Entwickeln für Windows Phone 7
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Windows Phone 7 stellt selbst gestandene C#- und VB-Profis vor eine neue Herausforderung: (Fast) nichts ist, wie es unter Windows Mobile war. Das vorliegende Werk von Microsoft Press will als Umstiegshilfe

Windows Phone 7 stellt selbst gestandene C#- und VB-Profis vor eine neue Herausforderung: (Fast) nichts ist, wie es unter Windows Mobile war. Das vorliegende Werk von Microsoft Press will als Umstiegshilfe sowohl Silverlight-Profis als auch Windows-Mobile-Entwicklern dienen. Während Ersteres mehr oder minder gut gelingt, bleiben Silverlight-Unerfahrene sprichwörtlich im Regen stehen. O.K., das ist kein Silverlight-Buch – eine kurze Erklärung zum Programmieren unter Silverlight hätte schon wegen des enormen Umfang des Buchs allerdings niemanden umgebracht. So muss man sich als direkter Umsteiger von Windows Mobile zusätzlich mit Silverlight rumschlagen. Da auch die VB-CTP im Buch nicht behandelt wird, müssen Visual-Basic-Experten zusätzlich C#-Kenntnisse mitbringen.

Doch selbst mit viel Whisky und Geduld wird durch dieses Buch allein niemand zum WP-7-Entwickler. Dafür sorgen der vollkommen chaotische Aufbau und die kurzen, unvollständigen Codebeispiele, die eher an eine Textsammlung als an ein kohärentes Fachbuch erinnern. Kurzum: Zum Lernen ist dieses Buch denkbar ungeeignet, da es keine Step-by-Step-Einführung darstellt. Allerdings starben die Bäume für dieses Buch nicht umsonst. Das von Getzmann, Hackfort und Nowak zusammengestellte Werk ist immerhin ein herrliches Nachschlagewerk für Autodidakten. Wer allgemein von Programmierung eine gewisse Ahnung hat, kommt mit diesem Buch und der Onlinehilfe über kurz oder lang zu einem gut laufenden Projekt. Auch zum Durchblättern (sozusagen als Bestandsaufnahme der vom Betriebssystem gebotenen Möglichkeiten) ist das Buch gut geeignet.

Windows Phone 7 ist aufgrund seiner Beschränktheit – Stichwort „wenige Programmierschnittstellen“ – an sich ja unschwer abzuhandeln. Das Buch behandelt neben der Portierung von XNA-Anwendungen allerdings auch so exotische Fragestellungen wie Tiles, Notifications, den (auf HTTP beschränkten) Netzwerk-Stack, Unit Tests und sogar diverse telefonspezifische Hardwarefunktionen. Auch dem Marketplace for Mobile ist ein Kapitel gewidmet. Es erklärt die Einreichung von Anwendungen und Spielen und die Verwendung des in Windows Phone 7 integrierten DRM-Frameworks.

Wer ein klassisches Lehrbuch sucht, um schnell und ohne viel Nachdenken Ergebnisse mit Windows Phone 7 zu erzielen, ist hier freilich schlecht bedient. Wer hingegen bereit ist, Zeit und Blut zu investieren, erhält mit „Entwickeln für Windows Phone 7“ ein wertvolles Nachschlagewerk, das auch bei komplexen Fragestellungen viele Antworten bereit hält.

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