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Wie locke ich Software-Entwickler ins Unternehmen?
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Attraktiv für IT-Profis zu sein braucht mehr als Gehalt und kostenlos Kaffee. Aber was ist Software-Entwicklern wirklich wichtig an ihrem Arbeitsplatz? Diese Frage stellt sich vielen Recruitern, die am Arbeitsmarkt um die besten IT-Profis wetteifern. Nach welchen Kriterien suchen sie sich einen Arbeitgeber aus? Womit lockt man Talente? Wie spricht man diese effektiv an?

Die am Arbeitsmarkt so begehrten IT-Profis ticken komplett anders als etwa Marketing- oder Vertriebsprofis, die man mit Gehalt, Boni, Dienst-BMW und Karriere-Insignien für einen Arbeitgeber begeistern kann. Ab ca. 50.000 bis 60.000 Euro Jahresgehalt ist die reine Einkommenshöhe für Software-Entwickler kein entscheidendes Kriterium mehr, den Arbeitgeber zu wechseln. Eine faire Bezahlung ist Techies oft wichtiger als eine hohe Entlohnung. Das Gerechtigkeitsgefühl spielt für IT-Profis eine große Rolle, wobei gerecht vor allem marktgerecht bedeutet. Dass Techies nicht gerne feilschen und keine harten Verhandler sind, bedeutet noch lange nicht, dass ihre analytische Denke ihren tatsächlichen Marktwert nicht erfasst. Nur wer IT-Profis fair bezahlt, wird sie für sein Unternehmen gewinnen können. IT-Profis kann ein Unternehmen nicht nur mit Gehalt oder Bonussystemen locken und binden, sondern muss sie auf anderen Ebenen motivieren, dort arbeiten zu wollen. Auch ob eine Company irgendwo Marktführer ist, spielt für Techies eine eher untergeordnete Rolle. Employer Branding speziell für ITler muss auch auf deren Bedürfnisse zugeschnitten werden, wenn man bei dieser Zielgruppe erfolgreich sein möchte.

Gute Arbeitsbedingungen statt Dienst-BMW

Software-Entwicklern ist ihr harmonisches Arbeitsplatzumfeld sehr wichtig, sie brauchen den Rückhalt im Team. IT-Profis gehen bei der Arbeitsplatzwahl zu kompetenten Kollegen und nicht so sehr zum großen Namen einer Company. Sie brauchen die soziale Bindung an Kollegen, mit denen sie sich gut verstehen. Insgesamt sind das Lernen von kompetenten Kollegen und eine respektvolle Behandlung Grundvoraussetzungen, damit Software-Entwickler sich in einem Unternehmen wohlfühlen. Das ist eine Herausforderung für Führungskräfte. In Zukunft werden manche Arbeitgeber sogar Well-Being-Manager beschäftigen, die sich um das Wohlbefinden ihrer wichtigsten Mitarbeiter kümmern werden.

Eine Versetzung in ein anderes Projekt-Team kann einen IT-Profi zum Arbeitgeberwechsel animieren. Die Bindung ans Team und auch das unmittelbare Arbeitsplatzumfeld sind sehr wichtig. Freie Wahl des Betriebssystems sowie die bestmögliche Ausstattung von Rechnern und Monitoren sind unerlässlich, wenn man erfolgreich mit Software-Entwicklern arbeiten möchte. Wenn ein bestimmter Stuhl mit besonderer Ergonomie gewünscht wird, soll er den bekommen, auch wenn dieser nicht von einem gelisteten Standard-Lieferanten des Unternehmens stammt. Das ist der gewisse Monk-Effekt, der hin geht bis zu einem gewissen Noise Level, das nicht unter- und nicht überschritten werden darf.

Technologische Herausforderungen und Vertrauen

Hauptmotivatoren sind vor allem die verwendeten Technologien. Top-Talente kann man mit technologischen Herausforderungen sehr wirkungsvoll für ein Unternehmen begeistern. IT-Profis knacken gerne harte Nüsse. Außerdem sind Companies hochgradig interessant, wenn sie Weiterbildung fördern. Alle zwei bis drei Jahre gibt es große Umwälzungen bei den Technologien, neue Software-Generationen verdrängen die alten. Technischer Rückstand bedeutet für IT-Profis also sinkenden Marktwert. Daher sind IT-Herausforderungen und Weiterbildungsmöglichkeiten so wichtig beim Recruiting.

Relax-Ecken in der IT-Abteilung, eine Tischtennisplatte, Kicker-Tischfußball, die gut gefüllte Obstschale und Gratis-Pizza bei Abendschichten sind wichtiger als Big Names auf dem Firmenschild. Kreative Arbeit braucht ein kreatives Umfeld. Die Espresso-Maschine, Club-Mate und hohe Flexibilität bei der Arbeitszeit gehören zu den Standards, die heute von IT-Profis erwartet werden. Manchmal ist es auch ein unkonventionelles Entgegenkommen wie der Hund, den ein ITler mit zur Arbeit bringen darf. Wichtig sind Incentives wie gelegentliche Ausflüge oder ein Wochenend-Trip für das IT-Team. Soziale Aktivitäten bringen viel für die Bindung der begehrten Software-Entwickler.

Außerdem wichtig um richtig attraktiv für Software-Entwickler zu sein, ist es, Anerkennung für geleistete Arbeit und Vertrauen zu zeigen. Die Komplexität von Aufgaben kann ein Außenstehender nie einschätzen, also muss man dem ITler vertrauen. Schätzen Sie den Schwierigkeitsgrad nie zu gering ein. Glauben Sie Ihren IT-Mitarbeitern. Modernste Technologien als Herausforderung, besondere Softskills für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz – doch wo findet man die gesuchten Software-Entwickler, um ihnen dieses Angebot zu machen? Die Zukunft gehört spezialisierten Marktplätzen, die Angebot und Nachfrage des IT-Arbeitsmarktes zusammen zu bringen und auf denen Unternehmen sich gezielt bei den besten IT-Profis bewerben können.

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