen auf einige Best Practices achtet, dürfte beim Wechsel zur neuen Magento-Version auf wenig Probleme stoßen – und stattdessen von den Vorteilen für den eigenen Shop profitieren.

Aufmacherbild: Online shopping, White mouse in the shape of a shopping cart on a blue background. von Shutterstock / Urheberrecht: Digital Storm

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