Studie

Wie Digitalisierung die Unternehmensorganisation verändert
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Die Digitalisierung hat tiefgreifende Umwälzungen in der Wirtschaft zur Folge. Nicht nur Produkte und Geschäftsmodelle verändern sich, sondern auch die Art und Weise wie Unternehmen organisiert sind.

Der Digitalverband BITKOM hat in einer Umfrage untersucht, welchen Einfluss der digitale Wandel auf Prozesse und Organisation hat. Hierzu wurden 505 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt.

Kommunikation und Arbeitsabläufe effizienter

Durch die Umstellung auf digitale Mittel wird zum Beispiel die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden beschleunigt, das gaben rund drei Viertel (79 Prozent) der befragten Unternehmen an. Auch die interne Kommunikation unter den eigenen Mitarbeitern sei deutlich schneller geworden, stellten 75 Prozent der Befragten fest. Bei jedem zweiten Unternehmen steigere die Digitalisierung außerdem auch die Arbeitseffizienz (55 Prozent) und Arbeitsabläufe seien flexibler geworden, gaben zwei Drittel (63 Prozent) an.

„Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft grundlegend, das hat auch Auswirkungen auf die Organisation der Unternehmen. Der Kontakt mit Kunden findet heute oft rund um die Uhr und in aller Öffentlichkeit statt, etwa in Sozialen Netzwerken.“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Intern können Mitarbeiter schneller informiert und in Entscheidungen einbezogen werden.“

Transparenz und Mitarbeitermotivation steigen

Positiv ist sicher auch der Einfluss der Digitalisierung auf Transparenz im Unternehmen. Die Hälfte der Befragten gab an, dass interne Entscheidungsprozesse durchsichtiger geworden seien. Jedes zweite Unternehmen geht sogar davon aus, dass die klassischen Hierarchien aufweichen und drei Viertel (75 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass die Digitalisierung eine neue Unternehmenskultur erfordert. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Mitarbeiter: in mehr als jedem vierten Unternehmen (27 Prozent) ist die Motivation der Mitarbeiter gestiegen. Gerade mal in jedem zwanzigsten Unternehmen (5 Prozent) fühlen sich die Mitarbeiter weniger motiviert als zuvor.

In kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern haben zwar organisatorische Flexibilität  und die Transparenz der Entscheidungsprozesse (je 44 Prozent) weniger stark zugenommen als in den größeren Unternehmen, insgesamt haben die Mitarbeiter aber durch die Digitalisierung mehr Freude an ihrer Arbeit. Mehr als jedes dritte kleinere Unternehmen (36 Prozent) gibt an, dass die Motivation der Mitarbeiter zugenommen hat. Entsprechend ist auch die Effizienz des eigenen Unternehmens nach Einschätzung der Unternehmensleitung gestiegen (59 Prozent). „Die Digitalisierung ist gerade für kleinere Unternehmen eine Chance, noch schneller und effizienter zu werden. Davon profitieren auch die Mitarbeiter, die besser in Entscheidungsprozesse einbezogen werden und motivierter an die Arbeit gehen“, so Kempf.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung im Auftrag des BITKOM durchgeführt hat. Dabei wurden im Februar 505 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Aufmacherbild: Two co-workers using smartphone for browsing data via Shutterstock / Urheberrecht: Pressmaster

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