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Neuer Player auf dem Paid Content-Markt?

YouTube Red: Google startet kostenpflichtiges Videoportal
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Schon längere Zeit geht das Gerücht, Google plane eine kostenpflichtige Premiumversion seiner Videoplattform YouTube. Jetzt scheint es soweit zu sein. YouTube Red könnte sich als echter Konkurrent für bereits existierende Portale erweisen.

Zunächst mal eine Klarstellung: Es tut uns leid, aber nein, trotz der Assoziationen, die der Name möglicherweise weckt, ist YouTube Red nicht Googles neuer Kanal für Rotlichtinhalte. Für diese Sorte Entertainment muss man also weiter auf die bekannten Alternativen zurückgreifen. Wer hingegen US-Bürger ist und YouTube-Content ohne Werbung oder offline auf Smartphone und Tablet sehen möchte, kann sich ab dem 28. Oktober ein Abonnement sichern.

Futter für die Fans und namhafte Partner

Insbesondere unter Fans der YouTuber-Szene dürfte das neue Angebot für Aufregung sorgen. Ihnen wird in Form der exklusiven ‚YouTube Originals‘ die Möglichkeit gegeben, ihre bevorzugten Künstler stärker zu unterstützen. Eine Liste der bereits geplanten bzw. sich in Produktion befindlichen Filme und Serien ist auf dem Blog des Videoportals erschienen. Für Nichtmitglieder hingegen wird sich zunächst einmal nichts ändern. Ob eine Migration von YouTube-Kreativen ins Bezahlsystem einsetzen wird, ist aktuell noch nicht absehbar, könnte dann allerdings tatsächlich eine reale Beeinträchtigung nichtzahlender Kunden bedeuten.

Wie der IT-Nachrichtendienst Silicon Angle berichtet, dürfte sich der Service aber nicht nur an die Anhängerschar bekannter YouTube-Persönlichkeiten wenden, sondern wird versuchen, ein breiteres Publikum zu erreichen. Dafür spricht, dass Google Vereinbarungen mit größeren Medienkonzernen wie 21st Century Fox, NBCUniversal und Time Warner getroffen hat, die sich Ertragsanteile von 55 Prozent gesichert haben sollen. Man scheint der Ansicht zu sein, allein mit eigenem Personal die lang ersehnten schwarzen Zahlen nicht schreiben zu können.

Gesamtpaket als Wettbewerbsstrategie

Bei der bereits vorhandenen starken Konkurrenz im Segment der kostenpflichtigen Videoportale – namentlich Netflix und Hulu – stellt sich aber die Frage, warum YouTubes Geldproblem allein durch Integration eines Bezahlsystems gelöst werden sollte, zumal mit 9,99 Dollar die monatliche Gebühr nicht gerade kundenfreundlich ausfällt. Zum Vergleich: Netflix bietet seinen Service für 7.99 Dollar an. Tatsächlich scheint man eine ganze andere Strategie zu verfolgen. Matt Leske hat in der offiziellen Ankündigung des neuen Dienstes gestern verlauten lassen, dass jedes Abo gleichzeitig YouTubes kürzlich releaste Gaming App sowie die noch nicht erschienene Music App enthält und darüber hinaus Zugang zu Googles Musikstreamingdienst Play Music gewährt. Mit einem Abo bekommt man also gleich drei Services zum Preis von einem geliefert.

Google scheint demnach einen gebündelten Angriff auf seine Konkurrenten in den Bereichen Video, Gaming und Musik zu unternehmen. Man wird noch sehen, ob sich das Unternehmen dabei darauf beschränkt, bestimmte Nischen weiter auszubauen, die es bereits besetzt hat (Stichwort YouTuber), oder tatsächlich aufs Ganze geht, was ein gewisses Risiko birgt. Spannend sollte dieser Machtkampf der (Quasi-)Monopolisten nicht nur für Branchenbeobachter werden, sondern auch für uns, die gemeinen Kunden, um die sich da so leidenschaftlich gestritten wird. Mit etwas Glück springen ein paar gute Produkte und Angebote für den geneigten Serienjunkie und die Musikliebhaberin heraus.

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