Internet of Things

Wie das Internet of Things einem Milchbauern hilft
Kommentare

Das Internet of Things findet keinesfalls nur in Haushalten Anwendung, wie oft medial suggeriert wird, sondern hat sich heimlich, still und leise in der Landwirtschaft breit gemacht.

Der Use Case von Bauet Hake aus dem niedersächsischen Wagenfeld-Ströhen ist ein interessantes Beispiel dafür, wie das Internet of Things in den verschiedensten Branchen zum Einsatz kommt und sogar die Landwirtschaft digitalisiert.

Bevor der technikaffine Bauer morgens seine Arbeit beginnt, führt ihn sein Weg nicht zuerst in den Stall. Er setzt sich erst einmal an seinen Computer und checkt, ob es seinem Vieh gut geht. Dabei hilft ihm namens HealthyCow24, eine Internet of Things-Lösung (IoT), die seine 240 Kühe mit eine zentralen Server verbindet.

Der niedersächsische Bauer ist keineswegs der einzige Landwirt, der auf digitale Anwendungen setzt. Jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb nutzt laut dem Branchenverband BITKOM bereits digitale Anwendungen: „Der Mähdrescher, der satellitengesteuert über den Acker navigiert, die Kuh, die eine SMS schickt, wenn sie kalbt, oder die Drohne, die Saatgut und Düngemittel verteilt: Die Digitalisierung verändert auch die Landwirtschaft nachhaltig“, heißt es in der Studie.

Meistens sind es große Betriebe, die ihre Abläufe digitalisieren. Nur wenige Kleinbetriebe setzen der BITKOM zufolge konsequent auf die digitale Transformation. Dass dies allerdings möglich ist, zeigt das Beispiel vom Bauern Hake, der die Digitalisierung gewagt hat, obwohl sein Betrieb nur viereinhalb Mitarbeiter hat: ihn selbst, seinen Vater, einen Nachbar, einen Melker – und den Großvater, der aber nicht mehr voll arbeitet.

internet of things

©Microsoft

Steffen Hake setzt die IoT-Lösung vor allem ein, um das Kalben seiner Kühe überwachen zu können – wichtigste Voraussetzung für die Milchproduktion. „Eine Kuh wird nicht einfach besamt und bekommt ein Kalb“, erklärt Hake. „Sie hat einen Drei-Wochen-Zyklus, den man dadurch erkennt, dass sie unruhig wird.“ Maximal zwölf Stunden später muss die Kuh besamt werden, damit sie trächtig wird. „Bei einer größeren Anzahl von Kühen wird das schnell unübersichtlich.“

Teil der Internet of Things-Anwendung ist Heatime: Halsbänder mit Bewegungsmeldern, die das Verhalten der Kuh aufzeichnen und Alarm schlagen, wenn die Kuh brünstig ist. Zusätzlich misst der Sensor auch das Fressverhalten. „Wenn eine Kuh zum Beispiel kurz vorm Kalben weniger frisst als normal, erhalte ich ebenfalls eine Meldung und kann eingreifen.“ Die Messdaten ruft Hake aus der Cloud sowohl auf dem PC, als auch von seinem Smartphone aus ab – wichtig für einen Landwirt, der nur wenig Zeit am Schreibtisch verbringen kann.

Im Ergebnis, so Hake, geht es seinen Kühen besser, er verbraucht weniger Medikamente und verbessert seine Ertragslage. Und er verbringt weniger Zeit im Stall: „Um zu erkennen, ob eine Kuh in der Brunst ist, musste man früher viermal am Tag für 20 bis 30 Minuten im Stall sein“, erinnert er sich. „Die Zeit fällt jetzt weg, und ich kann sie für andere Sachen nutzen.“

 

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -